Judith Kriegers dritter Fall handelt von Zwangsprostitution, Gewalt gegen Frauen und natürlich Mord. Der Zugführer einer S-Bahn wird erstochen auf einem abgelegenen Rangierbahnhof gefunden, und bald wird auch die dem Bahnhof gegenüber liegende Pizzeria niedergebrannt, wobei ein weiteres Todesopfer und eine Schwerverletzte gefordert werden. Krieger und Korzilius ermitteln zusammen und doch gegeneinander. Die Spur führt in Frauenhäuser, ins Rotlichtmilieu, ins Künstlermilieu, zur Mafia.
Zu sehr lässt die Autorin, durch ihre Protagonistin Judith Krieger, den erhobenen Zeigefinger wackeln. Im Vordergrund steht klar ihr sozialkritisches Engagement, der Krimi leidet darunter. Judith Krieger setzt sich überwiegend mit ihrer feministischen Vergangenheit auseinander, statt im Team zu kooperieren. Die Klärung der Brandstiftung erscheint sehr konstruiert und nicht glaubwürdig. Trotzdem flüssig geschrieben und lesenswert.