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Nach Rom zu Fuß. Geschichte einer Pilgerreise
 
 
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Nach Rom zu Fuß. Geschichte einer Pilgerreise [Gebundene Ausgabe]

Christian Jostmann
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 2 (30. Mai 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406557392
  • ISBN-13: 978-3406557392
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,8 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 100.524 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Christian Jostmann
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Nach Rom zu reisen bedeutete einst, daß sich ein Lebenstraum erfüllte. Ob der Kaiser, der in Rom die Krone, oder der Bischof, der hier den Bischofsstab zu empfangen hoffte, der Pilger, der vor den Apostelreliquien beten, der Künstler, der sich an der Antike vervollkommnen, oder der Gebildete, der sich in Roms Geschichte selbst finden wollte - die Ewige Stadt zog sie alle an, und die Anziehungskraft war so groß, daß Menschen auf der Nordseite der Alpen die Kosten und Beschwernisse wochen-, ja monatelangen Reisens auf sich nahmen, um das Ziel ihrer Wünsche zu erreichen. Heute haben Eisenbahn, Auto und Flugzeug die Romreise zu einer Sache von wenigen Stunden gemacht, sie ist das Ergebnis einer Augenblicksentscheidung und nicht mehr Gegenstand der Lebensplanung. "War die Reise hierher einst eine Pilgerfahrt und sicherlich ein Ereignis im Leben eines Menschen, so macht man sie jetzt in kürzester Zeit ab", schrieb schon im 19. Jahrhundert der Schriftsteller und Romkenner Gregorovius. Lange Zeit hat Christian Jostmann davon geträumt, zu Fuß nach Rom zu gehen, und als sich plötzlich die Gelegenheit ergab, ist er nach wenigen praktischen Vorbereitungen von München aus aufgebrochen, auf dem Rücken das Lebensnotwendige, vor sich die Alpen und zwei Monate Zeit. Was er auf seiner Reise zu einem uralten Ziel, auf alten, aber längst vergessenen Wegen erfahren hat, erzählt er in diesem Buch. Er erzählt von Gefährten und Vorläufern, von großen Schlachten und verschwundenen Sprachen, von einem deutschen Militärarzt am Po und einem Hobby-Archäologen im Apennin, von singenden Mönchen und verkannten Propheten, von Gastfreundschaft und Einsamkeit, kurzum: von anrührenden Begegnungen mit Geschichte und Gegenwart Italiens, wie sie nur ein Wanderer erlebt. Es ist die Geschichte einer Reise, die nicht nur den Raum, sondern die Zeit durchmißt.

Über den Autor

Christian Jostmann, geb. 1971, ist promovierter Mediävist und Autor der "Süddeutschen Zeitung".


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein befreiender Weg 25. Mai 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Die übliche Frage des beschäftigten und geschäftigen Westeuropäers angesichts dessen, was Christian Jostmann an Weg hinter sich gebracht hat, stellt der Juwelier im Epilog des Buches: "Wie habt ihr es bloß geschafft, Euch von allem zu befreien"?

Eine völlig verständliche Frage angesichts der vielen Verpflichtungen des Alltages und dennoch eine, in Bezug auf das Buch, nicht wirklich zutreffende Frage.
Natürlich braucht es Planung und die Schaffung von Freiräumen um den ersten Schritt des langen Weges zu gehen. Aber sich "zu befreien", das ist nicht das Ergebnis vorhergehender Planung, sondern letztlich die Frucht des Weges, zumindest dieses Weges.

Im August 2004 macht sich der Journalist und Historiker Christian Jostmann daran, einen seiner Träume zu verwirklichen. Eine Pilgerreise zu Fuß nach Rom mit München als Startort. Was es wird ist allerdings nicht nur eine einfache Wanderung oder eine rein spirituelle Erfahrung von Innerlichkeit, sondern ein lebendiger, bunter Bilderbogen einer Vielzahl von Erlebnissen, Beschreibungen historischer Orte, geschichtlicher Entwicklungen und einer Vielzahl von teils lustigen, teils bewegenden menschlichen Begegnungen und inneren Erlebnissen.

