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Produktinformation
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In Zeiten, in denen sich die rechtsextreme Szene immer mehr radikalisiert, in der sie klandestine Strukturen zu entwickeln beginnt und sich die Waffenfunde häufen, erinnern die Autoren an ähnliche Entwicklungen in den 70er-Jahren. Die Radikalisierung auf der Rechten mündete damals im Terrorjahr 1980/81 und dem Oktoberfest-Attentat, dem blutigsten in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Doch anders als der RAF-Terror ist sein rechtsextremes Gegenstück längst aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt.
Doch der Rechtsextremismus ist nicht nur ein westdeutsches Problem. Auch im antifaschistischen Musterstaat DDR gab es eine Neonaziszene. Hooligans machten zunächst bei Fußballspielen von sich reden und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Als im Oktober 1987 eine Gruppe von Skinheads ein Konzert in der Berliner Zionskirche überfiel, konnte auch das SED-Regime die Gefahr von rechts nicht länger totschweigen. Nach der Wiedervereinigung nahm schließlich im Osten Deutschlands Konturen an, was im Westen kaum je gelungen ist: die soziale und kulturelle Verwurzelung des Rechtsextremismus vor Ort. "Rechtssein" als Normalität, gerade unter Jugendlichen: Nazis sind Pop.
Nach Hitler schildert anschaulich die noch oft unbekannten Verbindungen der rechtsextremen Szene in Deutschland. Es ist eine beklemmende Dokumentation, die vor allem eines deutlich macht: Der Rechtsextremismus ist quicklebendig, und Parteienverbote allein werden daran wenig ändern. --Stephan Fingerle -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Aber auch inhaltlich konnte es mich durchaus überzeugen. Es gibt im Buch nicht nur eine kurz gefasste Geschichte der mehr oder weniger militanten Rechtskräfte in der BRD, sondern auch eine breite Schilderung der Grauzone zwischen legal und illegalen Gruppen der Scene. Genau dies wird in der Regel - aus fadenscheinigen Gründen - von staatsnahem Kräften (und deren publizistischen Helfern), wenn überhaupt, nur kurz abgehandelt.
Ich kann dieses Buch jedem Mitbürger empfehlen, welcher nicht tatenlos zusehen will, wie dieser Staat immer mehr in rechtes Fahrwasser gerät.
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