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Nachrichten aus Berlin 1933-36
 
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Nachrichten aus Berlin 1933-36 [Gebundene Ausgabe]

Antoni Graf Sobanski , Barbara Kulinska-Krautmann
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 250 Seiten
  • Verlag: Parthas; Auflage: 1., Aufl. (28. Februar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866017375
  • ISBN-13: 978-3866017375
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 545.685 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Antoni Soba?ski
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"...Es sind beiläufige Bemerkungen..., die Antoni Sobanskis leise Beobachtungen zu einer wertvollen Wiederentdeckung machen. Bisweilen meint man, den alltäglichen Vorbereitungen zum monströsen nationalsozialistischen Projekt beiwohnen zu können." (Frankfurter Rundschau)

Kurzbeschreibung

Der Inhalt dieses Buches - die Schauplätze, die historischen Ereignisse und ihre Hintergründe, die Personen und deren Handlungen - sind dem deutschen Leser bekannt: Die Verbreitung des Nationalsozialismus in der Gesellschaft nach der "Machtergreifung". Dennoch bietet es dem deutschen Lesepublikum Spektakuläres: Ohne jegliches Vorurteil, mit großer Sympathie für die Menschen, scharfsinnig und sensibel, ironisch aber nie beleidigend beschreibt Sobañski die Deutschen unter Hitler anhand zahlreicher kleiner Alltagsbeobachtungen. Er war Augenzeuge der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz, er besuchte eine Pressekonferenz von Julius Streicher, dem Chefredakteur des »Stürmer«, und nahm als akkreditierter Journalist am Reichsparteitag in Nürnberg teil. Da er für ein polnisches Publikum schrieb, spiegelte er die Ereignisse in Deutschland auch in den polnischen Verhältnissen der Zeit. Das liest sich umso interessanter, da das Verhältnis von Deutschen und Polen bis heute tief von den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs geprägt ist.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ein polnischer Graf, ein Freund der Kunst und Literatur, ein Bohemien und Reisender, ein Menschenfreund und noch so manches mehr könnte man von diesem Vergessenen und jetzt Wiederentdeckten sagen, der, am Ende des 19.Jahrhunderts geboren, Anfang der 40er Jahre im Londoner Exil verstarb.

Nach der Lektüre des Buches wird man ihn als Unzeitgemäßen, nämlich resistent gegen alle propagierten Ideologien und Heroismen seiner Zeit, als einen Liberalen alten Schlages und als einen entschiedenen Europäer betrachten müssen.

Nicht dass er viel Aufhebens von seinen politischen Ansichten machen würde, es ist mehr die Art seines Blicks auf die Menschen und Dinge in jenen vom Unheil überschatteten 30er Jahren, in denen er 1933,1934 und 1936 sich in Deutschland aufhielt, um für die polnische Wochenzeitung "Literarische Nachrichten" 13 Reportagen über den sich aggressiv gebärdenden westlichen Nachbarn zu schreiben.

Das ist hoher Lesegenuss und eine Zeitreise in eine untergegangene Welt an der Schwelle zur totalen Mobilmachung. Und er sah den Untergang voraus, ohne die Apokalypse zu predigen. Mit freundlicher Distanz und menschlicher Anteilnahme bereist er dieses "seltsame" Land.

Seine Reportagen sind anregend und stimmen nachdenklich, gerade in Hinsicht auf die heutigen politischen Konstellationen. Er präsentiert sie elegant, leichtfüßig, ironisch und gleichermaßen präzise im Stil.

Sobanskis Blick bleibt vorurteilsfrei, ohne wegzuschauen von der sogenannten Judenfrage, vom Revanchismus, der militärischen Aufrüstung, vom Wüten des Nazi-Pöbels. Sein Blick geht wie eine Sonde durch alle gesellschaftlichen Schichten und Gruppierungen und ergibt ein facettenreiches Bild. So hat dieser liebenswerte Unpolitische eine eminent politische Arbeit geleistet.

Eine wert-und verdienstvolle Ausgrabung, würde ich sagen, eine literarische Entdeckung.
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Format:Taschenbuch
Das Buch ist flüssig zu lesen - von der ersten Seite an staune ich über die Erlebnisse im Alltag einer Diktatur und zwar in Berlin in den Jahren 1933/34. Es ist ein Unterschied in Lehr- und Geschichtsbüchern die Fakten zu erfahren oder in diesem Buch die Schilderungen eines Zeitzeugen mit dem Erkenntnishorizont der damaligen Zeit zu erlesen. Das Titelbild könnte dazu passender nicht sein.

Zum Beispiel berichtet Sobanski ausführlich über die Bücherverbrennung in Berlin. Er beschäftigt sich mit der Stimmung seiner Umgebung, berichtet vom Ablauf der Veranstaltung und vergisst auch nicht, kleine Erkenntnisse am Rande seinem Leser mitzuteilen (er sieht, wie Studenten auf den Wagen mit den "verurteilten" Büchern, sich eifrig gute Exemplare zur Seite legen und nicht dem Feuer übergeben. Er berichtet vom Pariser Kleidungschic in Berlin und der an ihn gerichteten Frage "Wie wird über uns im Ausland gdacht und gesprochen?" Da erfährt der Leser, dass zwei Opernhäuser der Stadt den ganzen Monat nur Wagner spielten, die Lieblingsblume von Königin Luise die Korblume und die von Hitler das Edelweiss gewesen sei. Über lange Phasen des Buches erkennt der Autor die sich verbreitende Judenfeindlichkeit und schildert sehr eindringlich seine Beobachtungen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Selten hat mich ein Buch so mitten in die Innenwelt einer untergangenen Epoche mitgenommen. Die nötige Distanz, die Geschichtsbücher halten müssen, um sich den oft monströsen Begebenheiten nähern zu können, hier fehlt sie, denn der Blick ist ein völlig anderer. Hier wurde nicht in der Rückschau geschrieben, sondern in der Gegenwart. Sobanski war Zeitzeuge und seine Berichte richteten sich nicht an spätere Generationen. Welch großartige Einblicke gewährt dieser präzise beobachtende und selbst so wenig korumpierbare polnische Adlige in das Land unserer Väter und Großväter. Der ganz normale Alltag, wie ihn jeder kennt, vermischt sich mit dem Wahnwitz einer mordlüsternen Diktatur. Die Katastrophe ist durchaus erkennbar, aber die Gegenkräfte sind schwach.
Dieses Buch kann ich nur jedem empfehlen, der neben den Fakten auch den Zeitgeist, die Stimmung, den Alltag spüren möchte. Mit Sobanski unterwegs zu sein, ist wie sich in eine Zeitmaschine zu setzen und sehr viel über unser Land zu erfahren.
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