*Nach dem Ende* ist eigentlich wie fast jeder Zombie Roman, nur dass das Kind hier einen anderen Namen hat, sie werden Schaben oder Fettsäcke genannt, und dass die Hauptfigur ausnahmsweise von einem 15 jährigen Mädchen bekleidet wird.
Was mir absolut positiv bei diesem Roman aufgefallen ist, Temple - die Hauptfigur, sie wächst einem schon ab den ersten Seiten ans Herz. Bell hat es geschafft, ihr eine sehr erfrischende und *peppige* Art zu verpassen. Angefangen mit der Sprache, die einer 15 jährigen doch sehr Nahe kommt, bis hin zu der flappsig, kodderigen Klappe die sie inne hat. Es ist einfach ein großer Spaß, sie durch diese Hölle zu begleiten, die von Tod, Chaos und Gewalt regiert wird. Des Weiteren entwickelt die Story schon ab der ersten Seite ein immens hohes Tempo, das wohl in erster Linie an den kurzen- und verständlichen Sätzen liegt, die nicht unnötigerweise mit einer Vielzahl an Fremdwörtern gefüllt sind, die das Tempo drosseln. Er hält sich nicht mit langen und mühsam zu lesenden Erklärungen auf, sondern beschränkt sich ausschließlich auf das Wesentliche, das Vorantreiben der Story.
Was mir aber nicht ganz so gut gefallen hat und ich ihm ein klein wenig ankreide ist die Tatsache, dass er doch einige unerklärliche Gegebenheiten besser hätte erläutern können. Wie zum Beispiel das Funktionieren der Zapfsäulen an den Tankstellen, die Haltbarkeit der Lebensmittel, das fließende Wasser an den Hähnen und das Funktionieren des Stromnetzes, wenn man berücksichtigt, dass die Zivilisation vor 25 Jahren zusammengebrochen ist.
Ich möchte niemandem etwas vormachen, niemandem erzählen im Himmel ist Jahrmarkt, aber *Nach dem Ende.. ist einfach *Zombie Trash* , ein weiterer Roman auf der postapokalyptischen Schiene, aber - das muss auch gesagt werden, wirklich einer der besseren ..... Es ist ein idealer Urlaubsbegleiter, den man sich locker am Strand einverleiben kann, denn es wartet kein literarischer Hochgenuss auf den Leser, den man vielleicht mit störenden Nebengeräuschen nicht lesen könnte. Man sollte einfach nicht zu viel in die Story hinein interpretieren, oder jede Handlung auf die Goldwaage legen, denn es ist wie ist, realitätsfremde Handlungen gehören zu solch einem Werk wie Blut und Gewalt. Kurz um, einfach das Buch aufschlagen, sich entspannen, zurück lehnen und sich von diesem Werk berieseln lassen. Denn wer David Moody, Brian Keene oder Kim Paffenroth mag, wird auch Alden Bell lieben.
Zur Story: Die 15 jährige Temple ist in eine Welt hineingeboren, die eigentlich schon vor 25 Jahren untergegangen ist. Die Zivilisation ist vollständig zusammengebrochen und ein friedliches miteinander ist unter diesen Umständen so gut wie unmöglich. Die Welt ist nur noch ein Schatten seiner selbst und wird fast ausschließlich von den Schaben / Fettsäcken ( Zombies ) bewohnt. Bewohnt, vielleicht ist das das falsche Wort, denn einen Zombie als "Bewohner" zu betiteln ist wohl nicht wirklich richtig. Temple jedenfalls lebt allein, fernab der restlichen *Menschen*, auf einer Insel. Als aber auch diese eines Tages von den Fettsäcken überwandert wird, zieht es sie auf das Festland, und hier beginnen ihre Probleme erst richtig. Nachdem sie einen Menschen getötet hat, er wollte sie vergewaltigen, rettet sie auf der Flucht vor dem Bruder des getöteten Mannes einem geistig zurück gebliebenen jungen Mann das Leben. Doch nun hat sie ein weiteres Problem, denn der junge Mann (sie nennt ihn Dussel) hat einen Zettel mit einer Adresse in der Tasche, die wohl seine Heimat ist. Da sie sich nicht die ganze Zeit um ihn kümmern kann, beschließt sie ihn zu dieser Adresse zu bringen, und das wird alles andere als ein Zuckerschlecken...