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Nachtfalter: Ein Fall für Kostas Charitos Taschenbuch – März 2003


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 560 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 15 (März 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257233531
  • ISBN-13: 978-3257233537
  • Originaltitel: Amyna Zonis
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,2 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 113.237 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

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"Gegen zwei Dinge im Leben habe ich eine unüberwindliche Abneigung. Gegen Rassismus und gegen Schwarze." Kommissar Kostas Charitos ist alles andere als eine strahlende Identifikationsfigur. Aber gerade die Ambivalenz seines Antihelden macht die Kriminalromane des griechischen Autors Petros Markaris zu einer äußerst reizvollen Lektüre.

Schon bei seinem ersten Auftritt in Hellas Channel bekannte sich der Polizist Charitos zu äußerst zweifelhaften Aktivitäten während der Militärdiktatur und zu einem ebenso ungebrochenen wie unreflektierten Antikommunismus. Dennoch mag der Leser Sympathie für diesen Durchschnittsmenschen empfinden, der sich in häuslichen Konflikten mit Ehefrau Adriani, beruflichen Auseinandersetzungen mit seinem Vorgesetzten Gikas und im Kampf gegen das Athener Verkehrschaos zu zerreiben scheint. Gerade aus diesen Dreifrontenkämpfen jedoch bezieht der Dickschädel Charitos seine Motivation. Großzügig Dienstanweisungen und familiäre Regeln missachtend wandelt er auf schmalem Grat, um schließlich doch seine eigenen Vorstellungen durchzusetzen. Dabei muss er kräftig von oben einstecken und keilt ebenso rustikal nach unten aus.

Die alte Geschichte: Zwei Verbrechen, die augenscheinlich nichts miteinander zu tun haben, können in Verbindung gebracht werden. Ein Erdrutsch auf einer griechischen Insel legt die Leiche eines Ermordeten frei, der als Christos Petroulias identifiziert wird. Petroulias amtierte als Schiedsrichter in der dritten Liga -- ansonsten sind seine Aktivitäten und Einkünfte unklar. In Athen wird der Nachtclubbesitzer Konstantinos Koustas vor einem seiner Etablissements erschossen. Koustas war gleichzeitig Besitzer des drittklassigen Fußballclubs Triton. Der Zufall und verbissene Nachforschungen bringen Charitos Klarheit über den Zusammenhang der beiden Gewalttaten, und er deckt die Strukturen einer genialen Geldwaschanlage auf. Als hohe Politik ins Spiel kommt, wird er von Kriminaldirektor Gikas zurückgepfiffen -- der Fall soll zu den Akten gelegt werden. Doch Charitos wäre nicht er selbst, würde er sich daran halten. Schließlich droht ihm die Suspendierung vom Dienst.

Große und intelligente Unterhaltung mit viel Humor -- Kommissar Charitos ist eine echte Bereicherung für das Genre. --Ulrich Deurer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Petros Markaris, geboren 1937 in Istanbul, studierte Volkswirtschaft, bevor er zu schreiben begann. Er ist Verfasser von Theaterstücken, Schöpfer einer beliebten griechischen Fernsehserie, Übersetzer von Brecht und vielen anderen deutschen Dramatikern, und er ist Co-Autor des Filmemachers Theo Angelopoulos. 'Hellas Channel' ist sein erster Roman. Petros Markaris lebt in Athen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von "baerwurz" am 20. Juli 2002
Format: Gebundene Ausgabe
Urlaub in Griechenland! Wer schwärmt nicht davon? Blaues Meer, heißer Sand, griechischer Wein, Kultur und Freiheit, mit der Seele baumeln.
Kommissar Charitos geht das alles so ziemlich auf die Nerven. Urlaub auf der Insel, wegen der knappen Reisekasse bei der Familie seiner Frau, wo zu allem Unglück nicht nur nervige Erwachsene, sondern noch lästigere Kinder den Lärmpegel in dem heruntergekommenen Wohnhaus zünftig hoch halten.
Erlösung von diesem Martyrium bringt ein Erdbeben, verbunden mit Dauerregen. Und als ein Erdrutsch auch noch eine Leiche zu Tage befördert, die gemäss dem kriminalistischen Auge des Kommissars keines natürlichen Todes unter die Erdmassen kam, ist der dringend benötigte Urlaub zum Vergessen.
Gemeinsam mit dem unbekannten Toten geht es mit der Fähre zurück nach Athen, wo nicht nur brütende Stadthitze und durch den Streik der Müllwagenfahrer sich türmende und stinkende Abfallberge den überarbeiteten Kriminalisten erwarten, sondern auch ein weiterer Mordfall.
Einen der Großen, die das Rotlichtmilieu bestimmen, hat vor seinem Nachtlokal ein Schütze mit vier Schüssen nieder gestreckt. Kommissar Charitos ermittelt. Aber je tiefer er in den Sumpf um den Halbweltdominator Koustas er eintaucht, um so brisanter wird die Situation rund um Korruption in der Politik, Manipulation in der lokalen Fußballliga und den familiären Verstrickungen.
Charitos wird dies alles zu viel. Das Herz will nicht mehr mit der stressigen Gangart mithalten und so wird der Zwangsaufenthalt in der Klinik unvermeidbar.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von F. Roman am 29. Mai 2007
Format: Taschenbuch
Ich habe das Buch parallel in Griechisch und Deutsch gelesen und muss sagen, die Übersetzung ist gelungen (manche Dinge lesen sich im Original natürlich viel charmanter, aber das bringt jede Übersetzung so mit sich)

