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Nachteulen: Roman [Gebundene Ausgabe]

Chuck Klosterman , Adelheid Zöfel
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. April 2010

Irgendwo im Nirgendwo liegt Owl, und dort leben auch Menschen. Zum Beispiel Mitch. Er ist der gefragteste Football-Held seiner Schule und hat Sorge, verrückt zu werden. Oder Julia, Zugereiste und Lehrerin. Sie hat ein Alkoholproblem und ist in den Bison-Züchter des Ortes verliebt. Und dann ist da noch Horace. Er lebt seit 73 Jahren in diesem Kaff, trinkt viel Kaffee, denkt an seine verstorbene Frau und kennt die Wahrheit. Sie alle leben an diesem Ort, wo es weder Popkultur noch Kabel gibt. Und alle drehen sie sich um die eine Frage: Was heißt es, normal zu sein. Sie finden keine Antwort, aber das ist egal. Chuck Klosterman erzählt bissig, scharf und schwarzhumorig von einer Gemeinschaft, in der jeder Einzelene nur eins will: seine Sache so gut als möglich machen, um am Ende nichts zu bereuen.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: S. Fischer Verlag; Auflage: 1 (1. April 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100383125
  • ISBN-13: 978-3100383129
  • Originaltitel: Downtown Owl
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 480.433 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Vergleiche mit John Irving sind natürlich heikel, jetzt, da dessen neues Werk "Letzte Nacht in Twisted River" auf abertausenden Nachttischen liegt. Aber wahr ist es trotzdem: Chuck Klosterman legt mit "Nachteulen" einen Roman vor, der im positiven Sinne an alte Irving-Geschichten erinnert. Mit der jungen Lehrerin Julia, dem footballbegeisterten Schüler Mitch und dem einsamen Mittsiebziger Horace schickt der amerikanische Musikjournalist und Autor gleich drei Protagonisten ins Rennen um den komischsten und liebenswertesten Charakter seiner Story. Alle drei wohnen in dem Kaff Owl in North Dakota, wo "Kultur", "Lifestyle" und "Szene" Fremdwörter sind - hier ist das Leben schrecklich normal und unspektakulär. In kurzen Kapiteln begleitet Klosterman seine Antihelden und blickt abwechselnd über deren Schultern in ihren tristen Alltag. Was dabei an Irving erinnert, sind die eingeflochtenen Skurrilitäten und das Talent, den Leser mit Nichtigkeiten zu fesseln; verkorkste Beziehungen und alte Männer, die auf blutjunge Frauen stehen, geben zusätzliches Futter für den Vergleich. Was anders ist als beim Großmeister: Der 38-jährige Klosterman braucht nur 350 Seiten, um seine Geschichte zu erzählen, langatmig wird "Nachteulen" nie. Wer vor dem dicken Irving auf dem Nachttisch zurückschreckt, weiß, was zu tun ist: diesen kurzweiligen und leichtgewichtigen Außenseiterroman einfach vorziehen. (jul) -- kulturnews.de

Über den Autor

Chuck Klosterman ist Musikjournalist und Kultbuchautor. Er schreibt für das New York Times Magazine, Washington Post und die Musikzeitschrift Spin. Zuletzt ist von ihm ›Eine zu 85% wahre Geschichte‹ erschienen.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von U. Weiser
Format:Gebundene Ausgabe
Die landwirtschaftlich geprägte Kleinstadt Owl (850 Einwohner) im Bundesstaat North Dakota (halb so groß wie Deutschland, ca. 600.000 Einwohner) ist Handlungsort des Romans, der 1983-84 spielt: Hier leben Mitch, ein 16-jähriger Schüler, Julia, eine 23-jährige Lehrerin und Horace, ein 73-jähriger Rentner.
Mitch ist ein zurückhaltender Junge, der sowohl in der Football- als auch in der Basketballmannschaft der HighSchool spielt (im Gegensatz zum Klappentext ist er aber kein Football-"Held", sondern nur Auswechselspieler) und daher an der Quelle von Informationen über das Leben der Jugendlichen in Owl sitzt.
Horace trifft sich täglich um 15 Uhr mit seinen Freunden in einer Kneipe, um Kaffee zu trinken, zu reden und dabei Neuigkeiten zu besprechen und alte, mnachmal auch sehr alte Geschichten aus Owl und North Dakota wieder "aufzuwärmen". Die erst kürzlich an der HighSchool lehrende Julia findet schnell Kontakt zu den Bewohnern der Stadt, da sie quasi täglich eine der Bars (sie trinkt eindeitig zu viel) von Owl aufsucht und dabei eine Vielzahl von Personen aus Owl kennenlernt bzw. Geschichten über sie zu Ohren bekommt.

