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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
30 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Flacher Krimi aber viel Spaß für's Herz,
Von
Rezension bezieht sich auf: Nacht der Stachelschweine. Laura Gottbergs erster Fall (Gebundene Ausgabe)
An einem schlechten Buch lese ich i.a. recht lange - an "Nacht der Stachelschweine" las ich nur zwei Abende. Die beiden Helden Komissarin Gottberg und Commissario Guerrini fand ich durchaus glaubhaft. Es war für mich ein schönes Lesevergnügen, das Wachsen der Sympathien der beiden zueinander zu verfolgen. Am Schluß blieb ich zurück, mir ausmalend, wie es mit den beiden wohl weitergeht...?Lust auf Urlaub habe ich auch bekommen, Siena, Florenz... Die Toskana ist malerisch geschildert, man kann das Land beim Lesen vor sich sehen. Der Krimi, der den "roten Faden" stellt, erschien mir leider etwas flach, zum Teil erschienen mir die Figuren etwas unglaubwürdig. Die Figur der Therapeutin Katharina Sternberg hingegen gefiel mir gut, des weiteren auch "Kollege Baumann", Lauras Kinder Luca und Sofia sowie "Papa Gottberg", herrlich. Auch die Gestalt des Pathologen in Siena war für mich originell. Zurück zum Krimi - das Geständnis war mir leider etwas unverständlich (ich glaube, als Mörder hätte ich an dieser Stelle nicht gestanden!), daher gibt es keine fünf Sternchen. Ich werde mir aber gern das nächste Buch der Autorin holen, um zu schauen, wie es weitergeht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Toskana, Therapie und Tod,
Von
Rezension bezieht sich auf: Nacht der Stachelschweine. Laura Gottbergs erster Fall (Gebundene Ausgabe)
Aus diesen Elementen mixt Felicitas Mayall einen ungewöhnlichen Krimi. Im Zentrum steht ein Milieu, über das es viele Ansichten gibt und etwas weniger Kenntnisse. „Muss man erlebt haben, sonst kann man nicht urteilen!" „Nicht für tausend Euro würde ich mir das antun, so einen Psycholaberquatsch!" Über den Nutzen von Selbsterfahrungsgruppen gehen die Meinungen auseinander. Wie schreibt man einen Roman zum Thema? Einfach wäre es, eine Gruppe von Esoterikspinnern samt durchgeknalltem Energietherapeuten zur Selbsterfahrung- wohin auch sonst? - in die Toskana zu schicken. Eine unerschöpfliche Quelle allerköstlichsten Schenkelklopfhumors. Schwieriger schon, statt bourgeoise Erwartungen zu erfüllen, eine Gruppe darzustellen, wie sie tatsächlich sein könnte: mit sanftmütigen und etwas aggressiveren Teilnehmern. Mit einer Therapeutin, die ihre Arbeit liebt und die sie zugleich verflucht. Mit Momenten, in denen die künstliche Situation echte Gefühle ermöglicht, und solchen, in denen sie die Neurosen füttert- bei denen vor allem, die eine Bühne brauchen für ihre Selbstdarstellung. Geschähe in einer solchen Gruppe ein Mord und gerieten die Teilnehmer unter Verdacht, dann bräuchte es eine talentierte Autorin, um die absehbaren Krisen so zu schildern, dass die Akteure Menschen blieben statt Zielscheiben zu werden für billige Häme. Felicitas Mayall ist diese Autorin. In ihrem ersten Roman, „Nacht der Stachelschweine", stößt die italienische Polizei, in Gestalt des Commissario Angelo Guerrini („kriegerischer Engel"), an ihre Sprach- und Empathiegrenzen. Hilfe kommt aus München: Kommissarin Laura Gottberg, genervt von diversen Männern- Chef, Vater, Exmann- ist nicht unglücklich, dass sie ins Land ihrer Mutter geschickt wird. Sie, die ebenfalls therapieerfahrene, ist es, aus deren kritisch-einfühlender Sicht wir die Therapiegruppe zuvorderst erleben; zudem erblicken wir sie durch die Augen der Gruppenleiterin, der Landbevölkerung, der italienischen Polizisten. Das Bild wird plastisch, changierend zwischen Grausen und Faszination. In diesem Roman ist die Liebe nicht weniger wichtig als der