Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Dritter Einsatz des KK II in Köln, 3. August 2009
Eine Nacht ohne Schatten ist rabenschwarz und wirkt auf die wenigsten Menschen beruhigend. Das scheint Gisa Klönne mit ihrem dritten Krimi um die Kommissarin Judith Krieger und deren Kollegen Manni Korzilius auch bewirken zu wollen. Sie kommt schnell zum Punkt und schürt die Spannung. Diesmal wird das Thema häusliche Gewalt und käufliche Liebe aufgegriffen. Gleich am Anfang wird die erste Leiche gefunden und das KK II hat wieder alle Hände voll zu tun. Noch ahnt niemand, welche Verstrickungen dieser sozial ungebundene S-Bahn-Fahrer mit sich bringt.
Empfehlenswert ist es diesmal, auch die vorherigen Fälle gelesen zu haben, damit die Charaktere mit all ihren Facetten besser einzuschätzen sind. Dieses Buch schließt ungefähr ein halbes Jahr nach dem zweiten Fall an. Die Tatorte werden nach gewohnter Manier bildhaft beschrieben, sodass sich diverse Gefühle von purer Angst bis diffuse Beklemmung beim Leser einstellen. Frau Klönne spielt mit den psychologischen Beweggründen ihrer Charaktere und bringt sie in eine logische Reihenfolge. Dieses Vorgehen sichert den Spannungsbogen und reißt den Leser nicht nur mit, sondern lässt ihn nach dem Ende auch nachdenklich zurück. Gerade bei den sonst eher verschwiegenen Themen werden alle Ecken beleuchtet. Die Kommissare sind keine Superhelden, die den Mord ganz nebenbei aufklären und sich dann von den Kollegen feiern lassen. Die Indizien lassen sich mehr oder weniger schwer zusammentragen und dem Leser bleibt ein Rätselvergnügen. Dass die Kommissare neben dem Job auch ein Privatleben haben, das sie oftmals den Einsätzen unterordnen müssen, wirkt authentisch. Das Buch verlangt allerdings vom Leser, dass er sich darauf einlässt. Wer oberflächlich über die Seiten fliegt, bringt sich um eine intelligente Analyse des Tathergangs. Ein vierter Fall Farben der Schuld" erscheint in Kürze.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ein(e) Krieger(in) in Hochform ???, 22. Juli 2009
Endlich ist er da, der langerwartete dritte Teil der Bücherreihe um das ungleiche Ermittlerpaar Judith Krieger und Manni Korzilius.
Das Themenspektrum, welches Autorin Gisa Klönne aufgreift, ist wahrlich keine leichte Kost: Frauenhandel, Prostitution, Mord und Brandstiftung.
Intelligent und sehr anschaulich verknüpft Klönne die Themen miteinander und entwirft eine spannende Geschichte.
Kriminalkommissarin Judith Krieger läuft zu Hochform auf und genau hier liegt auch so ein wenig der Knackpunkt der Geschichte. Während ihr Kollege Manni ein wenig im Hintergrund herumeiert und mehr mit seiner neuen Freundin beschäftigt ist, macht die Krieger einen auf starke Frau und versucht den komplexen Fall mal eben auf ihre Art und Weise zu lösen. Mir als Mann ging dabei das ganze emanzipatorische Drumherum und Judith Kriegers Alt-68er Denkweise, gehörig gegen den Strich. Vor allem verballert es meiner Ansicht nach die durchaus spannende Handlung, die immer wieder ins Stocken gerät, da ab und an der Zeigefinger erhoben wird um zu sagen: "Du du du - böse Männer gibts immer, Frauen sind lieb".
Die Krieger als starke Frau - das war in Teil eins und zwei eine prima Ergänzung zum Macho Manni. Doch in Teil drei wird das Ganze leider zu sehr auf die Spitze getrieben.
Hinzu kommt, dass die Motive, die zum Ende des Buches auf den Tisch kommen doch ein wenig weit her geholt sind.
Erst traben die Ermittler seitenlang auf der Stelle und kurz vor Schluss wird das komplexe Rätsel dann (meiner Ansicht nach) viel zu schnell und chaotisch gelöst. Vielleicht hätte man sich hier mehr Zeit nehmen können.
