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Nachkrisenzeit: Wie die erfolgreichste Denkfabrik Europas unsere Welt für die nächste Generation sieht
 
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Nachkrisenzeit: Wie die erfolgreichste Denkfabrik Europas unsere Welt für die nächste Generation sieht [Gebundene Ausgabe]

Daniel Gros , Sonja Sagmeister
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 234 Seiten
  • Verlag: Ecowin Verlag; Auflage: 1., Aufl. (14. Februar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3902404841
  • ISBN-13: 978-3902404848
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 15,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 422.661 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"...äußerst lesenswert" --Handelsblatt, 17. 2. 2010

"Eine Prognose der Brüsseler Denkfabrik CEPS enthüllt Schockierendes: In den kommenden 30 Jahren könnte die deutsche Wirtschaft europaweit absteigen und noch hinter Polen zurückfallen." --Spiegel Online, 22. 2. 2010

"Sonja Sagmeister und Daniel Gros starten in ihrem erfrischend anderen Krisenbuch "Nachkrisenzeit" eine mitreißende Lesereise zu den wichtigsten Schauplätzen während der Finanzkrise." --Kleine Zeitung, 21. 2. 2010

"Ein exzellentes Sachbuch, das sich wie ein Krimi der Extraklasse liest." --Fidelius Schmid, Financial Times Deutschland, 15. 2. 2010

