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Die Nacht von Lissabon
 
 
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Die Nacht von Lissabon [Taschenbuch]

Erich Maria Remarque
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 330 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462027220
  • ISBN-13: 978-3462027228
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,4 x 1,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 8.493 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Erich Maria Remarque
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Produktbeschreibungen

Autorenporträt

Erich Maria Remarque, 1898 in Osnabrück geboren, besuchte das katholische Lehrerseminar. 1916 als Soldat eingezogen, wurde er nach dem Krieg zunächst Aushilfslehrer, später Gelegenheitsarbeiter, schließlich Redakteur in Hannover und Berlin. 1932 verließ Remarque Deutschland und lebte zunächst im Tessin/Schweiz. Seine Bücher "Im Westen nichts Neues" und "Der Weg zurück" wurden 1933 von den Nazis verbrannt, er selber wurde 1938 ausgebürgert. Ab 1941 lebte Remarque offiziell in den Usa und erlangte 1947 die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1970 starb er in seiner Wahlheimat Tessin.

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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Große Literatur 28. Februar 2006
Von Oscar
Format:Taschenbuch
Eine Nacht, in der sich zwei Flüchtende in einer Stadt am Ende Europas treffen und kennenlernen: Der Leser, die Leserin weiß nicht, was am Ende der Nacht auf sie wartet: Resignation und Niederlage, die rettende Flucht nach Amerika oder Widerstand. Eine Geschichte wird erzählt: Mehrere gar nicht so politische Menschen lehnen sich gegen die Barbarei der Nazis auf und werden dabei, obwohl sie immer wieder ihr Leben für einander riskieren, doch auch aneinander schuldig. (Fast) Jeder kann sich in ihnen wiederfinden. Durch die dopplelte Ich Perspektive erschafft Remarque zusätzliche Schärfe. Wie in seinen anderen großen Romanen verknüpft er eine tiefsinnige Schilderung einzelner Charaktere mit dem damilgen Zeitgeschehen. Spannend bis zur letzten Seite.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Die Handlung dieses erstmals 1929 erschienenen Romans erstreckt sich von 1939 bis zum Jahre 1942, also mitten in den Wirren des Zweiten Weltkrieges. Hauptpersonen sind ein Ich-Erzähler, dessen Namen wir nicht erfahren, der eine Frau namens Ruth hat, Josef Schwarz und seine Frau Helen Baumann. Sie sind alle deutsche Emigranten und ihre einzige Rettung vor dem Nazi-Regime wäre eine Ausreise per Schiff nach Amerika. Der Unbekannte trifft mit Josef Schwarz nachts am Hafen von Lissabon zusammen. Beide sind sich fremd, der anonyme Ich-Erzähler hat weder Geld noch Visum, um zu emigrieren. Jedoch Schwarz bietet ihm zwei Schiffskarten, amerikanische Visa und Ausweise an, geschenkt, nur unter der Bedingung, ihm sein Emigrantenschicksal, seine Lebensgeschichte in dieser Nacht erzählen zu dürfen. Schwarz ist nicht sein richtiger Name, sondern der von einem gefälschten Ausweis, den er von dem Österreicher Josef Schwarz vererbt bekam, als dieser verstarb. Dieser zweite Schwarz befindet sich zu diesem Zeitpunkt gerade in Paris, wo der gültige Ausweis ihn auf die Idee bringt, seine Frau Helen in Osnabrück zu besuchen. Helen beschließt mit ihrem Mann aus Deutschland wegzugehen, sie wollen von der Küste Portugals aus Amerika erreichen. Auf Umwegen und mit vielen leidvollen Erfahrungen schaffen sie es schließlich bis Portugal. Sie halten sich u.a. in Askona auf, wo sie ihre Liebe zueinander neu entdecken, in Paris, wo sie verhaftet werden und in getrennte Lager kommen. Doch sie schlagen sich mit List, Klauen und Gelegenheitsjobs durch, mit der ständigen Hoffnung auf ein neues gemeinsames Leben und natürlich mit einer gehörigen Portion Glück, z.B. an amerikanische Visa durch einen flüchtigen Bekannten zu kommen. Aus Ausweglosigkeit bringt Schwarz sogar Helens Bruder, Nazi-Obersturmbannführer Georg Jürgens, mit einer Rasierklinge um, der ihn bereits in Deutschland in ein Konzentrationslager gebracht hat. Helen geht es auf einmal gesundheitlich schlechter, sie hat Krebs, möchte es aber verheimlichen. Kurz bevor das Schiff nach Amerika auslaufen wird, bringt sich Helen mit Gift um. Schwarz vermutet, sie habe nicht nach Amerika mitkommen wollen und deshalb Selbstmord begangen, der unbekannte Zuhörer aber erklärt, sie habe für Schwarz bis zum Ende aus Liebe ausgehalten, als sie ihn gerettet wusste, hat sie losgelassen. Josef Schwarz hat die Geschichte weitererzählt, um eine Erklärung auf Helens Reaktion zu erhalten und damit seine Lebensgeschichte in anderen Personen unverfälscht weiterleben kann, während er sie, seiner Meinung nach, vergessen wird. Schwarz will jetzt in die Fremdenlegion gehen, da er ohne Helen in Amerika keine Zukunft mehr sieht. Er will dafür einem anderem Paar die Möglichkeit geben, ein neues Leben anzufangen, indem er die Karten verschenkt. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Er ist eine Geschichte über Exil, Faschismus, Liebe und Tod. Hier wird an den Romanfiguren deutlich gemacht, wie wertlos der Mensch als Individuum im Nationalsozialismus geworden ist. Ein gültiger Pass, wenn auch gefälscht, stellt für Emigranten eine einzige Überlebenschance dar. „Der Mensch war um diese Zeit nichts mehr; ein gültiger Paß alles" (S. 6). Gleichzeitig ist in den Schilderungen der Nazi-Grausamkeiten die rührende Geschichte einer großen Liebe eingebaut. Erich Maria Remarque gibt in „Die Nacht von Lissabon" seine eigenen Erfahrungen mit dem Nazi- und Emigrantenmilieu wieder. Deshalb ist sein Roman realitätsnah geschildert und recht gut nachvollziehbar. Sein Werk konnte so nicht nur in früheren Jahren zahlreiche Verkaufserfolge verzeichnen, sondern ist auch heute noch ein gern gelesenes Buch.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ½ TOP 50 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Lissabon im Jahre 1942. Ein Passagierdampfer, der eine Arche ist. Ein namenloser Ich-Erzähler steht nachts am Kai und beobachtet dieses Schiff, das denen Rettung verspricht, die über ein Visa sowie das notwendige Fahrgeld verfügen. Ein Mann nähert sich, der ihm zwei Fahrkarten unter der Bedingung anbietet, dass sie diese eine Nacht zusammen verbringen. Seine Frau ist gestorben und er will seine Geschichte jemandem erzählen.

