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28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
gleichermaßen erschreckend wie fesselnd, 6. März 2003
Von Ein Kunde
Die unmittelbare Situation der Menschen im Getto ist es, die uns Edgar Hilsenrath in diesem Buch vor Augen führt. Er beschreibt in diesem Buch die andauernden Sorge um einen Bissen zu Essen, einen trockenen Schlafplatz und den letzten Rest von Würde so intensiv, wie ich es nirgendwo sonst gelesen habe. Dabei bleibt er in der Sprache auffallend sachlich. Nüchtern und emotionlos beschreibt er wahre Begebenheiten, die gerade durch diese besondere Erzählweise ihre Wirkung beim Leser in einer Weise entfalten, welche die Tränen in die Augen schießen und gleichzeitig die Hände das Buch umkrallen lässt. Hilsenrath verzichtet auf den erhobenen Zeigefinger und vertraut statt dessen auf das Einfühlungsvermögen des Lesers. Ein fesselndes und prägendes Leseerlebnis.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Toten vergeben den Hungrigen, und sie vergeben den Verzweifelten, 8. August 2007
Nach wenigen Sätzen bleibt einem bei der Lektüre der Mund offen stehen. Wer sich auf diesen Roman einläst, sollte sich vorher ein dickes Fell zulegen. Er wird einen Juden namens Ranek durch 3 lange Jahre in einem Ghetto begleiten. Und in vielen Momenten mit diesem Buch wird er mit wachsendem Entsetzen in eine Hölle abtauchen.
Ranek "existiert" mit zigtausend anderen Juden in dieser Hölle. Es geht um Leben und Tod, zum Beispiel darum, ob ein gerade geborenes Kind umgebracht werden soll. Denn womöglich wird es nicht ernährt werden können. Werte gehen gänzlich verloren. Skrupel sind verhängnisvoll.
Hilsenrath tut alles, um nicht in die Schublade eines Gutmenschen-Autors zu landen. Er appelliert nicht an unser Mitleid. Seine Dialoge sind wortkarg. Umso erstaunlicher, dass Hilsenrath seine Protagonisten nicht gänzlich verloren gibt: Als der Leser nach endlos erschütterten Szenen keine Hoffnung mehr hat, taucht zumindest ein Lichtblick auf.
Es fällt schwer, die richtigen Worte nach dem Lesen des Buches zu finden. Auch wenn es banal klingt, vielleicht soviel: Ich weiß meine täglichen Mahlzeiten wesentlich mehr zu schätzen und viel, viel öfter das Leben zu genießen
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Very simple: Ein sehr gutes Buch, 19. Mai 2000
Von Ein Kunde
Das Edgar Hilsenrath ein außergewöhnlicher Schriftsteller ist, ist jedem klar, der "der Nazi und der Friseur" gelesen hat... Aber "die Nacht" ist im Gegensatz dazu sehr verschieden. Hilsenrath erzählt die Geschichte der Menschen im jüdischen Ghetto einer ukrainischen Stadt. Sehr ungeschminkt wird man zum Beobachter - mal mehr objektiv - mal mehr subjektiv aus der Sicht einiger "Hauptpersonen", wodurch das Buch meiner bescheidenen Meinung nach (...) einen ganz eigenen Stil bekommmt. Das Buch schafft es, einem die Lebensumstände nahezubringen, ein Stück weit zu ermöglichen, daß man dabeigewesen ist - vor allem auch gefühlsmäßig - Geschichte anhand dessen zu erzählen, was sie ausmacht, nämlich der Einzelschicksale der Menschen. Aber was das Buch gleichzeitig so erschreckend und faszienierend macht, ist die Art und Weise, wie einem vor Augen geführt wird, wie Menschen unter solchen Umständen leben - na ja mehr oder weniger leben. Wie "tierisch" sich jemand verhält, der vor Hunger kaum noch denken kann, und wie sehr man abstumpft gegenüber den Dingen, die zumindest mir schon beim Lesen eine Gänsehaut den Rücken hinunterjagt haben. Ich habe über lange Strecken des Buches geheult, weil ich es so depressiv fand, aber das ändert nichts daran, daß es sehr gut ist. Außerdem ist die Grundaussage ja auch positiv, denn die einzige näher beleuchtete Person, die ihre Menschlichkeit behält (das will ich jetzt nicht vorwegnehmen, selber lesen!), ist auch die, die am Schluß überlebt - in mehrfacher Hinsicht. Will sagen das Buch bietet einen guten Ausgleich trotz des schockierenden Inhalts und hat meiner Meinung nach einen hervorragenden sprachlichen Stil, der wie immer bei Hilsenrath bewundernswert die Geschichte einrahmt, die erzählt wird. Na wer will denn jetzt noch mehr hören: SELBST LESEN! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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