Kurzbeschreibung

Nachkrisenzeit! Halten Sie sich fest: Nichts wird so, wie es einmal war und es wird auch nie wieder so sein. Werfen Sie alle gelernten Denkmuster schnell über Bord, gewöhnen Sie sich an ein neues Weltbild, die Kräfteverhältnisse haben sich über Nacht grundlegend verändert.
Um Haaresbreite sind wir der Katastrophe entgangen. Ein Blick nach Island, ins Land aus Feuer und Eis, zeigt, wie es auch bei uns hätte kommen können. Der Staat vor dem Bankrott, jeder Zehnte wandert aus, Fahrrad statt beheizter Autositze bei Minusgraden.
Ist das Schlimmste schon überwunden oder steht uns der ganz große Crash noch bevor? Geldentwertung? Rekordarbeitslosigkeit? Das Ende des Sozialstaats? Wohin ist all das Geld verschwunden?
Der Querdenker Daniel Gros, Direktor des CEPS, eine der sechs einflussreichsten Denkfabriken der Welt, analysiert und wagt gemeinsam mit der renommierten ORF-Wirtschaftsjournalistin Sonja Sagmeister den Blick in die Zukunft: Der chinesische Drache fliegt auf der Überholspur. Die USA blicken nervös in den Rückspiegel, weil sie das Rekordtempo der Chinesen auf dem Weg zur Supermacht verblüfft. Auch in Europa bleibt kein Stein auf dem anderen. Polen zieht wirtschaftlich an Deutschland vorbei. Afrika: Vom Selbstbedienungsladen der Welt zur neuen Boom-Region.
Was bedeutet all das für Ihre finanzielle Sicherheit und das Leben Ihrer Kinder? Vergessen Sie herkömmliche Anlagestrategien und investieren Sie in die Aktie, die nachweislich am meisten Gewinn abwirft: die eigene Ausbildung.
Bitte anschnallen. Es warten turbulente Zeiten.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Das vorliegende Buch verfolgt ein anspruchsvolles Anliegen: es versucht die große Finanz-und Wirtschaftskrise des Jahres 2008/09, ihre Entstehung und ihre Folgen so zu erklären, dass ihre Hintergründe auch von interessierten Laien verstanden werden können, ohne deswegen ein Ökonomiestudium absolvieren zu müssen.
Als didaktischen Ausgangspunkt ihrer Darstellung wählen die Autoren den isländischen Staatsbankrott und fragen nach den Lehren, die sich daraus für die Weltwirtschaft ergeben. Alles begann in der Sichtweise der Autoren mit einer extremen Geldmengenüberversorgung in den USA, Japan und Europa, die dazu führte, dass die Zinsen ins Bodenlose sanken (Japan 0,5 %) ohne dass attraktive Anlagemöglichkeiten zur Verfügung standen. In Island aber waren die Zinsen hoch (etwa 10 % und mehr), so dass es nur noch einiger Hedgefonds bedurfte, die Milliarden hochzinssuchender Anlagegelder nach Island zu lenken. Der massenhafte Zustrom von Auslandsgeld ließ den Wert der isländischen Krone explodieren, so dass die Isländer plötzlich reich wurden und auf der Basis verzerrter Devisenparitäten mit ihren normalen Einkommen entweder in London und Kopenhagen auf Shoppingtouren gehen oder Waren aus aller Welt importieren konnten. Den Bankern blieb natürlich nicht verborgen, dass sie die hohen Zinsen, die für die ausländischen Kapitalanlagen zu zahlen waren, niemals erwirtschaften konnten - anstatt aber die Zinsen zu senken und das Ende der Party anzukündigen, gaben sie gewaltige Anleihen aus, die im Ausland aufgrund des scheinbar einwandfreien skandinavischen A-Ratings weg gingen wie warme Semmeln. Außerdem überwiesen 150.000 Niederländer, 300.000 Briten und jede Menge Sparer aus anderen Ländern ihre Guthaben auf sogenannte "Icesave-Konten" isländischer Banken, die einen deutlich höheren Zins boten als die kontinentaleuropäische Konkurrenz. An Warnungen über die sich summierenden Disparitäten ( Der negative Leistungsbilanzsaldo stieg auf 25 % des BIP, der Wert der Kapitalimporte betrug das Neunfache des isländischen BIP ) hat es nicht gefehlt, doch weder die isländische Zentralbank noch die Regierung griffen ein. Als dann der Zinsendienst stockte, brach das System wie ein Kartenhaus zusammen. Die isländische Börsenkapitalisierung, die sich in der Boomzeit vervierfacht hatte, ging auf 5% des Vorkrisenwertes zurück, die isländische Krone rauschte in den Keller, und der Schuldendienst brach zusammen. Arbeitslosigkeit, Selbstmorde, Insolvenzen, Auswanderungen und politische Krawalle waren die Folgen - das Land wird an diesem Crash noch Generationen zu tragen haben, und die EU wird sich hüten, Island in die Eurogemeinschaft aufzunehmen.
