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Nach dem Holocaust: Der Umgang mit dem Massenmord
 
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Nach dem Holocaust: Der Umgang mit dem Massenmord [Taschenbuch]

Peter Novick
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. März 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342330877X
  • ISBN-13: 978-3423308779
  • Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 12,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 765.887 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die Auseinandersetzung mit dem Völkermord an den europäischen Juden und das Gedenken daran haben sich unter dem Begriff "Holocaust" tief in das kollektive Gedächtnis Amerikas eingeprägt. Der Historiker Peter Novick untersucht die Entwicklung des "Holocaust-Bewusstseins" in den USA und analysiert die Gründe, wie sich ein "nahezu ausschließlich jüdisches Problem" zu einem "beziehungsreichen Symbol" für alle Amerikaner entwickeln konnte.

"Wie sind wir dort hingekommen, wo wir hinsichtlich der Erinnerung an den Holocaust sind, und wollen wir dort sein, wo wir sind?" -- diese harmlos erscheinenden Fragen zielen mitten ins Selbstverständnis des amerikanischen Judentums. Novick kritisiert die "perverse Sakralisierung" und "Disneysierung" des Holocaust in der amerikanischen Öffentlichkeit. Und er erblickt in der heute vorherrschenden Tendenz, "den Holocaust zum Symbol der jüdischen Erfahrung" zu erklären, einen "postumen Sieg Hitlers". Schmerz dürfe nicht zur Tradition werden, mahnt Novick. Das jüdische Selbstverständnis bedürfe daher neuer, positiver Inhalte.

Was Novick in seinem Buch beschreibt, ist vor allem eine inneramerikanische Kontroverse, die sich nicht einfach auf deutsche Verhältnisse übertragen lässt. Dennoch lohnt eine gründliche Auseinandersetzung mit seinen Thesen. Denn auch wir müssen uns der Frage stellen, wie wir mit der wachsenden Kommerzialisierung und Ritualisierung des Holocaust umgehen, und wie die Erinnerung an den Völkermord in künftigen Generationen wachgehalten werden kann.

Das in den USA kontrovers diskutierte Buch hat Norman Finkelstein zu seiner Holocaust-Industrie inspiriert. Ein Pamphlet, das nicht viel mit Novicks seriösem, sorgfältig argumentierenden Werk gemein hat, sich dank seiner zügellosen Polemik aber eines breiten öffentlichen Interesses erfreut. Das ist bedauerlich. Aber andererseits hätte Novicks bemerkenswerte Studie ohne die aufgeregte Finkelstein-Debatte wohl kaum einen deutschen Verlag gefunden. --Stephan Fingerle -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

Ein provokatives, seriöses Werk.

»Der amerikanische Geschichtsprofessor Peter Novick macht in seinem Buch ›Nach dem Holocaust‹ klar, welche Verzerrungen sich aus dem Umstand ergeben, dass der Holocaust immer relevanter wird für die Politik, Öffentlichkeit und Kultur und gleichzeitig wachsender Kommerzialisierung unterliegt.«
Südkurier



»Novicks Untersuchung ist schonungslos, doch lässt sie sich nicht von falschen Freunden in Anspruch nehmen. [...] Die Position des Geschichtsprofessors an der Universität Chicago mag kritisierbar sein, doch hat er die bislang gründlichste Darstellung der Beschäftigung mit dem Holocaust in den USA geschrieben.«
Der Tagesspiegel



Das Buch von Peter Novick ist eine sehr gute Grundlage zur Auseinandersetzung mit der Problematik des instrumentalisierten Umgangs mit dem Holocaust in den USA. Zwar sind die Verhältnisse nicht einfach auf Deutschland übertragbar, aber der Judenmord als Zentralereignis des 20. Jahrhunderts lädt in Deutschland natürlich in nicht weniger starkem Maße dazu ein, zur Grundlage politischer Gegenwartsargumentation zu werden – vom Kosovo-Krieg bis zum nivellierenden Vergleich mit der ›zweiten deutschen Diktatur‹.