Im Wechselspiel dieser drei Hauptpersonen (das Buch ist in Tagebuch-Form, jedoch nicht in der Ich-Form geschrieben) werden nun diverse Anekdoten aus dem Leben der Bewohner von Owl geschildert. Manche beziehen sich auf das Leben der Hauptpersonenen, auf spezielle Ereignisse in Owl, aber auch regionalgeschichtliche Ereignisse in North Dakota finden Erwähnung. So erfährt der Leser von einem legendären Football-Spielzug des Owl-Quartberbacks Vance Druid, lernt den Steuersünder und Polizistenmörder Gordan Kahl kennen, bekommt indirekt erklärt, warum Bisons schwerer als Rinder zu halten sind.

Die eigentliche Handlung innerhalb des Romans ist zweitrangig, es passiert schlicht und einfach nicht viel im Leben von Mitch (der sich wie viele andere Jugendliche die Frage stellt, ob es jemals zum Kampf zweier HighSchool-Rabauken kommt und wie dieser Kampf wohl enden würde), Julia (die sich verliebt) und Horace (der die Wahrheit über seine verstorbene Frau kennt).

Als sich der Leser schon dem Ende des Buches nähert und sich zu fragen beginnt, ob Mitch den Kampf erleben wird, was aus Julias Liebe wird und was Horace noch bezüglich seiner toten Frau offenbart, fegt ein Schneesturm über Owl, der die 300 Seiten ländliche Idylle pulverisiert. Das Buch gewinnt dadurch noch einmal an unerwarteter Dynamik.

Fazit: Ein äußerst lesenswertes Buch mit vielen interessanten Anekdoten und humorvollen Dialogen über eine Gegend, in der nicht viel passiert, wo - getreu dem Klappentext - "aber trotzdem Menschen leben, und wo Menschen leben, ist immer auch was los".

P.S. Das Buch ähnelt in seinem Wesen und seiner Struktur dem Buch von David Frey "Strahlend schöner Morgen" über die Stadt Los Angeles. Während das eine mosaikartig über die Megacity mit ihren ca. 10 Mio. Einwohnern schreibt, indem es mehrere Personen begleitet (ein Obdachloser, ein Ausreißerpärchen, eine Einwanderin, ein Schauspieler), zeigt "Nachteulen" in vergleichbarer Form das Leben in einer amerikanischen Kleinstadt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterhaltsame Collage 2. April 2011
Von Andreas Schröter TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Ausgesprochen witzig, spannend und psychologisch genau beobachtet ist Chuck Klostermans Roman "Nachteulen".

Die Leser begleiten drei sehr unterschiedliche Figuren, sie sich im Roman nie begegnen. Ihre Gemeinsamkeiten: Sie wohnen alle in einem Kaff namens Owl irgendwo in den USA und sie geraten in einen Schneesturm von apokalyptischen Ausmaßen. Doch der - obgleich schon zu Beginn in einem fiktiven Zeitungsartikel angekündigt - tritt erst auf den letzten Seiten in Erscheinung und ist eigentlich für die Qualität des Buches nicht mehr entscheidend.