Soweit die ersten beiden Kapitel, die das Zusammenspiel ökonomischer Fehlentwicklungen an einem überschaubaren Beispiel verdeutlichen. Was aber bedeuten die isländischen Erfahrungen für die Welt? Warum zum Beispiel geraten die USA, der in absoluten Zahlen größte Schuldner der Welt, nicht auch in eine Zahlungskrise? Weil das chronische Zahlungsbilanzdefizit der USA durch all jene Länder finanziert wird, die ihre Devisenreserven in Dollars halten! Chinas Devisenreserven betragen über 2000 Milliarden Dollar, erwirtschaftet durch den Export in die USA. Würde China diese Dollarreserven auf einmal liquidieren, käme es zu einer weltweiten Dollarkrise, allerdings wäre damit auch der Export der chinesischen Waren nach China Geschichte. So hält China still und finanziert weiter seinen eigenen Export und das amerikanische Zahlungsbilanzdefizit und wird immer reicher. Für die USA gibt es aus dieser Klemme übrigens nur einen Ausweg: Inflation. In Zusammenarbeit mit der US-Notenbank hat Präsident Obama schon damit begonnen, im Rahmen seiner keynesianistischen Schuldenpolitik die Geldmenge hemmungslos auszuweiten, was langfristig zu einer Inflationierung des Dollars und zu einer Enteignung der Gläubiger führen wird.
Wie aber steht es mit der amerikanischen Immobilienkrise? Sie führte im Kern zu einer Enteignung der mitteleuropäischen, namentlich der deutschen Sparer bzw. Steuerzahler, deren Wert inzwischen den Wert der Marshallplanhilfe nach dem zweiten Weltkrieg übersteigt. Im Baltikum, namentlich in Lettland, entwickelte sich eine andere Krisenvariante. Die in Fremdwährung überschuldeten Bauherren gaben, gestützt auf lettisches Recht, bei Wertverfall ihrer Objekte, einfach die Häuser an die Banken zurück, zogen aus und waren aus dem Schneider (Eine solche Radikalentschuldung auf Bankkosten ist als "no recourse-System" auch in den USA möglich). Die lettischen Banken dagegen, fast alle ausländischem Besitz(!), blieben auf den immer wertloseren Objekten sitzen. Dass in diesem Zusammenhang Österreich nicht in eine islandähnliche Krise geriet, ist nur der Finanzkraft des Euro zu verdanken, gegen den die Spekulanten und Hedgefons sich (noch) nicht anzuspekulieren getrauten. (Dass übrigens die Deutsche Bank so relativ glimpflich aus der weltweiten Finanzkrise herauskam, lag nicht nur am Genie von Josef Ackermann, sondern an der vorsorglichen Kreditausfallversicherung bei der amerikanischen AIG, die von den US-Regierung gottlob mit Einschuss von fast 100 Milliarden Dollar vor der Pleite gerettet wurde.)
So ist das Buch voller hochinteressanter Querverweise, die am Ende allesamt in einer Haupteinsicht konvergieren: das Eis, auf dem die Weltwirtschaft sich bewegt, knirscht noch immer noch bedenklich. Manche Länder wie Deutschland, riskieren einzubrechen, auch mit den USA wird es wahrscheinlich abwärts gehen, andere Mächte wie China sehen einer vielversprechende Zukunft entgegen. Wie schnell allerdings aktuelle Entwicklungen alle Voraussagfen umwerfen können, zeigt die griechische Überschuldungskrise, die schon lange schwelte und gerade bei der Drucklegung des Buches in voller Brisanz ausbrach. Der von den Autoren so hochgeschätzte Euro steht plötzlich am Rande des Abgrunds, und es ist überhaupt nicht sicher, ob die europäische Gemeinschaftswährung das nächste Jahrzehnt überleben wird. Die fundamentale Schwäche des Euroraumes aufgrund der fehlenden Haushaltsdisziplin der Mitgliedsstaaten überhaupt nicht im Fokus zu haben, ist die Hauptschwäche dieses Buches.
Auch eine Reihe von Prognosen erscheinen sehr gewagt, zum Teil unverständlich. Dass Polen Deutschland in wenigen Jahren überholen wird, war zwar beim Erscheinen des Buches eine Pressemeldung wert, wird aber nicht wirklich plausibel begründet. Dass Afrika eine Boomregion der Zukunft sein wird, möchte man dem geplagten Kontinent durchaus wünschen, nachvollziehbar dargestellt wird das nicht. Mitunter liest man auch kuriose Prophezeiungen. So wird allen Ernstes eine Gender-Studie aus Schweden zitiert, nach der durch konsequente Gleichberechtigung das BIP der westlichen Welt um weitere 45 % gesteigert werden kann. Zweifellos ein weiteres Argument dafür, dass Männer öfter die Spülmaschine ausräumen sollten.
Aber all das sind nur Kleinigkeiten innerhalb eines hochinformativen Werkes, dessen Lektüre jedem uneingeschränkt empfohlen werden kann, der sich für die Umbrüche, die Chancen und die Gefährdungen der Weltwirtschaft interessiert. Ein absoluter Lesegewinn für Wirtschaftseinsteiger und Wirtschaftsfortgeschrittene gleichermaßen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "robby" lese gern TOP 50 REZENSENT
"Nachkrisenzeit" von Daniel Gros und Sonja Sagmeister war für mich als Laien auf diesem Gebiet ein spannendes und sehr informatives Leseerlebnis.