Die Geschichte des Mannes, der sich Schwarz nennt. Es ist nicht sein richtiger Name. Er hat ihn im Frühjahr 1939 von einem Österreicher erhalten, einem anderen Emigranten, der ihm seinen Pass und wertvolle Zeichnungen hinterlassen hat. Der Verkauf von zwei Bildern gibt ihm die finanziellen Mittel, die neue Identität gibt ihm ein neues Lebensgefühl und somit die Möglichkeit sein Verhalten zu ändern. Schwarz wagt sich nach fünf Jahren im Exil nach Osnabrück zurück, um seine Frau zu sehen. Warum er sie sehen will? Er will es ihr nicht erklären, sagt er habe es vergessen. Sie aber weiß genau, dass sie mit ihm gehen will. Die Beiden treffen sich in Zürich wieder, gehen ins Tessin nach Ronco/Ascona, weiter nach Paris, werden interniert, entkommen, um irgendwann in Lissabon einzutreffen. Der größte Teil des Buches handelt von dieser Zeit im Exil. Gejagt von dem Bruder seiner Frau, derselbe, der ihn einst denunziert hat, ein überzeugter Anhänger des deutschen Regimes.

Es gibt eine ganze Reihe von Übereinstimmungen mit dem realen Leben von Erich Maria Remarque. Das Geburtsdatum im Pass von Josef Schwarz: der 22. Juni 1898. Die Heimatstadt Osnabrück. Auch Remarque hat Deutschland 1933 verlassen, lebte in der Schweiz (Ronco/Ascona) und in Frankreich, später dann in Amerika. Das Leben Remarques war aber sicher einfacher. Ein bekannter Name und sein Vermögen haben ihm geholfen Hürden zu nehmen, die für andere Flüchtlinge zu hoch waren. Als Remarque 1938 ausgebürgert wird, sieht er die Vorteile, zum Beispiel, dass man beim nächsten Krieg nicht interniert wird. Vereinfacht wird ihm diese Einstellung durch den panamaischen Pass, den er 1937 erworben hat. Dennoch ist ihm die Beschreibung des Exils hervorragend gelungen. Die Odyssee der Flüchtlinge, der tägliche Existenzkampf, die Wurzellosigkeit, das Leiden ... Remarque erzählt nüchtern und realitätsnah ohne ins Sentimentale abzugleiten.

Dabei reiht sich die NACHT VON LISSABON, der letzte vollendete Roman Remarques, in eine Kette von Exil-Romanen ein. Liebe Deinen Nächsten, ein Roman, der in den Jahren 1936/37 spielt. Danach Arc de Triomphe, Ende 1938 bis zum Kriegsbeginn 1939. Die NACHT VON LISSABON, 1939-1942. Ein weiteres unvollendetes Buch, welches unmittelbar anschließt, wird von seiner Witwe Paulette Goddard unter dem Titel Schatten im Paradies veröffentlicht. Es zeigt das Leben eines Flüchtlings in Amerika, dem gelobten Land.