Positiv ist allerdings, dass die Entwicklung der Figuren eine logische Fortsetzung der Teile eins und zwei ist. Selbst bis hin zu den bekannten Nebenfiguren, wie Chef Millstädt oder Pathologe Karl-Heinz Müller ist diese Weiterentwicklung hervorragend gelungen. Auch der Krimistandort Köln, mit den teils realexistierenden Handlungsschauplätzen, wird von der Autorin gekonnt in Szene gesetzt.
Insgesamt ist Gisa Klönne auch mit "Nacht ohne Schatten" kein schlechtes Buch gelungen, für mich gab es aber zu viele Punkte die einer besseren Bewertung leider im Wege standen. Ich hoffe auf Teil vier. "Farben der Schuld" gibt's schon als Hardcover und die bisherigen Rezensionen lassen hoffen, dass "Nacht ohne Schatten" nur ein kleiner Ausrutscher nach unten war.
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21 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Russische Mädchenträume... Endstation Puff. - "Gewaltiger" Stoff für einen Kriminalroman., 12. Februar 2008
Ein toter S-Bahnfahrer. Erstochen. Von einem Täter keine verwertbare Spur. Am nächsten Tag, direkt in der Nähe dieses Tatortes, ein Brandanschlag auf eine Pizzeria. Ein weiterer Toter und ein halbtotes Mädchen - vermutlich vergewaltigt. Das Schicksal des Mädchens scheint Dreh- und Angelpunkt zu sein, denn weitere Zeugen oder gar Tatverdächtige sind zunächst nicht in Sicht!
Es ermitteln: Zwei Kommissare. Judith Krieger und Manni Korzilius. Und Ekaterina Petrowa, eine Rechtsmedizinerin- die, geprägt durch ihre Kindheit in Russland, auf den Solowetzkij-Inseln, eine ganz besondere Melancholie ausstrahlt und - soviel darf verraten werden - ein großes Stück zum Erfolg der Ermittlungen beiträgt.
Die beiden Ermittler driften in ihren Theorien was die vermutlich zusammenhängenden Morde angeht, unmöglich weit auseinander. Entsprechend frostiges Klima herrscht zwischen Judith und Manni. Wirkt ein wenig aufgesetzt, bis unverständlich, dass die beiden nicht an einem Strang ziehen. Soll jedoch so sein, wenn ich die Aussage richtig deute, denn Mann und Frau sehen das Thema Gewalt - auch wenn es weh tut das in einem Kiminalroman zu erfahren - aus unterschiedlichen Perspektiven.
Nebenbei: Sehr viel mehr oder weniger kaputtes bis kompliziertes Privatleben der Ermittler. Von hoher (politischer Brisanz - stellenweise trotzdem sehr enervierend - die Einsprengsel zum Thema Gewalt gegen Frauen.
Besonders blass, - leider: Judith Krieger, die auf mich verloren wirkende Protagonistin. (Nein. Ich kenne die beiden vorherigen Romane mit der Autorin nicht.) Ihre Resignation irgendwie verständlich, doch am Ende ...? Wie soll das denn alles noch enden?, denke ich immer und immer wieder. Vieles in dem Roman geht tief. Keine seichte Kost. Wer Kölner Kneipen Milieu oder Kölschen Klüngel erwartet wird hier nicht fündig.
Sauber hat Gisa Klönne diesen Kriminalroman recherchiert. Zäh empfand ich die Handlung bis mindestens zur Hälfte des Romans. Entschädigend, neben der Spannung die sich am Ende überschlägt, die Lebensgeschichte von Ekaterina. Beinahe fing ich an, an Schamanen zu glauben. Das ist das Besondere, das Schöne, an NACHT OHNE SCHATTEN:
Neben Mord, Gewalt, Mädchensklaverei, Prostitution, trostlosen Menschenschicksalen dieser melancholische, deplatziert wirkende, Paradiesvogel: Ekaterina. Eine Samin, deren verloren gegangene Welt, die Solowetzkij-Inseln, vor meinem geistigen Auge lebendig wurde...
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