In einer sehr verständlichen Sprache wird dem Leser in diesem Buches unter anderem das Entstehen der Finanzkrise erklärt. Am Beispiel von Island, einer der damals reichsten Länder der Welt, wird veranschaulicht, wohin Größenwahn und und Luxusleben auf Pump führen können. Aber auch die Beispiele Amerika und seine finanzielle Abhängigkeit von China, werden aufgezeigt, die mir in dieser Dimension bisher nicht bekannt waren. Ein Luxusleben der Amerikaner, dass durch die Sparsamkeit der Chinesen finanziert wird und gleichzeitig eine Abhängikeit schafft, deren Folgen eigentlich noch gar nicht abzusehen sind.Denn meine Gedanken dabei waren die, dass das ja auch Methode haben könnte, denn man darf nicht vergessen, dass es sich bei China immer noch um ein totalitäres System handelt. Das China zur stärksten Wirtschaftsmacht aufsteigen könnte ist kein neuer Gedanke und dass damit der Dollar als Leitwährung irgendwann seine Bedeutung verliert, zumal die Amerikaner ihre Überschuldung nur noch durch eine Geldentwertung in den Griff bekommen können, wurde hier sehr anschaulich erklärt.

Aber auch die Tipps , die dem Absteigen einer Wirtschaftsmacht entgegenwirken könnten, werden aufgezeigt. Das dabei die Bildung eines der wichtigsten Aspekte ist, leuchtet mir ein, scheint aber bei unseren Politikern immer noch nicht angekommen zu sein, desshalb der Rat des Autorenteams, selbst in seine Bildung zu investieren,durch Fortbildungen und Sprachkurse, was aber leider hier in Deutschland dann nur gewissen Klassen vorbehalten bleibt.Auch der Begriff "Bescheidenheit" gewinnt eine neue Bedeutung.Unsere Wohlstandsgesellschaft macht ja schon seit einiger Zeit einen Umdenkungsprozess mit, der anscheinend andere Länder der EU jetzt auch erreicht hat.

Alles in allem war dieses Buch für mich eine spannende,unterhaltene und sehr informative Reise in die Wirtschafts,-und Finanzwelt, die ich in keinster Weise bereut habe.
Nie hätte ich mir vorstellen können, dass ein Sachbuch so spannend sein kann, dass ich sogar einen Krimi, den ich begonnen hatte, liegen gelassen habe.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nach der Krise 25. Februar 2010
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Krisen beleben die Kreativität, heißt es und glaubt man auch, wenn man sich die zahllosen Artikel und Neuerscheinungen der letzten beiden Jahre ansieht, in welchen revolutionäre Kurswechsel, "grüne Revolutionen", "das Wiedererwachen des Sozialismus" und "der Untergang des Kapitalismus" prophezeit wurden. Mittlerweile ist die öffentliche Debatte soweit abgeflaut, dass man sich auf eine nüchternere Nachschau und vorsichtige Zukunftsprognosen verlegt hat. Sonja Sagmeisters und Daniel Gros "Nachkrisenzeit" ist trotz des Titels mehr Nachschau als Zukunftsvision. Nach der Krise blickt man eben doch eher noch zurück als nach vorne.

Dennoch ist der Titel, besonders in Kombination um "Wie die erfolgreichste Denkfabrik Europas unsere Welt für die nächste Generation sieht" ergänzt, irreführend. In dopppelter Hinsicht, denn einerseits ist die Zukunftsvision am Ende des Werks sehr schnell abgehandelt und gibt nur aktualisiert Prognosen wieder die bereits vor Jahren in Umlauf waren, andererseits konzentriert sich das Werk zunächst ganz auf eine Reportage Sonja Sagmeisters im krisengebeutelten Island, während Sagmeister danach aus mitteleuropäischer (österreichisch-deutscher) Perspektive die Geschichte und Hintergründe der Finanzkrise analysiert. Der Input für diese Analyse stammt freilich von Daniel Gros als Vertreter des Centre for European Policy Studies (CEPS - die besagte erfolgreichste Denkfabrik Europas), dessen in einem Interview mit der ehemaligen EU-Korrespondentin Sagmeister geäußerte Warnung vor einem Übergreifen der Finanzkrise von den USA auf Europa auch den Anlass für das Werk geliefert hat. Gros Ausführungen wurden durch Sagmeister niedergeschrieben, was auch am verständlichen Stil des Werks deutlich wird, obwohl es gewisse Wirtschafts-Grundkenntnisse voraussetzt.

Für den deutschen bzw. österreichischen Leser verständlicher wird das Werk zudem auch aufgrund der gewählten mitteleuropäischen Perspektive, die sich etwa von der eines Niall Ferugson und seines finanzgeschichtlichen Standardwerks "Der Aufstieg des Geldes" unterscheidet. Als einführende Lektüre in das Thema Wirtschaft hat 2009 auch ein Kollege Sonja Sagmeisters beim ORF, Hans Bürger, zusammen mit seinem einstigen Professor, Kurt W. Rotschild, unter dem Titel "Wie Wirtschaft die Welt bewegt" eine um Verständlichkeit bemühte Einführung vorgelegt.

Persönlich unterteile ich "Nachkrisenzeit" in drei Kapitel. Das erste ist die von Sagmeister in Island durchgeführte Reportage und ein weiterer privater Besuch des Landes. Das zweite ist der doppelt so umfangreiche theoretische Exkurs hinter die Kulissen der Krise, welcher nicht allzu weit vom Ende des Buchs nahtlos in die eigentlich titelgebende Zukunftsperspektive übergeht. "Ein intellektueller Zukunftsspiegel der Welt" soll das Werk sein, doch viel eher ist in diesem Spiegel die jüngere Vergangenheit zu erkennen, die dem Leser durchaus interessant und von Daniel Gros Erkenntnissen geprägt vermittelt wird. Getrübt wird das wie erwähnt eben von möglicherweise falschen Erwartungen und nachrangig auch Sonja Sagmeisters gelegentlich auch für eine "ansprechende" Reportage zu pathetischen Stilnoten.

