Autofahrt von Deutschland nach Frankreich, Cap Ferret. Der erste Zwischenstopp ein Casino, in dem Mark Cramer sein gesamtes Vermögen tollkühn aufs Spiel setzt und es mehr als verdoppelt. Seine Reaktion ist nüchtern, es scheint ihn nichts anzugehen.
Der Autor Cramer nimmt einen Auftrag seines Verlegers, die Biographie vom in die Jahre gekommenen Carl Fraikin, einem Schauspieler, zu schreiben in Empfang und lässt sich in dessen Villa aufnehmen. Von Beginn an sieht Cramer Fraikin als Marionette der eigenen alten Erinnerungen, ist angewidert von Idylle und Harmonie und die ihm geltende Sympathie unverständlich. Er erhält eine Vorladung auf das nächse Polizeipräsidium, da ihm im Rahmen der Ermittlungen zum Tod seines Verlegers Röder Fragen gestellt werden müssen'
Von der ersten Seite an ist der Leser Teil der emotionslosen, nüchternen Stimmung. Gemeinhin mit der Passage '"Schwarz ist da, sonst nichts" beschreibbar. Als Kriminalroman vermag dieses Buch ungewöhnlich anmuten. Zwar mordet der Protagonist und durchlebt Anspannung und Angst, ist verschwitzt, schlaflos, ist aber dennoch von der Abstraktion von Gefühlen geprägt. Lässt der Leser sich unmittelbar in diese Stimmung aufnehmen, wird die Geschichte langatmig, die Kulisse nur allzu konsturiert und alle anderen Personen zum Gedankenexperiment Cramers. Und damit zu seiner angeekelten Langeweile. Spannung und Ungeheuerlichkeit bleiben aus, nichts passiert, was nicht doch absehbar war, wenn auch nicht in jeglicher Hinsicht.
'"Ein beunruhigender Roman über einen Mann jenseits aller Gefühle ' ein Axthieb in einen gefrorenen See" schreiben die Lektoren. In der Tat tut nichts von dem weh oder erregt Abscheu, was Cramer macht. Aber Empathie erweckt er ebenso wenig.
Mit einem Schulterzucken legt man den Roman beiseite und fragt sich "Sollte denn das Eis gebrochen werden?"