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Nachkriegskinder: Die 1950er Jahrgänge und ihre Soldatenväter
 
 
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Nachkriegskinder: Die 1950er Jahrgänge und ihre Soldatenväter [Gebundene Ausgabe]

Sabine Bode
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Kindheit zwischen Herzlosigkeit und Ungerührtheit - Das neue Generationen-Buch von Sabine Bode

Die 50er Jahre: Zeit des Wirtschaftswunders und des Neuanfangs. Man schaute nach vorn. Die Nachkriegskinder wurden aber in Familien hineingeboren, auf denen Kriegserlebnisse und Erfahrungen von Gefangenschaft, Vertreibung und Schuld lasteten. Wie hat sich all das auf die eigenen Lebensmuster ausgewirkt?

Klappentext

Nachkriegskinder sind in etwa die Jahrgänge bis 1960 - in West und Ost. Ihre Eltern waren keine Kriegskinder, sondern haben als Erwachsene den Krieg mitgemacht, die Väter meist als aktive Kriegsteilnehmer. Heute fangen deren Kinder an, sich mit ihrer Jugend zu beschäftigen. Sie wollen wissen, wie sie das Aufwachsen in der Nachkriegsgesellschaft geprägt hat, und stellen Fragen nach dem Vater. Das Buch hilft den Angehörigen dieser Generation, die Ungereimtheiten im eigenen Lebenslauf zu verstehen und für sich neue Ressourcen zu entdecken.

Sabine Bode geht in ihrem neuen Buch den Fragen nach, die viele Nachkriegskinder umtreiben: - Wer war mein Vater eigentlich - und solange ich das nicht weiß: Wer bin ich? - Was steckte hinter dem Schweigen meines Vaters? - War er Täter oder Opfer oder beides? - In welchem Umfang hat er von der NS-Zeit profitiert? - Wie hat Vaters Krieg unser Familienleben geprägt? - Was habe ich von ihm »geerbt«? - Wie hätte ich mich als Frau/als Mann ohne einen Kriegsvater entwickelt?



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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
'Wie alle Eltern dieser Zeit brauchten sie ihre ganze Kraft für den Überlebenskampf.. Außerdem waren sie der Meinung, ein Kind zu verwöhnen sei ein kapitaler Erziehungsfehler'. Denn: 'in den fünfziger Jahren war die Welt noch nicht in Ordnung'.

Das ist die Ausgangssituation vieler Kinder der 50er Jahre. Kinder von 'Kriegsvätern', die Sabine Bode in den Mittelpunkt ihres neuen Buches, fast einer Art Dokumentation mit vielen Stimmen von Zeitzeugen, rückt. Kinder von 'abwesenden' Vätern, zu denen nur ein 'dünner' Kontakt herrschte, dem Familienbild, aber auch den Notwendigkeiten jener Nachkriegszeit geschuldet. Väter, die in ihrer Person, aber auch in ihrer persönlichen Geschichte, dunkle Flecken hinterlassen haben und dennoch in ihrer Art und ihrer Zeit Wirkung ausübten auf ihre Kinder. Eine oft lang anhaltende und prägende, schwierige Wirkung.

Wie ist das mit den Vätern? Waren sie Täter, Opfer oder beides? Was steckt hinter dem vielfachen Schweigen einer 'gut getarnten Vergangenheit'? Eine Vergangenheit, die dennoch, indirekt, zu spüren war.

'Nachkriegskinder erinnern sich , wie viele Väter und Großväter voller Spannung steckten'. Das Bild des 'kettenrauchenden Mannes' ist nur eines der Symbole für diese Spannung, ein Bild, wie es in der HB Werbung der 60er Jahre aufgenommen wurde.

In ihren Büchern 'Die vergessene Generation' und 'Nachkriegsenkel' hat sich Sabine Rode bereits intensiv 'ihrem' Thema zugewendet, konkrete Generationen in ihrer ganz eigenen Befindlichkeit, geprägt durch die Erfahrung im Krieg mit all seinen Schrecken. Seminare gibt sie zum Thema, Menschen wenden sich ihr zu, die betroffen sind. Und so entstand nun dieser intensive, von vielen Interviews und Nacherzählungen persönlicher Darstellungen getragene Blick auf jene Generation, die zwischen Reaktion und Moderne ihren Weg zu finden hatte. Die geprägt von klaren und autoritären Weltbildern (der Kinderreim über eine Lehrerin spricht hier im Buch Bände: 'Die Lang, die Lang, die macht die Kinder bang) sich einem immensen Wertewechsel gerade in den 60er Jahren ausgesetzt sahen und der drängenden Frage nach der Aufarbeitung der NS Vergangenheit, die zugleich ja eine Aufarbeitung der eigenen 'Väter-' und Familiengeschichte zugleich in den Raum setzte.

