welcher eine systematisch hervorragende und überaus beängstigende wie auch schonungslose Darstellung der Geschichte des politisch organisierten Rechtsextremismus in Deutschland von 1945 bis in die 90er Jahre wiedergibt. Eine Reduktion auf brennende Wohnheime von Asylwerbern findet dort jedenfalls nicht statt, und auch in Interviews mit mitunter höchst prominenten Gesprächspartnern wird deutlich, dass Ausgangspunkt dieser Berichterstattung stets die Mitte der Gesellschaft ist und an einer Verharmlosung als Randphänomen dabei niemandem gelegen.
Ein bedauerlicher Wermutstropfen bleibt für mich jedoch zweifellos, dass einer der Autoren, der Journalist Rainer Fromm, sich auch für Arbeiten verantwortlich zeichnet welche jede Auseinandersetzung mit Krieg und Gewalt in Computer- und Videospielen auch dadurch diffamieren wollen, dass diese ihren Gegenstand pauschal affirmativ betrachten würden - zuletzt noch bei einem Vortrag des Chaos Computer Club, wo eine grundsätzliche Beschäftigung mit dem Vietnamkrieg dahingehend gesehen wurde. Und dann ergeben sich auf öffentlich-rechtliche Bilder von Computerspielern als "Nazis und Familienväter".
Als passionierter Videospieler, Mensch mit Behinderung und somit auch persönlich potentielles Opfer rechter Gewalt relativiert sich das ganze dadurch leider auch etwas, wenn man bei der eigenen kulturellen Fremdenfeindlichkeit dermaßen blind ist, oder noch so aggressiv vorgeht.
Formal ist "Nacht Hitler - Teil 2" allerdings nichts anderes denn großartig zu nennen. Bei der subkulturellen Darstellung in den anderen beiden Teilen zeigen sich so aber auch einige deutliche Fragezeichen.