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Nach den Kriegen: Roman eines Lebens
 
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Nach den Kriegen: Roman eines Lebens [Taschenbuch]

Dagmar Leupold
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423135018
  • ISBN-13: 978-3423135016
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 85.493 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Dagmar Leupold
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Kein Verbrecher - kein Held Die Rekonstruktion eines Vaterlebens

Wer war dieser Mann? Rudolf Leupold, 1913 in der deutschsprachigen Enklave Bielitz geboren, die 1918 polnisch wurde, spricht beide Sprachen fließend und ist mathematisch hochbegabt. Vom Gefühl nationaler Kränkung und der Hoffnung auf Karriere getragen, hat er sich im NS-System mehr engagiert, als die Familie zu seinen Lebzeiten ahnte. Der im Krieg versehrte, von Schlaflosigkeit gequälte, manchmal genialisch-charismatische, oft aber auch die Familie mit Tiraden und Wutausbrüchen strapazierende Vater ist nach dem Krieg eher ein Liberaler - ein gewöhnlicher, begabter Mann, »dessen Ehrgeiz größer war als sein Mut«. Erst nach seinem Tod gelingt der Tochter eine Art Rekonstruktion seines Lebens - und die Erkundung einer Generation und ihrer Mentalität, der Voraussetzungen ihres emotionalen und politischen Schicksals und Handelns.

Über den Autor

Dagmar Leupold, 1955 geboren, studierte Germanistik, Philosophie und Altphilologie in Marburg und Tübingen sowie Komparatistik in New York, wo sie auch promovierte. Sie veröffentlichte mehrere Gedichtbände und Romane, von denen im Verlag C.H. Beck "Eden Plaza" und "Edmond" erschienen sind. Die Autorin wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Aspekte-Literaturpreis und dem Montblanc-Preis. 2002 hatte sie die Liliencron-Dozentur an der Universität Kiel inne. Dagmar Leupold lebt in Kirchseeon bei München. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Das ausdrucksvolle Titelbild des Buchumschlags steht für vieles in diesem Buch. Weit im Hintergrund sieht man einen eleganten Mann mit Hut, der sich abwendet. Vorne, übergroß ein Mädchen, das versucht diesen Herrn irgendwie zu erreichen. Es wird nicht gelingen, und das ist eigentlich schon der Inhalt dieses Buches.

Dieses Buch ist der Versuch einem Vater, der sehr viel in das Leben der Tochter eingegriffen hat und noch eingreift , irgendwie nahe zu kommen und mit ihm irgendwie einen Frieden nach den "Kriegen", nach den Familienkriegen , zu finden.

Das Buch beginnt mit dem kursiver Schrift gefassten Titel „ Vom Verfasser überreicht". Das ist ein Stempel, den der Vater von Dagmar Leupold, Rudolf Leupold (1913 - 1986), um den geht es hier nämlich, für den Roman seines Lebens anfertigen lassen hat. Den Roman, den er immer schreiben wollte, den er aber nie geschrieben hat. Das ein physisches Erbteil, das auf die Autorin übergeh. Dieser Roman hätte das Leben des Vaters verändern sollen, und im Grunde genommen schreibt die Tochter jetzt diesen Roman für ihn.

Das Buch hat im Grunde genommen drei Episoden, drei Versuche sich dem Vater anzunähern. Zweimal gelingt ihr der Abschied vom Vater nicht. Zunächst geht sie ins Krankenhaus, in dem der Vater im Sterben liegt. Sie kommt aus den USA, hat aus Kostenersparnisgründen ein Ticket mit Rückflugbuchung gekauft. Dieses läuft ab, bevor der Vater gestorben ist. Sie fliegt zurück, der Vater lebt noch.
Das zweite Mal, quasi erste Phase der Annäherung, der Vater ist gestorben, sie will zur Beerdigung kommen. Der Flug wird umgeleitet, sie schafft es dann nicht einmal mehr zu seiner Beerdigung zu kommen.

Der dritte Versuch der Annäherung erfolgt auf den letzten 200 Seiten des Buches. Sie sagt sich, ich muss den Vater ganz neu „rekonstruieren".

Es folgt eine wunderbare Autobiographie ihrer Kindheit, eher romanhaft, wirklich sehr schön zu lesen. Der Vater, Mathematikprofessor an einem Gymnasium, ist ein extrem ehrgeiziger Mensch, der viele Projekte hat, aber immer wieder scheitert. Er ist ein sowohl in physischer wie psychischer Weise kriegsgeschädigter Mensch. Mit ihren beiden Schwestern wächst die Autorin mit diesem Vater, den man eigentlich nicht „überleben" kann, unter einem Dach auf. Sie leidet unter seinen Wutausbrüchen. Es sind familiäre Szenen von widersinniger Dramatik und doch überzeugender Schönheit. Dieser erste Teil, dieser autobiographische Familienteil, da ist Frau Leupold selber stark involviert .Und da zeigt es sich schon sehr deutlich, das diese Annährung an sich selbst und an den Vater und die Familie, so außerordentlich schwierig ist. Zum Schluss zieht sie aus dem Haus aus.

Sie gibt dem Vater aber noch zwei Mal eine Chance, ihm näher zu kommen. Sie interpretiert sein Kriegstagebuch, versucht nach zu vollziehen, weshalb dieser Vater denn so geworden ist. Sie erforscht seine Kindheit, hinterfragt weshalb er so extrem vom NS-System beeinflusst worden ist. Ein kleines politisches Porträt. Und wenn sie an einer Stelle erwähnt, das Erinnerung auch aus Vergessen bestehen kann, dann will sie uns aber auch mit dem letzten Teil sagen, das Vergessen eben aber doch nicht als Vergessen stehen bleiben kann.