In breiten Betrachtungen zu Themen wie 'Vätertöchter' ('Bloß keinen Mann wie meinen Vater!') oder 'Söhne im Schatten', zu 'Nachkriegskinderdressur' und der Suche nach der eigenen Familiengeschichte lässt Sabine Rode, sensibel bearbeitet, Menschen zu Wort kommen, die ihre Geschichte erzählen, ihre Prägungen vorlegen und auch ihr inneres Leid an den eigenen 'Vätern' im Buch zu Wort kommen lassen. Zudem, und das bleibt beim Thema nicht aus, schwingt im Buch eine ganze Zeitgeschichte mit. Sabine Rode versteht es, Querverbindungen zu ziehen. Aus der Prägung und der Kriegszeit der Väter die Normen und die durchaus vorhandene Enge der Nachkriegszeit mit all ihrem Verschweigen und ihrem inneren Verdrängen lebendig werden zu lassen.

So wird Seite für Seite spürbar, wie das Trauma der Väter (eigentlich der Eltern, denn die Mütter waren ja ebenso geprägt durch jene Jahre) ohne bewusstes Zutun zum eigenen Trauma werden kann (aber nicht muss). Denn 'für Trauer war keine Zeit', es musste überlebt werden.

Sabine Rode legt mit den vielen sacht verbundenen und sensibel bearbeiteten Aussagen von Menschen der '50er Generation' ein beachtenswertes und emotional berührendes Zeitzeugnis vor. Sicherlich im Rahmen einer konkreten Zeit und einer konkreten Personengruppe, die mehr und mehr doch in der Vergangenheit liegen, aus deren Geschichte jeder aber lernen kann und damit ein Verständnis auch für Prägungen einer ganzen Generation entwickelt. Und öffnet damit einen Weg, gibt einen Anstoß, auch eine Art Lebenstrauer zulassen zu können aus einer Zeit heraus, in der solchen Emotionen zu wenig Platz gegeben wurde.
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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Und was prägte uns? 1. September 2011
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Sabine Bode löste mit ihren Büchern "Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen" und "Kriegsenkel: Die Erben der vergessenen Generation" viele Diskussionen aus. Oft wurde sie bei Lesungen oder Referaten allerdings auch gefragt, ob Sie sich irgendwann mit den Geschichten befasse, die Nachkriegskinder zu erzählen haben. Ihre Antwort liegt nun mit diesem Buch vor. Und sie interessiert mich nicht nur, weil mich schon die beiden ersten Bücher beeindruckten, sondern weil ich selber zu den Jahrgängen gehöre, die im Zentrum stehen. Als Schweizer hatte ich zwar das Glück, dass mein Vater nicht in aktive Kriegshandlungen verwickelt wurde, sondern lediglich monatelang an den Grenzen zu Deutschland stand. Doch meine Mutter, die während des Zweiten Weltkriegs in München lebte, würde sich in einigen Figuren dieses Buches bestimmt wiedererkennen.

Den Vätern und Müttern, deren Kinder in diesem Lesebuch zu Wort kommen, begegnete das Schreckliche in allen nur denkbaren Formen. Doch weil in den Familien nur selten darüber gesprochen wurde, steht es auch auf den 300 Seiten oft zwischen den Zeilen. Oder äußert sich in lange nicht wahrgenommenen Verhaltensweisen, die von schwierig Erklärbarem geprägt sind.

Die Kraft von Geschichten besteht nicht zuletzt darin, dass sie Verstehen ermöglichen, ohne den Verstand übermäßig an diesem Prozess zu beteiligen. Daher braucht es auch nicht unzählige Interviewpartner, sondern lediglich Geschichten, in denen die häufigsten Mustervorlagen anzutreffen sind. Und es gehört zu den Stärken von Sabine Bode, dass sie ein sicheres Gespür hat, solche Erzählungen aufzuspüren und deren Kernaussagen in Worte zu fassen. Die Kapitelüberschriften, mit denen Sabine Bode das Prägende zu ordnen versucht, sind daher nur ein Hilfsmittel, das auch anders aussehen könnte. Um dem Leser aber eine Ahnung zu geben, zähle ich die Kapitel im Folgenden auf: Der Krieg war aus und überall - Die gut getarnte Vergangenheit - Vatertöchter - Söhne im Schatten - Ermittler in eigener Sache - Die DDR-Variante - Nachkrieg und Kinderdressur - Woher kommt die Orientierung?

