Mit dem Roman "Nachdenken über Christa T." (1969) versuchte Christa Wolf die Widersprüchlichkeit menschlicher Entwicklung im Sozialismus aufzuzeigen. Christa T., eine literarische Gestalt, die bis in das Innere tief ausgeleutet wird. Bohrend wird danach gesucht, was den Kern dieses Menschen ausmacht, dabei ist die starke Neigung der Autorin zu ihrer Heldin überall spürbar. Christa T. ist ein ungewöhnlicher Mensch. Sie ist anders als andere. Ihre Eigenheiten sind extrem widerspruchsvoll, auf ihre Mitmenschen wirkt sie anziehend und zugleich unnahbar. So außergewöhnlich ihr Charakter ist, so normal ist doch ihre Biographie: Nazischule, Krieg, Flucht und Umsiedlung, Neulehrerin, Studium und schließlich Ehefrau mit Wohnung, Haus und Kindern. Manfred Orlick, Halle