Der Autor lässt keinen Zweifel daran: Er hält nichts von der Sakralisierung des Völkermordes an den Juden – dem, was Finkelstein die ›Holocaust-Industrie‹ nennt. Novick aber argumentiert in abwägender, nüchterner Sprache. Seine Wirkung ist umso tiefer.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kritisch und intelligent 18. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Es ist ein interessantes Phänomen: Bis Anfang der 60-er Jahre spielte der Holocaust in den USA praktisch keine Rolle; dann drängte er sich massiv in das Bewusstsein sowohl der Juden als auch der Nicht-Juden. In seiner fundierten und intelligenten Untersuchung spürt Peter Novick den Gründen für diese Entwicklung nach, beleuchtet den Einfluss des Kalten Krieges, der von der Holocaustproblematik als deutsches Phänomen ablenkte, sowie die Bedeutung der Staatsgründung Irsaels und der Nahostkrise, die bei den amerikanischen Juden - wenn eigentlich auch unbegründet - die Furcht vor einem weiteren Holocaust weckte, und die daraus resultierende breite pro-israelische Bewegung in den USA. Die Erinnerung an den Holocaust diene nicht zuletzt der Ablenkung legitimer Kritik an Israel. Im amerikanischen Inland fungiere die Shoah als Mittel, die jüdische Opferrolle zu pflegen und gesellschaftlich Nutzen aus ihr zu ziehen. Dies, so Novick, gelinge nicht zuletzt dank einflussreicher Juden im Medien- und Filmbusiness und eine Institutionalisierung des Gedenkens. Der These der Singularität und Unvergleichbarkeit des Holocaust erteilt der Historiker eine klare Absage. Und auch der Vorstellung, aus ihm ließen sich besondere Lehren ableiten, beurteilt er skeptisch, tritt statt dessen für eine Entsakralisierung ein. Im Gegensatz zu Finkelstein ist Novicks Buch wissenschaftlich fundiert und dürfte Anlass bieten, auch in Deutschland neu über das Holocaustgedenken, insbesondere seine möglichen Lehren und seine Vermittlung, nachzudenken. Novicks Buch ist nach Martins Walsers Friedenspreisrede ein weiterer schlagkräftiger Anstoß, sich damit auseinanderzusetzen, inwieweit der Holocaust droht, "Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule oder auch nur Pflichtübung" (Walser) - oder inwieweit er es nicht längst geworden ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
macht nachdenklich 6. Februar 2009
Von Historienfreak TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der Autor Peter Novick hat das Buch "Nach dem Holocaust" ursprünglich für das amerikanische Publikum geschrieben und beschrieben wird auch eine amerikanische Diskussion zum Thema Holocaust.
Es geht dem Autor nicht darum Auschwitz zu relativieren, oder gar Leugnern zuzustimmen. Es geht ihm darum festzustellen, dass Organisationen und Interessensgruppen den Holocaust vereinnahmt haben und aufzuzeigen welche Interessen verfolgt werden.
Der Autor sieht in der Instrumentalisierung des Holocausts eine Gefahr die zu einem erstarken antisemitischer Ressantiments führen kann.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mit Vorsicht zu genißen 4. April 2005
Von Toni Jost
Format:Gebundene Ausgabe
Eigentlich muß man Norman Finkelstein dankbar sein. Warum, werden Sie sich fragen! Ist sein Buch über die Holocaust-Industrie nicht ein polemisches Produkt für die Tonne? Schon richtig, aber nur dadurch wurde eine Diskussion in Gang gebracht, in deren Verlauf dieses brillante Werk seinen Weg in die deutschen Übersetzerstuben gefunden hat.

Beginnend während der Kriegsjahre (hier hätte doch etwas früher einsetzen müssen), verfolgt Novick die Entwicklung des Holocaust von einem 'Randphänomen' des Krieges zu dem zentralen und identitätsstiftenden Eriegnis der jüngeren jüdischen Geschichte. Er stellt in wissenschaftlicher Form dar, wie jüdische Führer ab den 60er Jahren im Zuge des Eichmann-Prozesses und des 6-Tage-Krieges die an ihrem Volk begangenen Verbrechen dazu benutzten, Israel gegen jedwede Kritik abzuschirmen. Ein weitere zentrale Fragestellung lautet, warum dies gerade in Amerika geschah, und nicht in Deutschland, Polen, Russland oder anderen weitaus direkter in den Holocaust involvierten oder von ihm betroffenen Staaten Europas.

Alles in allem ein sehr gut recherchiertes Buch, das zwar eine rein amerikanische Debatte darstellt, aber bedingt auch für das Nachvollziehen von Entwicklungen in Deutschland (schließlich ist auch hier der Holocaust tief ins kollektive Gedächtnis vorgedrungen) taugt.

Trotzdem wird keine These Novicks (wie die, daß der Holocaust nicht 'einzigartig' ist; er für die jüdische Sache 'mißbraucht' wird) jemals Eingang in die breite öffentliche Meinung finden. Zu leicht könnte die Diskussion über Novicks Thesen an deutschen Stammtischen mißbraucht werden. Zumal ja nicht die deutsche, sondern die amerikanische Entwicklung aufgezeigt wird. Dies muß auf alle Fälle beachtet werden!

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