Einfach, direkt, aber bildhaft lebendig schreibt Christian Ostmann, angenehm liberal, weltoffen in seinen Glaubensüberzeugungen und dennoch in diesem katholischen Glauben verankert. Als "nicht fleißiger" Kirchgänger wird auch diese Pilgerfahrt nicht zu einer übertriebenen amtskirchlichen Reise.
Doch die befreiende Kraft eines einfachen Gottesdienstes nach einer Nacht im duftenden Heu in der "vom Morgenlicht durchfluteten" Franziskaner Kirche zu Bozen ist wieder ein kleiner Stein auf dem inneren Weg befreienden Erlebens. Ein inneres "zur Ruhe kommen", das die Sehnsucht des Lesers nach ebensolchem Erleben des Wegfalls ständiger Anspannung wachruft. Wie das ganze Buch es vermag, den Leser innerlich mit auf diese Reise zu nehmen.

Äußere Wegmarken des Pilgerns ist das kleine Heft, dass Christian Jostmann bei sich führt und in das er jeden Tag von Ämtern der besuchten Orte einen Stempel hinein setzten lässt. Äußere Wegmarken, die das innere Erleben begleiten, jede Wegmarke ein Stück näher an das Ziel, Rom, heran, jede Wegmarke ein Stück mehr an inneren Erfahrung und äußeren Erleben.

Einem äußeren Erleben, das nicht durchweg romantisch ist. Die Strapazen des Weges klingen durchaus an, mit Ratten zu nächtigen ist sicher kein großes Vergnügen gewesen, wohl aber eine Erweiterung persönlicher Erfahrungen.
Erfahrungen, die immer vom Humor begleitet sind, bei dem der ernste Hintergrund allerdings spürbar mitschwingt. Am 40. Tag der Reise (exakt die Dauer von Jesu Aufenthalt in der Wüste), sieht sich Christian Ostmann einer weiteren, harten Prüfung ausgesetzt: Er geht zu dieser Zeit nicht allein, sondern begleitet von seiner Lebensgefährtin Veronika.
Streit kennzeichnet das gemeinsame Gehen. Doch auch hier erleben wir, mitfühlend an seiner Seite, das befreiende Erleben des klaren Wortes und das innere Zueinanderfinden dann doch. Vielleicht braucht es manches Mal in vielen Beziehungen Situationen ganz außerhalb des Alltages, um miteinander wirklich zu sprechen?

In der Struktur des Buches folgt Christian Jostman Mystischer Zahlentradition. In sechs Alter gliedert sich das menschliche Leben, sechs ist die Zahl der Aktivität, in sechs Unterkapitel (Bücher) gliedert Jostmann sein Buch. Eine überzeugende Verbindung seiner persönlichen Reise in den großen Zusammenhang der Lebensreisen dieser Welt.

Ebenso in der Form anders ist der Satz des Buches. Nicht im Blocksatz, sondern linksbündig ist das Buch gesetzt und folgt damit der inneren Form des fließend erzählten Tagesbuches. So entsteht letztlich keine Reisebeschreibung im geographischem Sinne, sondern dem Leser wird eine innere Begleitung auf dem Weg möglich, die eigene Assoziationen und ein ganz eigenes Erleben mit dieser "Lebensreise des Glaubens" freisetzt.

