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Nacht über Lissabon: Roman (insel taschenbuch)
 
 
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Nacht über Lissabon: Roman (insel taschenbuch) [Taschenbuch]

Leopoldo Brizuela , Thomas Brovot
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 724 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (24. Oktober 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458357688
  • ISBN-13: 978-3458357681
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,8 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 20.223 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Lissabon, am 18. November 1942. Im Hafen der portugiesischen Hauptstadt stehen haufenweise unrasierte Männer und Kinder mit kahlgeschorenen Köpfen, Greise sitzen verloren auf Kisten und Taschen, Frauen errichten mitten auf der Straße Feuerstellen zum Essenmachen. In den Blicken spiegeln sich „die Namen von Städten – Amsterdam, Brüssel, Warschau“, heißt es im über 700 Seiten starken Roman Nach über Lissabon des argentinischen Autors Leopoldo Brizuela: „und zugleich das Bild ihrer Verwüstung“.

Ja, Europa liegt 1942 schon fast in Trümmern, und Lissabon ist der einzige neutrale Hafen, von dem aus Tausende von Flüchtlingen, oft ohne Koffer oder Geld, vor den Nationalsozialisten und dem 2. Weltkrieg in die freie Welt entfliehen wollen. Hier warten sie auf das rettende Schiff, die „Boa Esperança“, zu Deutsch: „gute Hoffnung“. Aber es wird auch ein Schiff mit Getreide erwartet, das zudem einen Geheimauftrag zu erfüllen hat. Als sich dann auf der „Boa Esperança“ eine Explosion ereignet, ist das Schicksal der schon halb Verlorenen am Atlantik scheinbar hoffnungslos...

Es ist schon erstaunlich, welches Panorama aus Hoffnung und Verzweiflung Brizuela an nur einem Tag – beziehungsweise einer Nacht – zu entwerfen versteht. Dabei lässt er reale und fiktive Personen aufeinandertreffen, darunter einen argentinischen Konsul oder den Tangokomponisten Enrique Santos Discépolo mit seiner Gattin. Wie bei Boccaccio vertriebt man sich im geschlossenen Raum des Hafens und Schiffes die Zeit mit Geschichten – mit dramatischen Lebensgeschichten, um genau zu sein, deren Lektüre allein schon den Kauf dieses ungewöhnlichen, raffiniert komponierten und dabei noch ungemein spannenden Buches lohnt. -- Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

»Leopoldo Brizuela, der für seinen Roman Inglaterra 1999 mit dem argentinischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde, zeichnet in seinem neuen Werk eine Geschichte, in der alle, Akteure und Mitgerissene, ihre Geheimnisse mit sich herumtragen und die Ereignisse schließlich beginnen, sich zu überstürzen.«

(Diplomatisches Magazin )

»In ungemein dichter, spinnwebenhafter Sprache führt Brizuela Gerüchte, Intrigen, Panik und Gewalt zusammen – bis die Bombe explodiert. Virtuos komponiert, in bester südamerikanischer Literaturtradition.« Darmstädter Echo

(Klaus Honold Darmstädter Echo )

»Es sind nicht die Dauerenthüllungen, die den Roman ausmachen, es ist die maliziöse Erzählstimme mit ihrer detailversessenen, noch das kleinste Nebengeräusch umschnörkelnden Sprechweise. ... In Brizuelas Nacht über Lissabon wird selbst noch der Wasserkocher mit Pelz umkleidet, und genau darin, in der kalkulierten Übertreibung, liegt der Reiz dieses Geräuschtheaters.«

(Jutta Person Süddeutsche Zeitung )

»… ein großes, kunstvoll gestaltetes Mosaik aus unzähligen Storys und Handlungssträngen …«

(Thomas Völkner Hamburger Lokalradio )

