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Nach der Krise: Gibt es einen anderen Kapitalismus?
 
 
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Nach der Krise: Gibt es einen anderen Kapitalismus? [Gebundene Ausgabe]

Roger de Weck
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
  • Verlag: Nagel & Kimche; Auflage: 9 (16. November 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3312004543
  • ISBN-13: 978-3312004546
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 105.670 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Roger de Weck
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Roger der Wecks Argumente treffen den Kapitalismus schmerzhaft. Wer Anstöße zum Umbau des Kapitalismus sucht, ohne gleich zum Planwirtschaftler zu mutieren, hier findet er sie." Uwe Jean Heuser, Die Zeit, 19.11.09 "Die sozialmoralischen Erwägungen seien vor allem Finanzmenschen und Bankangestellten zur Berichtigung ihrer extremistischen Ansichten und zur Verbesserung der Kommunikation mit den Steuerzahlern, die sie jetzt retten mussten, ans Herz gelegt." Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung, 08.12.09 "In seinem gewohnt eleganten Stil entwirft Roger de Weck die Skizze für einen besseren Kapitalismus, für ein Wirtschaftssystem, das den Menschen dient. Mit seinem Buch lanciert er die notwendige Diskussion darüber, wie wir unsere Zukunft gestalten wollen." Armin Müller, Sonntagszeitung, 22.11.09 "De Wecks Streitschrift fusst auf solidem theoretischem Hintergrund, ist leicht lesbar, ohne sich populistischer Phrasen zu bedienen, und sie erscheint zum richtigen Zeitpunkt: Da widerlegt einer in methodisch und stilistisch hervorragender Weise die oft gehörte Klage, wonach die satte Schweiz zu einer Debatte über Wege aus der Krise nicht imstande sei." Martin Woker, Neue Zürcher Zeitung, 08.04.10 "Roger de Weck ist ein nachdenklicher und äußerst heller Volkswirt. Seine Stärke liegt darin, dass er nicht ideologisch denkt, sondern praktisch und politisch. Er schreibt klar und präzise, was heute viele Volkswirte sich nicht trauen, aus Angst, man werfe ihnen vor, wie Oskar Lafontaine zu denken. De Weck schreibt angstfrei. Ein hervorragendes Essay zu den Folgen der Krise. Ohne viel Drumrumgerede von einerseits und anderseits. Klar, präzise, lehrreich." Uli Wickert, NDR Kultur, 03.01.10

Kurzbeschreibung

Das System, das unser ganzes Leben prägt, hat versagt. Die Krise ist inzwischen allgegenwärtig: eine Krise der Finanz, der Wirtschaft, der Politik, vor allem des Vertrauens. Wie geht es nach ihr weiter? Der Ökonom und ehemalige Chefredakteur der ZEIT Roger de Weck skizziert einen neuen Kapitalismus, der das Kapital nicht gegen die Arbeit ausspielt, der die Umwelt nicht dem Wachstum opfert und der den Staat in die Pflicht nimmt. Ein spannendes, leicht lesbares Buch über die Wirtschaft, ihre Irrungen, ihre Chancen - ein hochaktueller Essay. "Nach der Krise" bietet das, was im Kapitalismus derzeit am meisten gefragt und am wenigsten angeboten wird: Orientierung in Zeiten der großen Unordnung.

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Von Happyx TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
...nämlich alle Menschen zu ernähren." (Peter de Weck)

Wir saßen am Wochenende im Café Sprüngli in Zürich, eingefasst durch ein lautes Banker-Verkaufsgespräch, in dem der Unternehmer um die richtige Strategie bat. "Wir suchen uns ein leckeres Marktsegment, mit dem wir schnelle 20% erzielen können" war einer der Satzfetzen, die uns den Löffel im Kaffee gefrieren ließen. Diese Gespräche werden in New York genauso stattfinden wie in Frankfurt oder Paris. In der beschaulichen Schweiz klingeln solche Worte jedoch unverständlicher und gieriger als anderswo. Nie gab es hier eine wirkliche Katastrophe, das Gebet des Geldes hallt hoch oben von den Bergen in idyllische Ortschaften, alles ist gut und nie soll sich daran etwas ändern.