"Die Möglichkeit zum Selbstmord ist eine Gnade, deren man sich nur selten bewusst wird. Sie gibt einem die Illusion des freien Willens. Und wahrscheinlich begehen wir mehr Selbstmorde, als wir jemals ahnen. Wir wissen es nur nicht." (S. 70) Worauf der Mann, der sich Schwarz nennt, erwidert, dass die Erkenntnis eines solchen Selbstmordes auch die Fähigkeit impliziert, von den Toten aufzuerstehen, frei von den "Geschwüren" der Vergangenheit ein neues Leben zu beginnen. Diese Möglichkeit eines unbelasteten Neuanfangs bietet auch eine neue Identität. Ein neuer Pass, ein neuer Name, die Möglichkeit sein Verhalten zu ändern. Nicht nur die Möglichkeit nach Deutschland zurückzukehren oder in das gelobte Land Amerika, über die geerbten Zeichnungen entwickelt der Mann, der sich Schwarz nennt, auch ein Interesse für die Kunst.

Eine Grundhaltung Remarques wird am Schluss des Buches deutlich - S P O I L E R W A R N U N G A N F A N G - auch ein Mensch, der sich am Abgrund bewegt, soll nicht aufgeben. Nachdem Schwarz Pässe und Fahrkarten dem Ich-Erzähler übergeben hat, erfährt der Leser, dass er ein weiteres Mal seine Identität wechseln will. Nach dem Tod seiner Frau beabsichtigt er in die Fremdenlegion einzutreten: es wäre ein Verbrechen ein Leben mit Selbstmord zu verschwenden, das man gegen Barbaren einsetzen kann. Wilhelm von Sternburg schreibt hierzu in seiner Remarque-Biografie Als wäre alles das letzte Mal auf Seite 256: "Verloren ist erst der, der sich aufgibt, ..." S P O I L E R W A R N U N G E N D E

Mein Fazit:
Remarque gelingt es scheinbar mühelos den Leser in eine andere Zeit zu entführen, eine Zeit, in der das tägliche Überleben nicht gesichert war. Er beschreibt aber nicht nur den Existenzkampf der Flüchtlinge, der rote Faden in diesem Buch ist eine Liebesgeschichte im Schatten des Todes. Man kennt den Ausgang und dennoch geht die Spannung zumindest meiner Meinung nach zu keinem Zeitpunkt verloren. Eine Geschichte vom Glück und vom Tod, die trotz des tragischen Endes einen Hoffnungsschimmer beinhaltet.
Empfehlenswert!

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Falls jemand die Zitate nachlesen will:
Basis für diese Rezension ist die Bertelsmann-Ausgabe, Buch-Nr. 00200 6.
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nicht so gut wie 'Im Westen nichts Neues"
Die Rahmenhandlung gibt den Titel des Buches: in einer Nacht erzählt ein Emigrant einem anderen seine Geschichte als Verfolgter des Nazi-Regimes. Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Dr. Axel Staudte veröffentlicht
Wenn ich nur ein Buch besitzen dürfte
dann wäre es dieses! Sprache, Story, geschichtlicher Rahmen, es stimmt einfach alles. Große Gefühle, die so beeindruckend nur Remarque beschreiben kann. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. März 2010 von Ruhelos
..in Extremsituationen zählt nur das Gefühl...
...und die (richtige) Intuition. Dieser Roman verknüpft eine bitter-süße Liebesgeschichte mit dem Aspekt der Schicksalhaftigkeit und der schmerzhaft genauen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. Januar 2010 von mbh53 ("tutz!")
Liebesgeschichte, packend und mitreißend
Flucht und Vertreibung während des zweiten Weltkrieges bilden den Hintergrund einer Liebesgeschichte zweier Menschen, die in Deutschland nicht sein kann. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Mai 2009 von Chrissi
Mehr als lesenswert
Da es schon sehr viele Rezensionen gibt, die das Buch detailliert beschreiben möchte, ich nur hinzufügen, dass ich das es ebenso für sehr lesenswert halte. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Mai 2009 von Christian Selent
Sehr wichtiges Buch
Mag sein, keine wichtige Rezension; aber ein sehr, sehr wichtiges Buch.
Sehr schöne Sprache, die die Grauslichkeit" des Inhalts noch verstärkt.
Unvorstellbar. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. Februar 2009 von carlomedicus
Kalte Nacht
Der Zufall spielt mit, dass eine Lebensgeschichte in einer Nacht in Lissabon erzahlt wird. Und es ist so, dass sie erzählt werden MUSS. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. Februar 2008 von A. Pankraz
Intensiv!
Natürlich kannte ich "Im Westen nichts Neues", aber dieses Buch von Remarque hat mich an meinen nächtlichen Lesestunden schrecklich fasziniert in die Flüchtlingswelt... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. August 2006 von I.J.
Eines der besten Remarque-Bücher
Ich kann nur sagen, dass ich schon fast alle Remarque-Bücher gelesen habe. Und dieses ist einfach eines der Besten!
Obwohl alle sehr gut sind. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Juli 2004 von "kiteman12"
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