»Leopoldo Brizuelas großartiger, überaus couragierter Roman über die Zeit der letzten großen Flüchtlingsschiffe ist ein in jeder Hinsicht überzeugender Beweis dafür, dass große ambitionierte Literatur alles sein kann, was sie zu wagen imstande ist.«

(Jüdische Zeitung )

»Brizuelas Buch ist immer wieder von neuem aufzublättern, um sich bei  jeder der zufällig gefundenen Passagen an der schönen, manchmal durchaus gesuchten Sprache zu erfreuen. ... Nacht über Lissabon ist ein amüsantes, doch keineswegs oberflächliches Buch – vor allem geeignet zur Lektüre in den langen europäischen Winter- und Frühjahrsnächten.«

(Walter Haubrich Frankfurter Allgemeine Zeitung )

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Man taucht ein in die fremde Welt des Tango und des Fado und wird entführt nach Argentinien und Portugal in die Zeit gegen Ende des 2. Weltkrieges. Bühne des klassischen Dramas mit der Einheit von Ort und Zeit ist Lissabon, der letzte Brückenkopf eines im übrigen von den Nationalsozialisten fast vollständig besetzten Europa auf dem sich die hungernden und entrechteten vorwiegend jüdischen Flüchtlinge in der Hoffnung auf ein Entrinnen nach Übersee zusammendrängen, in einer Novembernacht des Jahres 1942. Man wird in verwirrenden Rückblenden mit den persönlichen Schicksalen der Protagonisten der Handlung, Diplomaten, Künstlern, Lustknaben, Vertretern der Geistlichkeit und anderen konfrontiert, woraus Motive der Handlungsstränge durchscheinen. Es entsteht ein sehr spezielles drangvolles und schwüles Panoptikum in der zu einem Punkt hin kulminierenden Handlung. Wer Erfahrung im Umgang mit Künstlern und deren besonderen Neigungen hat und Vergnügen finden kann an schier uferlosem Schwadronieren, das sich in Andeutungen und Ausschweifungen zu verlieren droht, kommt hier reichlich auf seine Kosten. Die Handlung selbst ist vielleicht am Ende gar nicht so wichtig. Wer aber auf eine Lösung der virtuos verschlungenen Handlungsstränge hinfiebert, dessen Geduld und Durchhaltekraft werden arg strapaziert und am Ende vielleicht sogar enttäuscht. Ich habe das Buch über längere Strecken gerne gelesen und mich von seiner Atmosphäre einfangen und verzaubern lassen, aber eine Entlassung daraus nach etwa der halben Strecke hätte mir das Buch wohl in besserer Erinnerung bewahrt.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Esther TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Leopoldo Brizuela hat sich in seinem opulenten Werk die Nacht den 17. November 1942 vorgeknöpft - Schauplatz: Lissabon als Tor nach Übersee.

Eine Unzahl europäischer, vornehmlich jüdischer Flüchtlinge bangt um einen Platz auf der Boa Esperanca, die noch diese Nacht nach Buenos Aires auslaufen soll. Das Volk lauscht in der Ungewissheit den Radios in Erwartung der Nachricht, ob sich Salazar auf Verlangen der britischen Regierung gegen die Achsenmächte aussprechen und Portugal in den Krieg eintreten wird, als plötzlich eine Bombe auf der Boa Esperanca explodiert. Zwar ist niemand verletzt, aber solange der ominöse (vielleicht politisch motivierte) Fall nicht geklärt ist, kann das Schiff nicht ablegen.

Wir Leser begleiten die Protagonisten durch die Nacht und Lissabons Nachtleben. Doch entgegen meiner Erwartungen, begleiten wir nicht die ausgebrannten, angsterfüllten, aber hoffnungsfrohen Flüchtlingen sondern eine illustre Scharr von SängerInnen, Philosophen und Liedschreibern, Diplomanten und Politiker, sowie deren frigide Ehefrauen, Klerikern und jede Menge körperliche Liebe - vor allem zwischen einflussreichen älteren Herren und strammen Jünglingen, die sich ihren Vorteil aus der Liaison versprechen.