Heutzutage ist Athen nicht mehr so verdreckt, wie Markaris es darstellt (die Olympiade hat viel zum Besseren verändert), aber der Verkehr ist hier nach wie vor schlimm und gestreikt wird auch immer wieder.

Besonders cool und gewagt fand ich den Schluss des Buches, doch verraten kann ich ihn hier nicht. jedenfalls hat es Markaris zu Recht auf den internationalen Buchmarkt geschafft. hier in Griechenland kennt ihn jeder.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 30. Juni 2005
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Der Held dises Buches ist ein Grieche, wie er tatsächlich nicht nur in Büchern steht. Eine faszinierende Figur. Ein sympathischer Rassist. Ein aufrechter Karrierist, der während des Obristenregimes an Folterungen beteiligt war und zu dessen engsten Freunden eines der damaligen Folteropfer gehört. Ein Kriecher, der im Interesse der Gerechtigkeit ohne Zögern auch hohen Herren ans Leder geht. Ein Chauvi, der sich täglich mit seiner Frau zankt, der er treu ergeben ist.
Der Plot ist diesmal etwas ausgefeilter als im Erstling Hellas Channel, aber das ist nicht die Hauptsache. Das Ganze spielt in einem bemerkenswert genau, liebvevoll und kritisch gezeichneten Griechenland.
Das blumige Griechisch wurde von der Übersetzerin in ein recht umständliches Deutsch übertragen. So klingen die Dialoge mitunter wie bei Courths-Mahler. Man sollte sich die Serie dennoch nicht entgehen lassen.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Frank Hirschmann am 2. November 2005
Format: Taschenbuch
Kostas Charitos ist ein rassistischer Macho. Dass man ihn trotzdem ganz sympathisch findet, mag zu denken geben, zeugt aber von der "guten Schreibe" von Petros Markaris. Charitos und seine ewig zeternde Ehefrau Adriani bilden einen heiteren Gegenpol zu den politisch so korrekten Brunettis. - Auch die Story ist spannend, manchmal vielleicht etwas langatmig, aber doch faszinierend. - Nur: Da wo Esmahan Aykol einen nach Istanbul hineinversetzt, wo Donna Leon Venedig in all seinen Farben schildert, da bleibt das Athen von Petros Markaris menschen- und seelenlos. Der Kommissar sitzt endlose Stunden im Auto, das einzige, was von Athen rüberkommt, sind die ewigen Staus. Zwar sind diese in der Tat prägend für die Stadt, aber es gibt auch dort Kneipen, Geschäften, Passanten, spielende Kinder, Touristen. All dies kommt nicht vor. Außer den irgendwie in den Fall verwickelten Personen, zeichnet Markaris keinerlei Menschen, und das hat Athen nicht verdient. - Trotzdem: Eine zweite Chance kriegt er, dafür war die Story einfach zu gut.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von "buechertrinker" am 29. April 2003
Format: Taschenbuch
Nachdem der Einstand mit „Hellas Channel" nach meiner Ansicht außerordentlich gut gelungen war, habe ich kürzlich auch den zweiten Band mit Kommissar Charitos beendet. Die Qualitäten, die den ersten Band ausgemacht haben, d.h. authentisch wirkende Figuren, eine spannende, sorgfältig aufgebaute Handlung mit überraschenden Wendungen, eine gute Prise Witz und Ironie und einen interessanten Einblick in die griechische Gesellschaft (Korruption, das allgemeine Athener Chaos, Ausländerproblematik und -feindlichkeit, ...) sind hier ebenfalls zu einen sehr guten Krimi verwoben worden. Im Vergleich mit dem ersten Band würde ich ihn ein wenig schwächer einschätzen, da der Handlungsbogen in diesem Band nicht so straff geführt wird. Der Autor verliert sich ab und zu ein wenig in Hintergrundinformationen oder Nebenhandlungen. Dafür war der Schluss für mich ziemlich überraschend (und gut). Insgesamt hält dieser Band einem Vergleich mit den guten Krimis von Henning Mankell oder Andrea Camilleri durchaus stand. Fazit: Diesen Krimi empfehle ich gerne weiter.
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