Sagmeisters Reportage für sich illustriert allerdings auf hervorragende Weise mit welchen Problemen die Wirtschaftstreibenden auf der einst so prosperierenden Insel zu kämpfen haben. Die britische Regierung hat die Gelder isländischer Banken einfrieren lassen und die Isländer damit de jure als Terroristen behandelt. Das daraus resultierende Problem für die Isländer ist neben einer unter massiven Wertverlust leidenden Währung dass die Exportwirtschaft an ausstehenden Überweisungen zu Grunde zu gehen droht. Dabei waren die weltoffenen Isländer noch vor wenigen Jahren eines der reichsten Länder der Welt und verfügen heute über eine weit überdurchschnittliche Akademikerquote, sowie an der Bevölkerung gemessen die höchste Dichte an Luxuswagen weltweit. Das Land das 2007 über die höchste Lebensqualität verfügte und derart hohes Einkommensniveau besaß dass Isländer sich ohne weiteres Luxusreisen leisten konnten steht heute am Abgrund und bereut es in der Vergangenheit mehr amerikanischen Wirtschaftsideen gefolgt zu sein, als europäischen. Markantes Beispiel dazu die äußerst niedrige Sparquote. Der Boom der Vergangenheit hat die Wirklichkeit derart bedrohlich verzerrt dass ein Bürogebäude in der Innenstadt Reykjaviks die gleiche Bewertungen erzielen konnte wie ein Gegenstück in Manhattan, obwohl der tatsächliche Wert kaum über dem in einer deutschen Provinzstadt liegt

Der von Gros inspirierte theoretische Exkurs beschäftigt sich unterdessen sehr intensiv mit dem Übergreifen der Finanzkrise von den USA auf Europa, sowie den Folgen für einstige Boom-Profiteure wie Dubai. Aber Gros/Sagmeister wendet sich auch dem speziellen Fall Österreich zu, das vom Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman in einem Zug mit Island und Irland als bankrottgefährdet genannt wurde. Während Gros meint Irland würde mit der Krise gegebenenfalls umgehen wie schon in der Vergangenheit oft geschehen, nämlich mit einer massiven Auswanderungswelle, könnte Österreich durchaus langfristige Probleme bekommen. Wurde Krugmans These von der österreichischen Presse vorwiegend negativ aufgenommen und mit Unverständnis aufgenommen, steckt doch ein sehr viel bedrohlicherer Kern dahinter. Über 60% des Bruttoinlandsprodukts müsste Österreich aufwenden um für eine Deckung der im groß angepriesenen Osteuropa-Engagement angehäuften Auslandskredite zu sorgen. Eine Rettung wäre möglich, doch nicht garantiert. Das Debakel um die Hypo-Alpe-Adria hat Österreich mit Kärnten zudem eine "Provinz Island" beschert.

Die relativ kurz gehaltene Zukunftsperspektive widmet sich ganz dem Aufschwung der künftigen Weltmacht China, das sich zugleich für die Stärkung Afrikas einsetzen dürfte. Mit Chinas Initiative zur Ostafrika-Union und einer Investitionsoffensive zum Aufbau notwendiger Infrastruktur könnte die einst nach Asien verlegte Industrie in Afrika eine neue Heimat zu finden. Ob Europa mit China mithalten kann ist unwahrscheinlich, hat man hierzulande doch größte Schwierigkeiten sich auf ein postindustrielles Zeitalter einzustellen, während China eine wahre Akademikerschwemme hervorbringt und im Hochtechnologiesektor längst auf bestem Wege ist seine Rivalen auszustechen. Nach Daniel Gros ist es bloß eine Frage der Zeit, denn der chinesische Drache denkt langfristig und wird mit zunehmenden Erfolg auch demokratischer werden.

Fazit:
Der Titel regt zu falschen Erwartungen an. "Nachkrisenzeit" ist mehr ein Rückblick auf die Finanzkrise und ihre Ursprünge, als eine groß angelegte Zukunftsvision.
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