Selbstverständlich geht es in allen Lebensbilanzen auch um Fragen der Schuld, des Verzeihens und Vergessens. Und ist die Versuchung ist groß, sich bei Rückblicken in Täter-Opfer-Mustern zu verheddern, die letztlich niemandem einen Gewinn bringen. Da es Sabine Bode nicht darum geht, die Erlebnisse ihrer Interviewpartner moralisch zu glätten, stehen eben auch Sätze, die mit gewissen Weltanschauungen oder Ideologien schlecht zu vereinbaren sind. So schreibt eines der Nachkriegskinder zum Beispiel: "Über manche Väter lässt sich einfach nicht Gutes Sagen! Einen solchen Vater muss man nicht lieben." Oder: "Die Wahrheit hätten wir als junge Menschen nicht verkraftet."

Da Sabine Ode auf viele Publikationen zu sprechen kommt, die andere Autoren verfassten und mit einigen von ihnen sogar längere Interviews führt, erhält der Leser auch einen guten Überblick , was Historiker, Soziologen, Psychologen und Lebensbiografieforscher zur ganzen Thematik schrieben. Denn eines ist sicher: Was unter der Herrschaft der Nazis geschah, ist so unfassbar, dass wir es wohl nie ganz verstehen werden. Doch wir können zumindest versuchen, die Muster offenzulegen, die dem Bösen zudienen. Das haben zum Beispiel auch die beiden Historiker Sönke Neitzel und Harald Walzer versucht, indem sie die Abhörprotokolle der Amerikaner und Engländer sichteten, die von Gesprächen unter deutschen Kriegsgefangenen erstellt wurden. Die wissenschaftliche Auswertung der über 10'000 Seiten ist sicher aufschlussreicher als das meiste Material, auf das sich andere Autoren stützen.

Wie konsequent Sabine Bode das Thema angeht, zeigt auch ihre Frage, ob Menschen, die keine Orientierung bekommen haben, andere Menschen überhaupt führen können? Das interessiert Sabine Bode auch deshalb, weil in Deutschland die meisten verantwortungsvollen Posten mit Angehörigen der Jahrgänge besetzt sind, von denen in ihrem Buch die Rede ist. Und es ist eigentlich erstaunlich, dass kaum einer der unzähligen Führungsratgeber vertieft auf diese Frage eingeht. Zu Recht spricht Sabine Bode denn auch von einer Forschungslücke, die zu schließen, sich lohnen könnte.

Mein Fazit: Ich stimme der Ansicht des Klappentexters zu, dass dieses Buch den Angehörigen dieser Generation hilft, die Ungereimtheiten in der eigenen Biografie zu verstehen und für sich neue Ressourcen zu entdecken. "Das Buch hat mich ein Stück weit geheilt. Mein Eindruck ist: Das Gehirn hat sich umstrukturiert während meiner Recherchen." Das schreibt eine der interviewten Frauen, die ihre Erlebnisse selber zu einem Buch verarbeitete. Aber weil es letztlich um Unfassbares geht, können auch die erzählten Lebensgeschichten nicht alle Fragen beantworten. So kann es mir noch immer nicht erklären, warum ich mich über etwas aufregen kann, das im Vergleich zu dem, was andere Menschen erleiden müssen, noch weniger als eine Banalität ist. Oder ist die Antwort einfach zu unangenehm, um sie akzeptieren zu können?
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Im Spiegel der Generation 29. November 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Kein Buch habe ich so gerne und aufmerksam Abend fuer Abend gelesen wie dieses Werk.Ich gratuliere der Autorin dazu.Die 296 Seiten haben mich gefesselt und mir vieles erklaert, was mich selbst seit langem tangiert.Dieses Buch mit viel Akribie geschrieben sollte noch viele Menschen dieser Genetation in die Haende fallen.Man versteht sich selbst und die Eltern besser.Ein Verzeihen vieler Ungereimheiten auf Verhaltensmuster basierend auf Erlebnisse und Erfahrungen der alten Eltern wird ermoeglicht.Neugierig geworden auf weitere Buecher zum Thema verdanke ich der Liste im Anhang S.299-302.
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