Benjamin "Ben" Edward Stiller, 42-jähriger Hauptdarsteller der 2007 unter der Regie von Bobby und Peter Farelly entstandenen Komödie "Nach 7 Tagen - Ausgeflittert" (The Heartbreak Kid), ist eigentlich kein Schauspieler - er ist seit "Verrückt nach Mary" eine Marke für einen speziellen Mix derber Witze, makabrer Späße und provokanter Tabubrüche.
In der Neuverfilmung des 1972er Neil-Simon-Stücks "Pferdewechsel in der Hochzeitsnacht" wird nicht ohne Aussicht auf Erfolg der Versuch unternommen, die charakteristischen und zynischen Geschmacklosigkeiten auf einen neuen Höhepunkt der Peinlichkeit zu treiben.
Eddie Cantrow lernt nach einer übereilten Hochzeit seine Frau Lila (Malin Akerman, 29) eigentlich erst in den Flitterwochen in Mexiko kennen. Aber ihre Rückwärtsverdauung durch ein Kokain-Loch in der Nasenscheidewand macht ihn nicht so richtig heiß. Glücklicherweise muss sie mit einem brutalen Sonnenbrand das Zimmer hüten, so dass Eddie an der Strandbar die gutgelaunte Miranda (Michelle Monaghan, 29) anbaggern kann - eine Frau, mit der der Sportartikelhändler - anders als bei Lila mit dem starken Kinn - bei Eselsafaris und Hochseefischen die Erfüllung seines Lebens finden kann: 115 mit Verwicklungen, Zoten und Skurrilitäten prall gefüllte Minuten erwarten die Fans.
Es wäre unfair, sich darüber zu beschweren - schließlich hat man vor dem Einlegen der Scheibe gewusst, was einen erwartet. Im Rahmen dessen ist das, was man bekommt, auch nicht zu kritisieren. Es kommt keine Langweile auf, im Gegenteil, da wird sogar einiges neu, besser und anders gemacht als in der gefühlten Million von Liebeskomödien, die man bereits gesehen hat. Einen gewissen Ekelfaktor muss man eben wegstecken.
Als Bonbon gibt es dazu noch von DreamWorks ein richtig gutes Bild: Klasse Schärfe (nicht nur in der Schluss-Szene mit dem Esel in Lilas Zimmer...), guter Kontrast, satte, warme Farben, und kaum Rauschen oder Korn. Eigentlich kann man so etwas nur mit Digitalkameras erreichen, aber laut IMDB ist dieser Film ganz gewöhnlich auf 35 mm Film gedreht worden - lediglich ein digitaler 2K-Master wurde eingesetzt.
Auch der Ton geht voll OK. Neben Deutsch werden Französisch, Englisch und Spanisch angeboten. Leider gibt es nur den englischen Ton in TrueHD. Die Extras sind nett und dünn, am interessantesten dürfte noch der Kommentar der Farellys ausfallen.
Alles in allem eine gute Sache für Fans des sehr speziellen Humors aus dem gelobten Land auf einer technisch überzeugenden Blu-ray.
jury 3* A0663 2.7.2011e 7A nospon Genre: Romanze, Komödie