Aus der Amazon.de-Redaktion
Als dieses Album 1992 erschien, befand sich Johann Hölzel gerade in einem der größten Tiefs seiner wechselhaften Karriere. Der Vorgänger, Data De Groove (1990), war bei Kritik und Publikum gnadenlos durchgefallen, auch sein peinliches Duett mit Brigitte Nielsen ("Body Next To Body") hatte den Falken viel Kredit gekostet. Für Nachtflug setzte der exzentrische Wiener deswegen auf bewährte Kräfte und holte das holländische Produzentenduo Rob und Ferdi Bolland zurück, mit denen er 1985 seinen größten Erfolg, "Amadeus", feierte. Nachtflug fiel wieder discolastiger aus, setzte mehr auf Beats denn auf Schmäh. Unterm Strich waren Songs wie "Dance Mephisto", "Skandal" oder "Psychos" nicht wirklich schlechter als das durchschnittliche Falco-Output, nur wollte in der Hochzeit des Grunge kaum jemand der hochglanzpolierten, mal zynischen, mal größenwahnsinnigen Extravaganz des größten österreichischen Popstars folgen. Die Songs aus dieser Platte gingen deshalb -- zum Teil ungerechtfertigterweise -- unter und finden sich, mit Ausnahme des Titelsongs, auch nicht auf den diversen Best-Of-Alben Falcos. --Wolfgang Hertel
Stereoplay
Musikalisch liegen sie Welten auseinander - und dennoch: Immer wenn die holländischen Mainstream-Produzenten Rob und Ferdi Bolland den Auftrag bekommen, dem Wiener Enfant terrible Falco ihren typischen Rhythmus und Sound aufzusatteln, kommt Hörenswertes dabei heraus. Nach zwei kommerziellen Flops mit anderen Produzenten wird Falco mit "Nachtflug" viele alte Freunde zurückgewinnen. Im typisch überheblichen österreichisch-amerikanischen Kauderwelsch rappt und stöhnt Falco seine Endzeitstimmungs-Lyrik: Wenn schon Untergang, dann aber bitte im Walzerschritt.
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NACHTFLUG