Und in dem letzten Teil rekonstruiert sie als Literaturwissenschaftlerin mit dem ihr bekannten Instrumentarium auch die literarischen, lyrischen Versuche die dieser Vater hinterlassen hat. Das sind drei kürzere Novellen. Die untersucht sie quasi. Auch in diesen Versuchen kann sie sich ihm nicht annähern. Dieser dritte interpretatorische Teil ist stark analytisch, sehr anstrengend.

Und der Epilog am Schluss ist im Jahr 2002 geschrieben.Sie bringt einen Strauss Mimosen auf das Grab ihres Vaters. Es istzwar nicht die Lieblingsblume des Vaters, sie will vielmehr damit noch einmal zum Ausdruck bringen, dieser Vater war ein derart verletzter und verletzlicher Mensch, der so zu sagen nur aus Verunsicherung bestanden hat. Indem sie diese Mimosen auf das Grab bringt, versucht sie sich mit ihm schließlich doch zu versöhnen.

Es ist schwer den komplexen Inhalt dieses Buches zu erzählen, man muss es einfach lesen, um es persönlich richtig interpretieren zu können. Es ist nach meiner Meinung, das beste Buch von Dagmar Leupold. Ihre Sprachmacht ist geradezu phänomenal, eine wunderbare Sprache. Ich kann das Buch nur empfehlen, es ist außerordentlich gut und berührt zutiefst.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
Schnelle Lieferung 24. April 2012
Von pengun
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Sehr schnelle Lieferung, das Buch "Nach den Kriegen: Roman eines Lebens" von Dagmar Leopold entsprach genau meinen Erwartungen, ist aber nicht ganz leicht zu lesen. Also keine Trivialliteratur.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Katastrophal 17. Februar 2012
Format:Taschenbuch
Im ersten Teil des Textes beschreibt die Autorin ihren Vater zur Zeit ihrer Kindheit. Aufgrund der Namensgleichheit besteht kein Zweifel daran, dass es sich hier um einen autogiographischen Text und ihren wirklichen Vater handelt. Und es absolut infam und niederträchtig, wie sie über ihren toten Vater herzieht. Wie ein frustriertes Weib an ihrem Ehemann quengelt sie ohne Ende an ihm herum. Was er auch macht, welche politische Einstellung er auch hat, alles macht sie letztendlich nieder. Er ist ein bei den Schülern beliebter und engagierter Lehrer - sie nervt es, dass er auf die Beamten im Kultusministrium schimpft. Er steht polnischen Aussiedlern mit Rat und Tat und großem Zeitaufwand zur Seite - sie kritisiert, dass er sie irgendwann mal aus den Augen verliert. Ständig ist er der faule Sack, der es nicht schafft, die Geschichte seines Lebens zu schreiben. Dass er neben Beruf und Familie erfolgreich promoviert, ist ihr hingegen nur die Bemerkung wert, dass er sein Namensschild mit einem Doktor versieht. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Ständig erkennt der Leser zwischen den Zeilen die guten Seiten des Vaters, die sie nie gelten lässt. Und da, wo sie Recht hat, nervt sie ohne Ende. Ganz dem Zeitgeist der 60er-Jahre entsprechend, als überall ungezwungen und rücksichtslos geraucht wurde, nötigt der Vater seine Kinder zum exzessiven Passivrauchen. Darüber kann man sich im Nachhinein wirklich ärgern. Dem Leser allerdings ist es nicht zuzumuten, dass sich die Erzählerin/Autorin, die sich über das ständige Geschimpfe des Vaters auf Kollegen und Bürokratie mokiert, nun ihrerseits mit einer unglaublichen Penetranz auf jeder zweiten Seite, also sicher hundertmal auf 220 Seiten, direkt oder indirekt über das Rauchen des Vaters beklagt.
Im zweiten Teil des Textes geht es um das Verhalten des Vaters im Zweiten Weltkrieg und es wird noch schlimmer. Man kann sich als Schriftsteller auf die Beschreibung der eigenen Zeit, die man ja kennt, beschränken. Wenn man aber über vergangene Zeiten schreibt, ist gründliche Recherche und knochenharte Arbeit angesagt, damit man eine lebendige und wirklichkeitsnahe Geschichte aus vergangenen Zeiten erzählen kann. Letzteres tut die Autorin nicht, sie sondern es sich leicht. Sie zitiert lediglich aus dem Tagebuch des Vaters, vergleicht dessen Texte willkürlich mit den Texten anderer (vor allem mit denen Ernst Jüngers) und interpretiert dann an ihnen herum. Geht es um jüdisches Leben der damaligen Zeit, dann beschreibt sie es nicht lebendig, sondern teilt plaudernd mit, wie sie sich so dieses Leben vorstellt. Der ganze zweite Teil ist somit ein Mittelding zwischen germanistischer Proseminararbeit und Plauderstunde, Lichtjahre entfernt von wirklicher Literatur.
Fazit: Der erste Teil ist grottenschlechte Literatur, der zweite ist überhaupt keine Literatur (im künstlerischen Sinne). Es ist Armutszeugnis für den deutschen Literaturbetrieb, dass so etwas veröffentlicht wird (und andere, gute Sachen nicht). Von Kauf und Lektüre ist dringend abzuraten.
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