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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
können Worte töten?,
Von Thorsten Wiedau (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Nacht des Orakels. 5 CDs (Audio CD)
Können Worte töten? Ist die Feder tatsächlich machtvoller als das Schwert? Haben Schriftsteller außerordentliche Kräfte? Insbesondere wenn sie in kleine blaue, portugiesische Notizbücher schreiben? Paul Auster hat ein Drama zu Papier gebracht, welches hier mit düsterer Stimme zu hören ist. Die Hör-CD die „Nacht des Orakels" von Paul Auster, bravourös gelesen von Jan Josef Liefers bringt eine fast schon erschreckende und dramatische Geschichte zu Gehör. Der Protagonist der Geschichte ist ein Autor, welcher kürzlich von schwerer Krankheit genesen ist und doch immer noch an seinem Leiden, seiner Schwäche und seinem Unvermögen trägt, wieder zu schreiben. Eine schwierige Beziehung tut ihr übriges und 36.000 $ unbezahlte Arztrechnungen machen das Leben auch nicht einfacher. Es ist schwierig die Stimmung der Geschichte auf der Hör-CD des Audio Verlages gut zu beschreiben, doch ich will es versuchen: für mich ist die Geschichte ein düsteres Drama, eine schreckliche Geschichte mit unschönen Ausläufern, die es mir schwierig erscheinen lassen, diese Hör-CD öfters zu hören. Die Umsetzung der Spannung ist wunderbar durch die Auswahl von Jan Josef Liefers als Sprecher gelungen und er liest diesen Roman so, daß tatsächlich dieser Horror immer wieder fast sichtbar wird. Diese Hör-CD ist nicht zur Entspannung geeignet, bestenfalls für wahre Paul Auster Fans oder für die, welche Dramas und Schicksalsschläge schätzen und die Geschichte nicht allzu nah an sich herankommen lassen. Eine Lesung voller Düsternis. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Roman in einem Roman in einem Roman,
Rezension bezieht sich auf: Nacht des Orakels. 5 CDs (Audio CD)
Paul Auster hat mit „Nacht des Orakels“ einen Roman vorgelegt, dessen Protagonist ein Buch schreibt, in dem ein Manuskript eine wichtige Rolle für einen Lektor spielt. Man hält mit Austers Roman beziehungsweise dem Hörbuch also ein Buch in der Hand, das von einem Buch handelt, das von einem Buch handelt. Dies muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen – Anhänger von Paul Auster wird die Verschlungenheit des Geschehens nicht irritieren, man erwartet schließlich nichts anderes vom "Zeremonienmeister des Zufalls", wie der US-Amerikaner von Kritikern genannt wurde. Die Geschichte spielt auf mehreren miteinander verknüpften erzählerischen Ebenen und fordert daher ein hohes Maß an Konzentration vom Leser. Dennoch gerät der Autor kein einziges Mal ins Stocken. Auster beschreibt die Geschichte von Sidney Orr ebenso ausführlich und lebendig wie die der Romanfigur Nick Bowen, außerdem gewährt er Einblicke in die Handlung von „Nacht des Orakels“. Bei der hier rezensierten Fassung handelt es sich um ein Hörbuch aus dem Audio Verlag. Es umfasst fünf CDs mit einer Gesamtlaufzeit von 362 Minuten. Die fünf CDs sind in einem schicken Pappschuber untergebracht, jede in einer eigenen Papierhülle, dazu gibt es noch ein Booklet. Die Lesung ist ungekürzt, jedoch fehlen die zahlreichen Fußnoten, die im Roman nicht bloß kurze Notizen sind, sondern ganze Seiten füllen - hier fehlt also streng genommen doch eine ganze Menge. Die Handlung bleibt durch diese Kürzung dennoch heil und vollständig, es fehlen allenfalls Hintergrundinformationen und Seitenstränge der Erzählung. Gelesen wird der Roman