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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Handwerklich überdreht,
Von
Rezension bezieht sich auf: Nachricht an alle (Gebundene Ausgabe)
Auch Autoren haben - wenn sie etwas taugen - so etwas wie einen "USP", ein unverwechselbares Alleinstellungsmerkmal, das sich aus ihrer Sprache, ihrer Syntax, ihrem Duktus, ihrem Sujet usw. ergibt. Michael Kumpfmüllers Texte sind daran zu erkennen, dass sie sich auf Grund ihrer Erzählstruktur dem Leser nur quälend erschließen.Schon Hampels Fluchten war m. E. ein völlig überbewerteter Roman, so dass ich "Durst" ausgelassen habe. Doch da "Nachricht an alle" laut Verlagswerbung angeblich "die Politik wieder zurück in die Literatur" bringen sollte, habe ich einen erneuten Versuch gewagt. Jeder Autor hat zumindest zwei Chancen verdient. Vergleicht man diesen Roman mit Kurjuweits wesentlich schmaleren Politikroman "Nicht die ganze Wahrheit", dann fällt Kumpfmüller deutlich ab. Das Experimentieren mit zu vielen Erzählperspektiven (ein dramaturgisch ungebrochener aktueller Trend besonders bei Kriminalromanen) beweist zwar, dass er sein Handwerk beherrscht (damit gewinnt man Preise), hinterlässt aber desorientierte Leser. Kumpfmüller ist insgesamt nicht nur ein beunruhigendes Buch über die Situation moderner europäischer Gesellschaften gelungen, sondern auch ein extrem unruhiges Buch, dem der rote Faden zu fehlen scheint. Irgendwann laufen dann doch die Fäden zusammen, doch wirken der Anschlag auf Selden, die Selbsttötung einer durchgeknallten Aktivistin, die verschiedenen Frauen und Männer in Seldens Entourage fragmentarisch und isoliert. Ein "flirrendes Portrait" (Bucheinband) in der Tat, das an zerrissene Träume nach zu opulenten Mahlen erinnert. Fast schon als irreführend könnte man die Einleitung bezeichnen, in der Protagonist Selden eine SMS seiner Tochter bekommt, bevor diese mit einem Flugzeug abstürzt. Diese Thematik (als "Donnerschlag" in Klappentext bezeichnet) ist nur marginal bedeutsam für die weitere Handlung - hätte aber mehr hergegeben. Damit kein Missverständnis entsteht: Schreiben kann Kumpfmüller. Doch wie schon in anderen Fällen gilt auch hier, dass weniger mehr gewesen wäre. Fazit: Begabt allemal, lesbar nur bedingt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Och nöö!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Nachricht an alle (Broschiert)
Neugierig wurde ich auf "Nachricht an alle", weil der Verlag auf der Rückseite des Buches mit einer Aussagevon Elke Heidenreich wirbt: "Sehr spannend. Kumpfmüller weiss, wie Politiker leben." Und wer im Buchgeschäft den Anfang des Buches dann anliest, wird tatsächlich gekonnt zum Kauf verführt. Denn die ersten Passagen sind richtig klasse, haben einen Sog, Tempo und Dramatik. Nimmt man das Buch dann mit nach Hause und freut sich auf eine packende Geschichte, kommt die Überraschung: Nach 10 Seiten ist der Eingangskonflikt plötzlich vorbei, die Spannung dahin, keine neue etabliert, die Story nur noch lau, wirr, zäh, quälend, undurchsichtig und irritierend. Kumpfmüller mag vielleicht wissen, wie Politiker leben. Vielleicht weiss er auch, wie Politikergattinen leben, und wie Journalisten leben, und wie Autonome leben, und wie alle anderen leben, weiss er vielleicht auch. Nur "sehr spannend" ist das, was Kumpfmüller dazu geschrieben hat, leider nicht. Und was Frau Heidenreich geritten hat, das ganze dermassen zu lobpreisen, zählt ab sofort zu den Mysterien der Weltgeschichte. Den Alfred-Döblin-Preis 2007 hat Kumpfmüller übrigens bei einem Wettlesen gewonnen. Ich weiss allerdings nicht, ob dabei das ganze Buch vorgelesen wurde, oder nur Ausschnitte. Letzteres könnt ich mir gut vorstellen, erstes nur schwer. Fazit: Ein Lektoriat schwänzt die Arbeit und versucht mit einem Etikettenschwindel, Versäumnisse auszubügeln. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Interessantes Gedankenspiel,
Rezension bezieht sich auf: Nachricht an alle (Gebundene Ausgabe)
Eine Tochter stürzt mit dem Flugzeug ab - und der Vater erhält ihren Todesgruß per sms. Mit diesem dramaturgischen Paukenschlag beginnt Michael Kumpfmüllers neuer Roman "Nachricht an alle". Der Vater ist Innenminister - und seine so ausgelöste persönliche Krise überschneidet sich mit einer sich anbahnenden innenpolitischen Krise des Landes, in dem er regiert.Leider hält Michael Kumpfmüller nicht ganz, was er verspricht. Die vielen wechselnden Perspektiven beginnen nach einer Weile zu ermüden. Die Figuren bleiben austauschbar, die Sprache kalt und lapidar, Handlungsfäden hängen lose herum - und die Trauer um die Tochter scheint schließlich im Nichts zu verpuffen. Interessant zu lesen ist dieses Gedankenspiel trotzdem. Um länger im Gedächtnis zu bleiben, fehlt ihm allerdings die literarische Tiefe. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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