"Die Nacht der Geister" ist die Fortsetzung von Kelley Armstrongs erfolgreicher "Nach der Dingsbums" - Bücher. Während die ersten beiden Bände in der realen Welt spielen und Paige und Lucas, eine Hexe und einen Magier, als Hauptprotagonisten haben, begibt sich der dritte Roman in das Reich der Toten.
Inhalt
Eve, die verstorbene Mutter von Paiges Ziehtocher Savannah, versucht immer wieder aus dem Reich der Toten ihre noch lebende Tochter zu besuchen. Mit wenig Erfolg. Dann erhält sie eine Aufgabe, die sie zeitweilig von ihrer übereifrigen Sorge um ihren Nachwuchs ablenkt. Mit Hilfe des Engels Trsiel begibt sie sich auf die Suche nach einer Nixe, die seit Jahrhunderten Besitz von menschlichen Körpern ergreift und diese dazu animiert, grauenhafte Blutgemetzel zu veranstalten.
Charaktere
Sehr viel Mühe hat sich Kelley Amstrong bei der Ausarbeitung ihrer Protagonisten gegeben. Hierbei werden allerdings weniger die Charaktereigenschaften, sondern die physischen Makel beschrieben, wie beispielsweise der, dass ein Geist in der realen Welt durch alle Gegenstände geht, keine Menschen berühren kann usw.
Ein wenig oberflächlich geht sie mit den Charakteren aus ihren ersten Romanen um, die auch im dritten Band wieder auftauchen. Die Leser, die Paige, Lucs, Savanna und Jaime noch nicht kennen, dürften einige Probleme damit haben, sich eine reale Person darunter vorstellen zu können.
Stil / Sprache
Wie die anderen Bücher auch, ist "Nacht der Geister" in einer einfachen Sprache geschrieben. Literarische Stilmittel der gehobenen Art werden nicht verwendet, was dem Buch aber nichts schadet. Eben ein seichter Mystik-Thriller.
Aufmachung
Das Buch kommt im Softcover mit leicht graviertem Frontcover daher. Die Bindung ist sehr stabil. Das Titelbild ist leider nichtssagend wie immer, aber das sind wir von Amerikanischen Büchern, die ins Deutsche übersetzt wurden, ja mittlerweile gewohnt, oder?
Fazit
Spannend geschrieben. Besonders der Szenenwechsel ins Reich der Toten macht das Buch zu etwas Besonderem und hebt es somit von der ersten beiden Bänden deutlich ab. zu bemängeln ist das Ende. Dieses ist in sich zwar geschlossen, aber an einer Stelle erscheinen doch eine Menge Fragezeichen und gaben mit Anlass zu dem Gedanken, dass der Autorin an dieser Stelle nichts mehr Rechtes einfallen wollte, um das Ruder noch ein Mal herum zu reißen und Alles zum Guten zu wenden.
Merke: Nicht jeder Roman muss ein absolutes Happy-End haben. Wenn das Happy-End zu konstruiert erscheint, dann wünscht sich so mancher Leser doch lieber ein Schlachtfeld voller Toten. Der Zwang zu einem (wenn auch unrealistischen) Happy-End ist wohl aber auch eine typisch amerikanische Zwangsneurose.