Eigentlich lese ich Krimis nicht so gerne (dafür aber SF um so lieber), stamme nicht aus dem schwäbischen Raum und bin auch nicht wirklich an den Abenteuern einer bisexuellen Sensationsreporterin interessiert. Alleine der Bezug zum Mond hat mich dazu gebracht, dieses Buch zu lesen, entsprechend war dies auch mein erster Roman aus der "Lisa Nerz"-Reihe.
Als Leser bin ich recht kritisch, was die Darstellung von naturwissenschaftlichen Zusammenhängen betrifft, bin aber gerne bereit, mich auf Eigenarten von Autoren und ihrer Protagonisten einzulassen. Tatsächlich fand ich die Schilderung der technischen Details durchweg stimmig und hatte keinen Grund zur Beschwerde (wobei ich raumfahrttechnische Details auch nicht wirklich beurteilen kann). Das Verhalten der Personen rangierte nach meiner Auffassung teilweise zwischen den Attributen "merkwürdig" bis "haarsträubend", aber das ist wohl dem feinen Zynismus zu verdanken, der das Buch durchzieht.
Anfangs bin ich ein wenig über seltsame Wortkreationen gestolpert: Da wird gebruddelt, gerätzt, geschnurpelt, gerunkst und so weiter. Redet man im Schwabenland wirklich so???
Was mich wirklich ein wenig gestört hat, war aber der verschachtelte Zeitablauf: Die Ereignisse vor dem Start zum Mond werden im Wechsel mit den Ereignissen nach dem Start erzählt. Zum Teil waren dadurch Ereignisse, die in dem einen Erzählstrang noch geschehen werden, aus dem anderen Strang schon bekannt. Hier hätte der Spannungsaufbau wohl besser funktioniert, wenn man als Leser immer am Puls des Geschehens gewesen wäre. Entsprechend hat es bei mir ein wenig länger gedauert, bis die Geschichte mich gefesselt hat. Das Ende fand ich dann tatsächlich sehr gut gelungen, und auch wenn vielleicht nicht alles sehr realistisch ist. In Anbetracht des Argwohns, mit dem ich mich diesem Buch genähert habe, eine durchweg positive Überraschung!
Als Message bleibt für mich zurück: Die Grenzen der Raumfahrt liegen nicht in der Technik, sondern im Menschen.