Kurzbeschreibung
Die Begegnung von Philosophie und Psychoanalyse verläuft in der Regel nicht gerade glücklich. Philosophen kaprizieren sich meist darauf, unreflektierte Voraussetzungen psychoanalytischer Begriffsbildung zu monieren. Psychoanalytiker hingegen widerstehen häufig nicht der Versuchung, die Philosophie zu psychoanalysieren. Für Slavoj Zizek sind beide Vereinnahmungen nur sichere Wege, eine aufschlußreiche Gegenlektüre gerade zu verhindern. Seine Interpretationen Kants, Fichtes, Schellings und Hegels gehen im Gegenteil darauf hinaus, innerhalb des philosophischen Diskurses ein "Unbewußtes" auszumachen: Ein "Unbewußtes", das in den philosophischen Begründungsfiguren idealistischer Theorien des Selbstbewußtseins mit Nachdruck herausgearbeitet wird. Es ist ein mit Lacan gelesener Freud, der die Aufmerksamkeit dafür schärft. Doch ebenso gilt umgekehrt: Es sind die philosophischen Texte, die zentrale Züge von Lacans Theorie erhellen. Eine Begegnung, die durch pointiert interpretierte Beispiele aus der Populärkultur noch an Reiz gewinnt.
Autorenporträt
Slavoj Zizek, 1949 in Ljubljana geboren, Psychoanalytiker und Professor für Philosophie, rief schon früh eine Gruppe von Theoretikern ins Leben, die ihr Denken an den Thesen von Jacques Lacan schärfte. Die slowenische Lacan-Schule war ein geistiges Widerstandsnest im orthodoxen Ex-Jugoslawien, und Slavoj Zizek ging als global operierender Philosophie-Entertainer daraus hervor. Zahlreiche Publikationen (u.a. Die Grimassen des Realen, Die Metastasen des Genießens, Das Unbehagen im Subjekt, Plädoyer für die Intoleranz) machten ihn international bekannt. 1999 erschien bei Volk & Welt Liebe deinen Nächsten? Nein, danke!