Beinahe naturalistisch lässt Brizuela seine Darsteller auftreten und (mehr oder weniger) im Monolog deren düstere Vergangenheit und persönliche Geheimnisse einer in der Leserschaft verstecken Audienz auseinander setzen. Was zumal Licht in die Wirren bringt, ist dann wieder todlangweilig oder erschlägt mit wuchtiger Opulenz!
Schon bald übernimmt die Überlänge in diesem Roman das Ruder. Spannung kommt selten auf, und dann etwas verhalten. Dennoch ist der Roman unbestritten poetisch in seiner Tonart und sind die Charaktere dermaßen echt, dass sie so wenig an der Welt und ihrer Schieflange interessiert sind, wie sie mit Eifer ihre eigenen Intrigen verfolgen, selbst wenn sich der Wunsch, die Zeit zurück zu drehen, nicht erfüllen wird. So mancher findet seinen eigenen Ausweg, der keinem Plan folgt. Und einer, ... einer stirbt.

Resümee: Inhaltlich ist hier langer Atem gefragt, die Tonart jedoch katapultiert das Werk in eine ganz eigene Liga. Für Ausdauernde!
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Ein Wundermittel! 5. April 2012
Von testuser1
Format:Taschenbuch
Endlich ein Mittel gegen meine Schlaflosigkeit! Kennen Sie das auch? Ein Kapitel geht zu Ende und Sie sagen sich "Na gut, noch ein paar Seiten weiter, vielleicht ist das folgende Kapitel schön kurz"? Und so geht die Nacht vorbei. Aber keine Sorge, das geschieht Ihnen mit diesem Buch nicht.
Geschickt umschifft der Autor jede sich ihm bietende Gelegenheit des Spannungsaufbaus. Und er hat sich wahrlich viel vorgenommen damit. Lissabon 1942, die Nacht, in der Portugal in den großen Krieg einziehen wird. Die Nacht, in der sich entscheiden wird, ob das Land fortan von deutschen Kriegsschiffen oder von englischen Bombern attackiert werden wird. Das Schicksal der letzten in Freiheit lebenden europäischen Juden hängt genauso an dieser Nacht wie der gesamte weitere Kriegsverlauf ob der besonderen strategischen Lage Portugals. Und so tummeln sich allerhand kuriose Gestalten in den Straßen von Lissabon, die Mehrzahl von ihnen Flüchtende, Diplomaten und Geheimagenten.
Dennoch, der Autor scheint überhaupt keine Mühe damit zu haben, jeder vor ihm auftauchende Gelegenheit für Suspense auszuweichen. Stattdessen verliert er sich in endlos erscheinenden Monologen seiner entweder depressiven oder an alterssenilität leidenden Protagonisten, von denen es so viele gibt, dass ein möglicherweise aufkommendes Interesse der Leserschaft sofort im Keime erstickt wird. Da auch ein Großteil der eigentlichen Rahmenhandlung nur in Nebensätzen zwischen den in Erinnerung an vergangene Zeiten schwelgenden Charakteren abgefrühstückt wird, wird der Leser zu keiner Zeit in Versuchung geführt, sich eine bildliche Vorstellung der Szenerie zu machen. Eine Bombe explodiert auf einem Schiff? Keine Sorge, auch hier blickt der Charakter, der gerade an der Reihe ist, nur auf den Tag zurück, an dem er den anderen, mit dem er eigentlich auf dem Schiff fahren wollte (oder auch nicht, das wird nicht ganz deutlich) kennenlernte.
Der einzig wirklich spannende Moment war für mich so gegen Seite 200, als ich mich fragte, ob der Autor es auch noch die restlichen 500 Seiten durchhalten würde, uns von jeder Aufregung zu verschonen. Ich habe es nie erfahren. Aber ich habe selten so gut geschlafen.
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