Knapp und eindringlich wird eine Ahnung des Grauens vermittelt, wenn innert Augenblicken die Normalität zum Albtraum wird.
Allem Journalismus zum Trotz: Dieses Buch ist viel mehr als eine Reportage, es ist zu Buchstaben geronnene, lebendige Geschichte.
›Nachricht von einer Entführung‹ zeigt Gabriel García Márquez auf der Höhe seines Könnens.
Ich gestatte mir, gleich anfangs zu bekennen, selten eine so wunderbare und wundersame Reportage gelesen zu haben. Alle, die sich aus Neigung und Leidenschaft im Spannungsfeld von Tatsachen und deren publizistischer Anverwandlung bewegen, sollten dieses Buch lesen, nicht nur der Vollkommenheit seiner stilistischen und gestalterischen Mittel wegen, sondern auch, um sich des hohen Grades an Verantwortung gegenüber beschriebenen Personen bewusst zu werden.
Ein ungeheueres, mitreißendes, aufregendes Buch […] García Márquez rekonstruiert und beschreibt nüchtern und präzis, so präzis, daß die Wirklichkeit ihr phantastisches, romanhaftes Gesicht zu zeigen beginnt.
Eine Reportage von atmosphärischer Dichte, wie der Nobelpreisträger sie zuletzt in der ›Chronik eines angekündigten Todes‹ erreichte […] Genauigkeit eines Chronisten und Sprachgewalt eines Dichters machen aus den Tatsachenberichten der Betroffenen einen packenden Thriller.
Wie die Mechanismen von Gewalt, Terror und Angst aufscheinen, das macht die literarische Brillanz dieser Reportage aus.
Der Virtuose des Konkreten.
Der Autor verbindet den Spürsinn eines Reporters mit der Neugier des Romanciers, herausgekommen ist bei dieser ›traurigsten Arbeit meines Lebens‹ das verschachtelte Kapitel einer lateinamerikanischen Sittengeschichte. Márquez führt uns vor, wie eine Gesellschaft an Werten zerbricht, weil sie zu viele davon mit sich herumschleppt und den Wert der Hinterfragung von Werten nie begriffen hat.
Das Paradigma des sozialen Verfalls.
Mit seinem unverwechselbaren Stil, seiner hohen Meisterschaft in der Kunst des Handlungsaufbaus fesselt er an die Buchseiten; mit unaufdringlicher Unerbittlichkeit leuchtet er in das psychische Befinden der Gefangenen und kippt es durch Worte nach draußen.
Mit dem Einfühlungsvermögen und der Stilsicherheit des großen Romanciers, der scharfen Beobachtungsgabe und dem Gespür des Journa-listen für das außergewöhnliche Ereignis erzählt GGM von einem spektakulären Entführungsfall in Kolumbien […] Meisterhaft erzählt.
Magisch. Phantastisch. Politisch.
›Nachricht von einer Entführung‹ führt eindrucksvoll vor, was aus einer journalistisch behandelten Geschichte wird, wenn sie in die richtigen Hände gerät: große, über ihre Zeit hinaus angelegte Literatur.
Mitreißend und aufreibend ist diese Großreportage nicht zuletzt dank ihrer Details […] Es ist mehr als ein Roman: bittere Realität.
Ein grandioses, unvergessliches Buch. Wer es gelesen hat, für den werden Entführungen nie mehr nur eine Nachricht in der Tagesschau sein können.
»Marina überantwortete sich den Wächtern ohne eine Träne. Sie zogen ihr die Kapuze verkehrt herum auf, damit sie nichts sehen konnte. Der Monje nahm sie an beiden Händen, und rückwärts gehend führte er sie aus dem Haus. Marina folgte ihm mit sicherem Schritt.«
Eine alte Frau, abgemagert bis auf die Knochen, mit mattem weißem Haar. Sechs Kugeln richteten sie hin. Ihre Henker: Kriminelle, die im Auftrag des allmächtigen Paten des Medellín-Kartells handelten. Pablo Escobar ließ 1990 auf dem Höhepunkt des Machtkampfes mit der Regierung neun Angehörige einflußreicher Familien und Journalisten kidnappen, um von der kolumbianischen Regie-rung das Auslieferungsverbot für die inhaftierten Drogenbosse an die USA zu erpressen.
In Nachricht von einer Entführung hat García Márquez dieses aufse-henerregende Geiseldrama aufgrund von Aussagen der Überlebenden, ihrer Freunde und nächsten Verwandten rekonstruiert. Mit der Stilsicherheit und dem Einfühlungsvermögen des großen Romanciers sowie der scharfen Beobachtungsgabe des Journalisten führt er den Leser an den Schauplatz der Entführung, in die Wohnungen besorgter Freunde und Verwandten und in die Schaltzentralen der Macht. Angst, Verzweiflung, aber auch winzige Hoffnungsschimmer: Gebannt und erschüttert verfolgt man das individuelle Schicksal der Betroffenen und die tragische Situation eines Landes im Fadenkreuz von Gewalt und Gegengewalt.