2003 wurde der Milliardär Christoph Blocher Schweizer Justizminister. Gleichzeitig avancierte der Wirtschaftsberater Hanns-Rudolf Merz - Ex UBS Angestellter und Expräsident eines von der der UBS erworbenen Instituts - zum Schweizer Finanzminister. Marcel Oppel, der UBS Präsident, frohlockte damals und meinte, dies "läute zum Wohle des Landes eine weitere erfolgreiche Phase des Finanzplatzes Schweiz ein. Marcel Oppel versenkte bekanntlich inzwischen das helevetische Flaggschiff.

Simon Johnson sagt, dass alle Finanzkrisen der jüngeren Zeit dadurch ausgelöst wurden, dass eine kleine Elite zu viel Macht erhielt.

Wer könnte dem heute widersprechen?

Wenn Sie eine kluge Analyse unserer kapitalistischen Weltprobleme, geschrieben in klaren Sätzen, lesen wollen, dann greifen Sie zu diesem Buch. Fast jeden Satz habe ich laut mit "ja, ja" mitgesprochen. Und ich dachte: wir alle sollten dies lesen, verstehen und danach handeln lernen.

Der Finanzsektor muss geerdet werden. Länder, die dies heute vernünftig mit klaren Regeln tun - wie Kanada oder Schweden - haben ein gesundes Bankensystem, das sich der Realwirtschaft unterordnet und kein Eigenleben führt, das "finanzielle Massenvernichtungswaffen" (Bundespräsident Köhler) herstellt und vertreibt.

Geld macht gierig und selbst in Krisen tendiert der Banker immer wieder zum süchtigen, gelernten Verhalten. Siehe meine Erlebnisse in Zürich. Wir müssen ihnen Fesseln, Regeln, Leitplanken vorgeben. Liberalität heißt vor allem, diese ethischen Vereinbarungen zu definieren und alle Egoismen auszubremsen. Dies ist unsere gemeinsame Aufgabe, die der Autor treffend umreißt und beschreibt. Seine Ausführungen verbleiben nicht im Lamentieren, sie werden konkret und nachvollziehbar.

Andere nutzen für solche Bücher 500 Seiten, Peter de Weck reduziert dies auf glasklare, sprachlich verständliche 120 Seiten. Hier meine Lieblingszitate:

"Der große Ökonom Schumpeter vermutete schon 1947, der Kapitalismus sei in der Tat und Wahrheit eher das letzte Auflösungsstadium dessen, was wir Feudalismus genannt haben."
"Der flexible Mensch, den der Turbokapitalismus braucht, ist überall, nur nicht bei sich."
"Wodurch überwindet die Bourgeoisie ihre Krise? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert." (Karl Marx)
"Der herkömmliche Kapitalismus privilegiert Eigennutz, Kapital, Markt und Wachstum, obwohl Gemeinsinn, Arbeit, Staat und Nachhaltigkeit ebenso wichtig sind."

Roger de Weck analysiert für eine Zügelung des frei floatenden Kapitalismus und postuliert eine ökosoziale Marktwirtschaft: "Eine sinnvolle Regulierung ist nicht Etatismus - sie verhindert Etatismus."

Ich persönlich habe meine Zweifel, ob diese Einsichten gehört werden oder ob die monetäre Hortungsgier obsiegt. Ich glaube Letzteres. Und dann wäre es so, dass wir im Zusammenbruch enden. Griechenland und weitere Südländer deuten es an.

Es ist unendlich schwierig, die eigentliche "Problem-Wand" sichtbar zu machen, vor der wir alle stehen. Diese Wand besteht aus unhaltbaren Prämissen, wie z. B. einem immerwährenden und notwendigen Wirtschaftswachstum, alleinseligmachender Konkurrenz am Weltmarkt, zunehmde Ressourcenknappheit und Mangel an weitreichenden Innovationen.

Ich befürchte, dass wir alle auf den finalen Crash zusteuern. Die einzig gute Nachricht ist: früher gab es in solchen Situationen Kriege, die ein erneutes Wirtschaftswachstum ermöglichten. Dies ist heute Gott sei Dank eher unwahrscheinlich. Die Kriege haben wir alle in die armen "Dritte-Welt-Länder" exportiert.

