Nach einem etwas schwächeren Teil"Die Stunde der Zikaden", hat mich das neue Buch der Autorin"Nachtgefieder" wieder voll überzeugt und mich ein Wochenende abtauchen lassen.
Während Laura Gottberg damit zu kämpfen hat, dass sich ihre Kinder langsam abnabeln und ihr eigenes Leben führen, lernt sie eine reiche Mailänderin kennen, die sie nachts im Präsidium aufsucht und ihr erzählt, dass sie erpresst wird.Ihr Geliebter,mit dem sie am nächsten Tag zum Frühstück verabredet ist,wird, nachdem er nicht erscheint, tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden.
Gleichzeitig wird Lauras italienischer Freund,Commissario Angelo Guerini, mit einem Mordfall in der Nähe von Siena konfrontiert.Beide Fälle scheinen zu Anfang Einzelfälle zu sein,doch die weiteren Ermittlungen entpuppen sich für beide nicht nur als sehr gefährlich, sondern zeigen auch Verbindungen auf, die eine Zusammenarbeit zwischen München und Siena nötig machen.
Wie schon in ihren Vorgängerbänden verquickt Felicitas Mayall einen Kriminalfall immer sehr geschickt mit der privaten Beziehung ihrer beiden Hauptprotagonisten Angelo und Laura. Insofern ist es eigentlich schon von Vorteil,einige Vorgängerbände gelesen zu haben.Die Krimis der Schriftstellerin leben nämlich zum großen Teil von dieser Beziehung. Trotzdem ist der Kriminalfall,der in diesem Buch beschrieben wird, sehr spannend und für den Leser zu Anfang so undurchsichtig, dass man nicht sofort auf die Lösung kommt.Auch der Schreibstil der Autorin hat mich wieder überzeugt.Ihre schönen Landschaftbeschreiben zeugen von einer tiefen Verbundenheit mit der Toscana und haben bei mir eine Sehnsucht nach diesem Landstrich hervorgerufen, den ich leider noch nie besucht habe.Aber auch humorvolle Schilderungen der Sieneser Polizei und das allgemeine italienische Flair kommen in ihren Büchern immer sehr gut zur Geltung. Die Personen beschreibt sie sehr lebhaft und facettenreich und auch die Gedanken der Hauptprotagonisten bleiben dem Leser nicht verborgen. Dieses Buch hat von Anfang an einen sehr gefühlvollen, wenn nicht sogar teilweise melancholischen Tenor, der durch die Sehnsucht, die Angelo und Laura verbindet,ihre häuslichen Situationen, aber auch durch die Gedankengänge und die Lebenssituationen,die auch andere Figuren betrifft, hervorgerufen wird.Diese Stimmung passt gut zu dem tristen italienischen November, in dem diese Geschichte angesiedelt ist.
Alles in allem,ist dieser siebte Band der Autorin, für mich einer der besten und ich hoffe, dass noch viele solcher Bände folgen werden.
Hier noch einmal alle Bände auf eien Blick:
1. Die Nacht der Stachelschweine
2. Wie Krähen im Nebel
3. Die Löwin aus Cinque Terre
4. Wolfstod
5. Hundszeiten
6. Die Stunde der Zikaden
7. Nachtgefieder