Wichtiger ist zuvor das ganz normale Leben der drei. Der Schüler Mitch ärgert sich über seinen Lehrer und hängt mit ein paar Gleichaltrigen rum, die Lehrerin Julia betrinkt sich jeden Abend und himmelt einen Bison-Züchter an, und der Rentner Horace trifft sich regelmäßig zum Kaffee trinken und Palavern mit seinen Freunden. Soweit, so unspektakulär. Doch mit leichter Hand gelingt Klosterman auf diese Weise ein Gesellschaftsportrait quer durch die Generationen sowie Charaktere, die man fast lieb gewinnt und die einen noch lange nach dem Lesen dieses Buches begleiten.

Der Roman ist wie eine Collage: Alle paar Seiten wechseln die handelnden Personen und wir tauchen abwechselnd in die Gedankenwelt der drei Hauptprotagonisten und erfahren etwas über ihre Geheimnisse, Sorgen und kleinen Erfolge. Das alles wirkt angenehm unangestrengt und trotzdem alles andere als oberflächlich. Sehr empfehlenswert.

Chuck Klosterman wurde 1972 in Minnesota geboren. Auf deutsch sind bisher seine Romane "Fargo Rock City" und "Eine zu 85% wahre Geschichte" erschienen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Eher ähnlich als verschieden" 28. April 2010
Von Esther TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Wo liegt Owl? - mit seinen rund 850 Einwohnern? In North Dakota USA.
Einen jungen Mann (Mitch - alias Vanna), einen alten Mann (Horace 73Jahre) und eine junge Lehrerin (Julia) am Beginn ihrer Karriere klemmt uns Chuck Klosterman ins Visier, um diese einige Tage im Leben zu begleiten - Tage im Tun, Handeln und Leben einer Kleinststadt. Alle Männer im Umland sind Farmer, hier aufgewachsen und nach dem College zurückgekehrt. Die Football Ergebnisse der örtlichen Schule und die Erinnerungen an jüngere Zeiten halten sie alle in Atem.
Doch nicht nur das: angeblich soll der Lehrer und Footlball Trainer eine Schülerin geschwängert haben - bereiten sich die Schüler auf die wohl kolossalste Schlägerei aller Zeiten vor (der größte gegen den wahnsinnigsten) - besäuft sich Julia chronisch (zuerst jedes Wochenende, dann) jeden Abend in einer der Stadtkneipen und begegnet dabei vielleicht der großen Liebe.

Sehr humorvoll und mit fröhlichem Sarkasmus startet dieser US-Kleinststadtroman sehr anregend durch! Alle tragen irgendwelche Spitznamen, deren Herkunft beschrieben wird, der Kult der 80er Jahre (Mode, Musik, Filme, ...) meldet sich zu Wort und die Diskussionen und Erinnerungen alter Männer beim Kaffee sorgen auch für den einen oder anderen Schmunzler.

"Julias Abende verliefen nicht immer genau gleich, aber sie waren eher ähnlich als verschieden" S78.

Nach dem ersten Drittel ähnelt sich alles und ähnelt sich alles und ... Saufereien in der Endlosschleife, Erörterungen über Football und ihre Helden, die immer gleichen Probleme ... das Leben als laufendes Wiederholen des immer wieder Gleichen - das hat Chuck Klosterman überdeutlich zur Schau gestellt. Zu sehr beschränken sich die Protagonisten auf ihre kleinen Probleme im Leben, lassen uns daran teilhaben ... und habe mich damit unbeschreiblich gelangweilt (sollte das Absicht sein, dann ist es dem Autor gelungen - Glückwunsch!).

Das Ende wirbelt die Story mit einem verheerenden Blizzard noch einmal auf. Leider kommt dieser Einschnitt für mich zu spät, um mich mit der Handlung im Ganzen zu versöhnen.

Keine schlechte Unterhaltung, flüssig, humorvoll und griffig - für mich zuviel Gleiches ohne wesentliche (Stimmungs-) Höhepunkte, daher 3 Sterne für flüssiges Mittelmaß.
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