Dieses Buch erklärt richtige, neuen Perspektiven und ein Maßnahmenbündel. Unbedingt lesenswert.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Gibt es einen anderen Kapitalismus?
Ja, es gibt ihn, muss ihn geben. Doch er wird nirgends bereits gelebt, wir können ihn nicht finden, sondern müssen ihn erfinden. De Weck schreibt ein kleines Weissbuch dazu.
Zuerst könnten wir uns daran erinnern, dass der Kapitalismus nicht nur vom Kapital, sondern eben auch von der Arbeit lebt. Doch während Arbeit ortsgebunden, meist kräftig besteuert und als Kostenfaktor verschrien ist, ist Kapital mobil, grenzenlos und vielerorts steuerbefreit und leider: akkumuliert in wenigen Händen. Es gibt heute den Steuerwettbewerb. Wer über Kapital verfügt, wird von den Steuerhoheiten hofiert, wer Arbeit leisten will, ist Bittsteller, einer von vielen. Und der Staat? Notwendiges Übel. Auffangbecken für die, die vom freien Markt zermalmt und ausgespuckt wurden. Der Staat ist ineffizient und teuer.
"Der Vorsitzende der Schweizer Privatbankiers Konrad Hummler, sagte es rundheraus: "Ein Glaubensbekenntnis von mir ist, dass jeder Franken, der am Staat vorbeigeht, ein gut eingesetzter Franken ist, weil er weniger Schaden anrichtet." [15]
"Wird - wie heute - der eine Produktionsfaktor gegenüber dem anderen systematisch privilegiert, geraten Volkswirtschaft und Gesellschaft in Schieflage. Angestellte und Arbeiter ziehen auch dann den Kürzeren, wenn nach der Schuldenkrise der Abbau der "Krisenschulden" über eine hohe Inflation erfolgt und die Geldentwertung ihre Ersparnisse, ihre Pension dezimiert." [16]
De Weck sieht einen Ansatzpunkt in der Rückführung des Verhältnisses von Staat und privater Wirtschaft zur Symbiose. Mehr noch, er sieht den Staat als wesentlichen Produktionsfaktor und Leister von unverzichtbaren Garantien.
"Nicht nur Grossbanken geniessen eine Staatsgarantie, sondern auch alle Kernkraftwerke, deren Höchstrisiko kein privater Versicherer zu schultern wagt."[19]
Und wer Garantien bezieht, hat dafür zu zahlen und zwar gestalten sich die Prämien nach dem Risiko, das der Verischerungsnehmer zu fahren beabsichtigt.
Mancher, der unter Arbeitsbedingungen gelitten hat, hat es schon geahnt, wagte aber gar nicht zu denken, was De Weck durch ein Zitat von Laurent Quintreau ausspricht:
"Unternehmen sind totalitär strukturiert, ihre Rituale sind totalitär aufgebaut." [21]
Da man vor der Krise hätte meinen können, der Staat sei ein Auslaufmodell, weil ja der Markt selber viel besser steuern kann, stellt De Weck ab Seite 24 die 10 Mängel des Marktes zusammen. Sehr eindrücklich formuliert z.B. in einem Zitat von Amartya Sen:
"Hat einer fast nichts anzubieten, kann er auch fast nichts nachfragen und wird deshalb den Kürzeren ziehen gegenüber anderen, deren Bedürfnisse wesentlich weniger dringlich sind." [25]
Doch im Verlauf der Untersuchung dringt eines immer wieder durch. Die Vermutung, dass intellektuelle Konzepte und Bekenntnisse auch dann noch zu schwach sein könnten, wenn sie sich von einer funktionierenden Demokratie getragen wissen.
"Möglich ist freilich auch das gegenteilige, gewalttätige Szenario: Im Verteilungskampf um knappe Resourcen, deren Wert unaufhaltsam steigt, wachsen sowohl die Begierde als die Überlebensnotwendigkeit, sich immer mehr "Güter der Erde" auf Kosten der Mitmenschen privat anzueignen, allen voran das Wasser. Das Feld dessen, was Privatbesitz sein darf, würde sich immerfort ausdehnen. Politische Konflikte und Kriege wären die Folge." [62]
Schon Adam Smith, eben nicht nur der Autor von "The Wealth of Nations", sondern auch der Autor von "The Theory of Moral Sentiments", wusste, dass Ökonomie mehr sein muss, als eine Technik zur Akkumulation von Kapital:
"Zurück zu Adam Smith und seiner "Theorie der ethischen Gefühle", wonach Freiheit auf dem Mitgefühl und der Verantwortung für die Mitmenschen gründet." [88]

