Dealer sind Boten des Satans. Das ist die allgemeine Meinung. Oft übernehmen Migranten diesen riskanten Job. Sie kommen mittellos und ohne Ausbildung in ein fremdes Land und wollen rasch an dem Wohlstand teilhaben. So auch der junge Albaner in dem authentisch wirkenden Roman "Nach Stammheim, Dealer". Er hilft einem Kumpel bei einer Schlägerei, wird schwer verletzt, will sich rächen, holt einen Cousin aus Skopje, einen Junkie, der den Albaner mit einer drogensüchtigen Unternehmerin bekannt macht. Der Albaner erliegt der Verlockung, bei ihr was zu verdienen. Uns sie sagt dann bald danach bei der Polizei gegen ihn aus.
Erzähler der Geschichte ist ein deutscher Freund des Albaners, der über dessen Verhalten sehr verärgert ist, dann aber die Verräterin zu hassen beginnt. Es fragt sich, wohin dieser Hass führt.
Und der junge Albaner erduldet nun alle Erniedrigungen, die eine Folge der Verhaftung sind, wie Leibesvisitationen etc. Er ist ganz rasch aufgeflogen, hat fast nichts verdient, riskiert die Abschiebung. Es hat sich nicht gelohnt, unabhängig davon, dass es nicht zu verantworten ist, Leute mit Drogen zu versorgen. Allerdings ist es in dieser Geschichte nur eine Abnehmerin, die bereits abhängig war.
Man erfährt allerlei Interessantes aus einem Milieu, das nicht alltäglich ist.