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Pressenotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.08.2000
Begeistert ist der Rezensent mit den Initialen F. L. von diesem historischen Reisebericht und wundert sich, dass er erst jetzt erschienen ist. In seiner knappen Rezension lobt er den Herausgeber für die Entscheidung, die um den wissenschaftlichen Teil gekürzte Fassung des Expeditionsberichts zu veröffentlichen, denn Nansen selbst habe immer betont, dass es ihm mehr um das "Abenteuer" der Reise zum Pol als um die wissenschaftlichen Erkenntnisse gegangen sei.
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Buch der 1000 Bücher
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Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
In Nacht und Eis
OT Fram over Polhavet (2 Bde.) OA 1897 DE 1897 Form Sachbuch Bereich Entdeckungsreisen
Als die Trümmer des 1881 nördlich von Sibirien gesunkenen Forschungsschiffs »Jeanette« einige Jahre später vor der grönländischen Ostküste wieder vom Eis freigegeben wurden, kam Fridtjof Nansen die Idee, sich mit einem Spezialschiff im Eis einfrieren zu lassen, um durch die Meeresströmung an den Nordpol zu driften. Die Geschichte der Expedition beschreibt Nansen in seinem Buch In Nacht und Eis.
Inhalt: Zunächst legt Nansen ausführlich die Grundlagen seines Plans dar und schildert den Bau des Forschungsschiffs »Fram« (Vorwärts), das mit finanzieller Unterstützung des Staats sowie privater Spenden gebaut wird. Nansen lässt den Rumpf des Schiffs so gestalten, dass es durch das Packeis nicht erdrückt, sondern emporgehoben wird.
Nördlich der Neusibirischen Inseln lässt Nansen das Schiff einfrieren und vertraut nun der Meeresströmung, in der Hoffnung, dass es nach etwa drei Jahren wieder zwischen Spitzbergen und Grönland in den freien Nordatlantik entlassen wird. Die Treibfahrt soll dabei so dicht wie möglich am Nordpol vorbeigehen. Doch Nansen wird schnell ungeduldig und entflieht bereits im März 1895 der Eintönigkeit des Schiffs. Vom 83. Grad nördlicher Breite aus versucht er gemeinsam mit Hjalmar Johansen den Nordpol zu erreichen. Mit Hilfe von Hundeschlitten gelangen sie über das Eis bis nach Franz-Joseph-Land, einer Inselgruppe nördlich der russischen Insel Nowaja Semlja.
Die dramatische Schilderung dieser Reise macht einen großen Teil des Buchs aus. Auf einer Insel des Archipels müssen die beiden Forscher, ausschließlich von Robbenfleisch lebend, einen weiteren Winter verbringen, bis sie im Sommer des nächsten Jahres, teils zu Fuß, teils mit dem Kajak übers Wasser weiter nach Süden gelangen. Auf einer Insel stoßen sie schließlich auf das Lager einer englischen Polarexpedition. Mit deren Hilfe fahren sie zurück nach Norwegen, wo sie fast gleichzeitig mit der »Fram« eintreffen, die wie geplant bei Spitzbergen vom Eis freigegeben worden ist.
Aufbau: Das Buch ist durchgehend in Tagebuchform gehalten. Dadurch wirkt es zwar über weite Strecken nüchtern, aber zugleich auch unzweifelhaft und authentisch. Geschickt ergänzt Nansen den Text durch Einschübe mit allgemeinen Beobachtungen (z. B. über das Wetter) und philosophischen Reflexionen.
Wirkung: Das Buch faszinierte die Leser mit seinem gekonnten Wechsel zwischen sachlichem Bericht und lebhafter Darstellung von Anbeginn und wird bis heute immer wieder neu aufgelegt. Es regte viele Wissenschaftler an, sich der Polarforschung zu verschreiben, darunter Roald Amundsen (1872 bis 1928), der 1911 als Erster den Südpol erreichte. P. B.