von Jan Josef Liefers. Der deutsche Schauspieler und Regisseur, bekannt aus Filmen wie „Sieben Monde“ oder „Knockin'on Heaven's Door“ liest schlicht und ergreifend gut, ohne Schnörkel und Eskapaden. Dies tut der Lesung ausgesprochen gut, weil man sich als Zuhörer ganz auf die Handlung konzentrieren kann. Ein exaltierter Vorleser hätte hier eindeutig zu stark abgelenkt, Liefers’ angenehmer Stimme hingegen lauscht man gerne. Paul Auster, der sich mit Titeln wie „Im Land der letzten Dinge“, „Die New York-Trilogie“, „Timbuktu“ oder „Das Buch der Illusionen“ einen internationalen Ruf als Meister der genialen, aber ebenso verstörenden und teils surrealistischen Geschichten erworben hat, ist zweifellos ein meisterhafter Erzähler. Was genau an „Nacht des Orakels“ so sehr zu fesseln vermag, kann man kaum in Worte fassen. Die Handlung ist an und für sich eher wenig aufregend und keinesfalls spektakulär. Dennoch folgt man als Leser Austers Geschichte brav vom ersten bis zum letzten Wort, hängt voller Neugier an seinen Lippen und gerät beim Zuhören in einen starken Sog – weil die hier erzählten Begebenheiten sehr interessant sind, voller Wendungen und Zufälle und erfüllt von einem schwachen, aber beharrlichen Gefühl der Irritation und der Verwunderung. Nicht alle losen Enden, die Auster beginnt, führt er auch konsequent zu Ende, doch dies macht nur einen weiteren Reiz des Buches aus und regt zum Nachdenken an. Sprachlich ist Paul Auster unbestritten ein ganz ausgezeichneter Autor mit einem angenehm sachlichen Stil, der trotz der relativen Schwere des Stoffs nie langweilig oder sperrig wird. Vorsichtig würde ich sagen, dass Auster eher ein Autor für Vielleser ist, mit dem nicht jeder etwas anfangen kann, einfach weil seine Geschichten nicht einfach zu verstehen und meistens voller rätselhafter Andeutungen sind. Auster sprengt einfach jeden Rahmen, lässt sich keinem Genre zuordnen, am ehesten noch dem der Detektivgeschichte. Die rätselhaften Ereignisse in seinen Romanen – wie auch in „Nacht des Orakels“ sind stets mehr, als sie zu sein scheinen: Analyse der eigenen Existenz und Suche nach der menschlichen Identität. Fazit: „Nacht des Orakels“ ist eine Geschichte, in der Paul Auster wie so oft einzelne Geschichten miteinander verspinnt. Für einen Auster-Roman ist dieses Werk ungewohnt kurz, so dass die gesamte Geschichte in knapp sechs Stunden erzählt ist. Sicherlich nicht Paul Austers bestes Werk, jedoch auf jeden Fall ein fesselndes Hörbuch, souverän gelesen von Jan Josef Liefers. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Drei Sterne für Jan Josef Liefers,
Von CrazyTabasco "Scharf ist relativ!" (Tabasco Lake City) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Nacht des Orakels. 5 CDs (Audio CD)
»Ein wirklich gelungener Anfang!«, dachte ich mir als ich den ersten Kapiteln dieses Hörbuches lauschte. Unvergleichlich gut vorgetragen von Jan Josef Liefers, läßt die Story doch in einige verwirrende Charaktere blicken. Leider hält das nicht wirklich an, denn irgendwann vermutet man schlicht, dass dem Autor die Ideen ausgegangen sind und sich dann kurzerhand umorientiert hat. Das gibt den Worten »Können Worte töten?« doch gleich einen neuen Gedankenstoß, denn dem Autor um den es in dieser Geschichte geht hat dasselbe Problem. Überzeugen konnte mich diese Story nicht, obwohl sie Potential für einiges mehr gehabt hätte. Andererseits könnte man nun auch vermuten, dass ich die Geschichte nicht verstanden habe...
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