Fazit
De Weck hat ein dichtes, kurzes und atemloses Buch geschrieben. Auf einer Hatz nach den Ungerechtigkeiten des modernen Kapitalismus schrammen wir an allem vorbei, was dabei irgendeine Rolle spielt. De Weck prangert an, zieht Fazit um Fazit, erstellt Listen, geht 2000 Jahre zurück zu Tacitus, befragt den Nobelpreisträger von 1998, Amartya Sen, erinnert sich an das Rehabilitationsfähige bei Marx, findet Konzepte bei Böckenförde, Binswanger, Sik, Proudhon und gemahnt mit Paul Virilio zur Langsamkeit. Das ist viel und zeugt von stupender Belesenheit des Autors. Es lässt aber auch die Frage zu, ob es genug sein kann. Ich habe in dem Text nach einem roten Faden gesucht und eigentlich deren zwei gefunden. Zum einen die Einsicht, dass es so nicht weitergehen kann und dass wir alle als verwöhnte Konsumenten endlich aufwachen müssen - und zum anderen, dass wir der mittlerweile beeindruckenden Apparatur der Kapitalinteressen eigentlich wenig entgegensetzen können.
Die zentrale Frage des Buches lautete: Gibt es einen anderen Kapitalismus? Die Antwort könnte lauten: man kann ihn zumindest denken und man muss ihn denken. Doch eine andere Frage taucht auf und ist von grösster Dringlichkeit: Können wir den Umbruch zu einem neuen Kapitalismus (der ökosozialen Marktwirtschaft) in geordneten Bahnen vollziehen?

"Die Geschichte gibt wenig Anlass zur Hoffnung, dass sich der weltweite Laissez-faire leicht reformieren lässt. Immerhin haben sich westliche Regierungen erst nach Katastrophen der Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkriegs aus dem Griff älterer Orthodoxien des freien Markts befreit. Unwahrscheinlich also, dass man gangbare Alternativen zum Laissez-faire findet, bevor es nicht erneut zu einer Wirtschaftskrise kommt. Diese allerdings wird dann wesentlich gravierender sein, als alles, was wir bislang erlebt haben." [104, Zitat von J. Gray]

Dieses Buch leistet viel auf wenig Papier. Was mir zu kurz gekommen ist, ist die Frage nach den konkreten Möglichkeiten (und Gefahren) das Gedachte ins Werk zu setzen. Ist die EU fähig die Stimmen der Bürger zu hören und zu bündeln? Regiert in den USA wirklich noch der amerikanische Präsident? Was geschieht, wenn die Natur unverkennbar eine Rechnung vorlegt, die nicht einmal mehr via Inflation sozialisiert werden kann? 4 Sterne.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der Kapitalismus ist tot, es lebe der Kapitalismus! Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise gibt Anlass zur Systemkritik, doch einen Systemwechsel fordert kaum einer - auch nicht Roger de Weck. Allerdings stellt der ehemalige Chefredakteur der Zeit und des Tages-Anzeigers die Schwächen des Kapitalismus ins Zentrum. So treffsicher seine Analyse ist, so kleinteilig fällt das Ergebnis aus. Das skizzierte ökosoziale Reformprojekt besteht aus lauter zarten Pflanzen, in deren Ansammlung nicht jeder Leser einen heranwachsenden Wald erkennen wird. De Weck, der das Hektische am Kapitalismus anprangert, eilt selbst von rechts nach links und von groß zu klein. Das ist unterhaltsam, aber der Streifzug lässt jene ratlos zurück, die auf manche Fragen eine handfeste Antwort haben wollen - darunter so gewichtige wie jene nach der Zukunft der Zentralbanken oder der Aktiengesellschaften. Trotzdem ist das Buch sehr lesenswert, und getAbstract empfiehlt es allen, die mit dem feingeistigen Roger de Weck über Optionen nach der Krise nachdenken wollen.
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