Jacob Petersen (Mads Mikkelsen) arbeitet schon jahrelang als Entwicklungshelfer und ist beliebter und wichtiger Mitarbeiter in einem Waisenhaus in Indien. Doch die Gelder für dieses ambitionierte, soziale Projekt stehen zunehmend auf wackligem Fuß. Allerdings ist ein möglicher, ja sogar wahrscheinlicher Spender gefunden worden. Es handelt sich um den schwerreichen dänischen Unternehmer Jørgen (Rolf Lassgard), der Möglichkeiten hätte, das Waisenhaus für Jahre zu retten. Allerdings ist mit der Millionenspende auch die Aufforderung verbunden, dass Jacob persönlich in die alte Heimat fliegen soll. Für Jørgen scheint es wichtig, dass er die Menschen, die hinter dem Entwicklungsprojekt stehen, persönlich kennenlernt. Nur widerwillig geht Jacob auf die Forderung ein, denn der kleine Waisenjunge Pramod liegt ihm am Herzen, er sieht sich als Vaterfigur für den Jungen.
In Dänemark selbst kommt sich Jacob fremd vor, auch der Luxus, den man ihm anbietet. Ein exklusives Luxusappartment im Hotel beispielsweise.
Beim ersten Termin hat er den Eindruck, dass Jørgen noch längst nicht entschieden hat und auch irgendwie desinteressiert seinen Schilderungen folgt. Vielleicht liegt es am grossen Tag, der kurz bevorsteht:
Jørgens Tochter Anna (Stine Fischer Christensen) verheiratet sich mit einem ehrgeizigen Mitarbeiter des Unternehmens (Christian Tafdrup). Jacob wird zur Hochzeit eingeladen. Erstaunt erkennt er unter den Hochzeitsgästen seine ehemalige Freundin Helene (Sidse Babett Knudsen). Nun ist sie Jørgens Frau. Doch es kommt noch dicker: Während der diversen Hochzeitsreden hört er, dass Anna gar nicht das leibliche Kind von Jørgen ist und der richtige Vater nicht bekannt ist. Plötzlich hat Jacob eine Vermutung, die ihn völlig schockiert. Doch dies ist erst der Anfang einer dramatischen Vergangenheitsbewältigung...
"Nach der Hochzeit" (Original: Efter brylluppet) ist ein dänischer Film der Regisseurin Susanne Bier, die bereits mit zwei Dogma Filmen "Open Hearts" und "Brothers" Publikum und Kritik überzeugen konnte.
Auch in "Nach der Hochzeit" ist der Dogma Stil weiterhin präsent und das lebensechte Drama überrascht mit unerwarteten Wendungen und hervorragenden Darstellerleistungen. Dabei brilliert vor allem "Wallander" Darsteller Rolf Lassgard mit einer fast wahnwitzigen Vorstellung eines verzweifelten Familienvater.
Der Film war für den Europäischen Filmpreis nominiert, ging aber leider wie auch bei der Oscarverleihung (Kategorie "Bester Auslandsfilm") leer aus, beide Male hatte er gegen "Das Leben der Anderen" das Nachsehen.
"Nach der Hochzeit" ist ein weiterer Beweis für das derzeit spannende dänische Kino mit neuen Namen, die sich neben Lars von Trier etablieren können: Ole Bornedahl, Lone Scherfig, Thomas Vinterberg, Anders Thomas Jensen, Lasse Spang Olsen, Christoffer Boe und natürlich Susanne Bier.