Mitten im schwülheißen Juli von Florenz kommt eine alte Dame auf die Wache im Palazzo Pitti und zu Maresciallo Guarnaccia um ihm eine seltsame Geschichte zu erzählen. Sie fürchte sich sehr, da in ihrer Abwesenheit mehrmals jemand in ihrer Wohnung gewesen sei, allerdings ohne etwas zu stehlen. Außerdem habe sie einen Drohbrief erhalten: "Da wir nun wissen, wo Sie wohnen, werden wir Ihnen einen Besuch abstatten. Und dann haben Sie nichts zu lachen."
Der Maresciallo ist sich nicht sicher, was er von der Geschichte halten soll - ob nicht vielleicht nur eine einsame alte Frau versucht ein bisschen Aufmerksamkeit zu bekommen - verspricht aber Signora Hirsch sie in den nächsten Tagen kurz zu besuchen. Da er dann allerdings von seinem Chef Capitano Maestrangelo gebeten wird, ihn zu dem Kunstsammler Sir Christopher Wrothesly in die Villa L'Uliveto zu begleiten, vergisst er sein Versprechen erst einmal vollkommen.
Sir Christopher sitzt alt und krank in seinem weißen duftenden Nachtgarten und berichtet, dass zum wiederholten Male Bilder aus seiner Sammlung gestohlen worden sind. Als Guarnaccia sich dann wieder an die alte Signora Hirsch erinnert, findet er sie mit aufgeschlitzter Kehle in ihrer Wohnung ...
Der Roman "Nachtblüten" ("Some Bitter Taste" im Original) ist der mittlerweile zwölfte - spannende und humorvolle - Krimi von Magdalen Nabb, in dem der von Selbstzweifeln geplagte Florentiner Maresciallo Guarnaccia mit viel Menschenkenntnis und Beobachtungsgabe einen Fall löst, in dessen Zentrum ein wunderschönes Seerosen-Gemälde steht und ein altes lateinisches Zitat:
"Mitten aus dem Quell der Freude, steigt ein bitterer Geschmack auf, an dem wir ersticken, selbst im schönsten Blumenduft."