Tod. Man kennt das: Sex sells, deshalb wird dem Helden mit einigen routinierten Zeilen eine nymphomane Blondine ins Bett gelegt, oder die Heldin trifft den geheimnisumwitterten Mann mit dem markanten Aftershave. Hier nicht. Die Liebesgeschichte überzeugt, weil sie den Raum hat, sich zu entfalten. Laura Gottberg strotzt nicht vor Originalität und interessanten Macken wie ihr polyneurotischer Münchener Kollege Tabor Süden (in den Romanen von Friedrich Ani); dafür ist sie sympathischer und verführt den Leser zu der Form von Intensividentifikation, die den nicht Germanistik oder Literaturgeschichte studiert habenden Leser zum Lesesüchtigen macht. Hervorheben will ich die Passagen, die das innere Erleben eines geistig Behinderten schildern: in dieser Weise sich einzufinden in eine fremde Vorstellungswelt- das gelingt nicht so vielen. Der Stil ist ungekünstelt und leicht, an keiner Stelle hört man das Knarren der Mechanik. Manche Sätze scheinen sanft zu schimmern: „Irgendwann begann Giuseppe wieder zu singen. Laura und Guerrini sangen mit ihm. Warmer Wind bewegte die Zweige des Olivenbaums, und Laura wünschte, dass sie für immer auf diesem Hügel bleiben könnte, frei, singend, und ein klein wenig betrunken." Nicht alles ist perfekt: die mühsam konstruierte Verbindung zweier Fälle überzeugt nicht. Das hätte man lassen können. Warum sollten es die Ermittler nicht mit zwei oder mehr getrennten Fällen zu tun haben? Der Spannung schadet es nicht, das sieht man zum Beispiel bei Robert van Gulik oder Sjöwahl/ Wahlöö. Zuviel Lob? Ich denke nicht. Dieser Roman ist ein gutes Beispiel für eine Entwicklung: seit ein paar Jahren gibt es in diesem Land tatsächlich Menschen, die Krimis schreiben können! Doch, wirklich! Wenn man gewisse internationale Bestseller dagegen hält, etwa die letzten zwei oder drei Mankells oder die blaublütig-anämischen Elaborate einer Martha Grimes, wird schlagend deutlich, dass sich die deutsche Kriminalliteratur nicht mehr verstecken muss! Bleibt zu hoffen, dass die Leser es bemerken. In den Bestsellerlisten sind es immer noch die Übersetzungen, die ganz oben stehen. Noch. Hat viel zu tun mit Reklame, mit Vorurteilen wohl auch, wenig mit Können. Wer die Behauptung überprüfen will: Mayall macht Werbung für den deutschen Krimi. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
schlappe Lösung,
Von B.B. (Wuppertal) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Nacht der Stachelschweine: Laura Gottbergs erster Fall (Taschenbuch)
Der Krimi ist spannend, schnell erschließen sich dem Leser Figuren und Zusammenhänge, die Autorin fügt ihre Szenen in gelungenen Reihen aneinander, man mag wirklich nicht aufhören mit dem Lesen. Schwieriger, weil irgendwie klinisch, fand ich die sich anbahnende Liebesbeziehung. Italienischer Kommissar und deutsche Kommissarin treffen sich, beide sind sofort vom anderen eingenommen. Soweit, so gut. Doch irgendwie blieb die Anziehung für mich nicht nachvollziehbar, die Szenen zwischen Laura und Angelo wirkten fast hölzern, jedenfalls nicht so geschmeidig und lebensnah, wie sonst die Settings und Dialoge. Das alles wirkte wie ein Fremdkörper im Krimi auf mich, war aber nicht wirklich störend. Was aber wirklich ärgerlich war und auf jeden Fall den einen abgezogenen Stern rechtfertigt, ist die vollkommen fantasielose, an den Haaren herbeigezogene Auflösung des falls. Da gibt die Autorin sich solche Mühe mit all ihren Verdächtigen und am Schluss entscheidet sie sich für eine Allerweltslösung, dazu noch schlecht motiviert.Stil und Konstruktion des Falls haben mich neugierig auf die weiteren Folgen gemacht, aber die schlappe Lösung lässt mich zögern. Knappe vier Sterne. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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