Herausgenommen aus dem alltäglichen Leben, um in das wirkliche, eigene, innere Erleben einzutauchen, diese Lebensreise erlebt Christian Jostmann und durch seine Art der direkten und klaren Beschreibung ist das Lesen des Buches ein Miterleben dieser äußeren und, vor allem, inneren Reise.
Die Kraft, die der christliche Glaube auch in (kirchlich fast verfehmter) liberaler, weltoffener und dennoch vertrauensvoller Form in sich trägt und die Welteröffnung, die damit einhergeht sind spürbar im Raum

In bester Form motiviert diese Wegbeschreibung, selber möglichst bald einen ganz anderen Weg als den der ausgetretenen, alltäglichen Pfade unter die eigenen Füße zu nehmen.
Letztlich ist es dies, was in den Zeilen mitschwingt und was der eigentliche Gewinn einer solchen Unternehmung von 50 Tagen ist, sich selber näher zu kommen in ganz anderen Umständen.
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13 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
danke, hape kerkeling 18. März 2007
Format:Gebundene Ausgabe
eins vornweg: ich kenne hape kerkeling nicht und habe auch nicht sein buch "ich bin mal weg" (oder so) über seine pilgerreise auf dem jakobspilgerweg gelesen. aber ich könnte mir vorstellen, daß der erfolg seines buches herrn beck bewogen hat, im c.h.beck verlag ein buch zu einem ganz ähnlichen thema in schöner ausstattung herauszubringen: christian jostmanns "nach rom zu fuß" - geschichte einer pilgerreise. jostmann ist im august/september 2004 in ewas mehr als 50 tagen von münchen nach rom gewandert und erzählt in kleinen episoden über begegnungen, erlebnisse, persönliche erfahrungen auf diesem weg. das buch ist kein buch zum "nachwandern", die route und andere technische details bleiben angenehm im dunklen, sondern ein buch, das in knapper, schlichter sprache die erfahrungen jostmanns auf seinem weg plastisch macht. gewürzt mit allerlei kleinen historischen exkursen - der autir ist historiker - die aber nie oberlehrerhaft und aufgesetzt wirken. obwohl eine weggefährtin, mit der jostmann ein´stück der strecke zurücklegt, ihm genau das vorwirft. eine beeindruckende lektüre.
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14 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
"totale Kasteiung" 18. August 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Um es vorwegzunehmen: Christian Jostmann ist kein erfahrener Fernwanderer und kein Pilger im eigentlichen Sinne. Für diese beiden Adressatenkreise ist das Buch kaum geeignet.
Die Motive seiner Reise weiß der Autor in mystisches Dunkel zu hüllen. Zunächst war es schlicht eine Idee, später tritt ein geheimnisvolles Gelübde hinzu. Ansonsten zeichnet sich der Autor durch eine merkwürdige Distanz zum Thema Religion aus: So erklärt er, "als 'ein aufgeklärter Mensch nicht an die Kraft der Apostelreliquien" zu glauben, vergleicht Gottesdienste mit Aktionärsversammlungen oder spricht von einem Pfarrer und '"seinem'" Gott. Auf der anderen Seite sammelt er fleißig Pilgerstempel, klopft an Klosterpforten und erwartet mit dem Geleitbrief seines Pfarrers unter dem Schein der frommen Wallfahrt gastfreundliche Aufnahme.
'"So ein Scheinheiliger"' - was Jostmann über einen lombardischen Bauern schreibt, fällt auf ihn selbst zurück. Zumal dort, wo er seinen Weggenossen und Zufallsbegegnungen mit bornierter Reserviertheit gegenübertritt. Rentnergruppen umschwirren ihn '"wie ein Schwarm Fliegen"', Venedigwanderer degradiert er zu '"Grasslers Jüngern'", ein freundliches Ehepaar zu '"Genußwanderern"'. Dieser Spezies aber steht der Autor nach eigenem Bekunden denkbar fern. Seine Tour beschreibt er mehrfach als "totale Kasteiung". Der unvermeidliche Wechsel zwischen Herausforderung und Glückserlebnis -' für andere der besondere Reiz des Pilgerns '- gerät ihm zu Mühsal und Qual: '"Den vierzigsten Tag"', so klagt er an einer Stelle, sei er '"heute auf der Straße, ebensolange wie Jesus in der Wüste war, den Versuchungen des ewigen Widersachers ausgesetzt'". Sieben Prüfungen - 'Bremsen, Verkehr, Hitze, Durst, Fußschmerzen, Heimweh und ein streitsüchtiges Weib habe der Herrgott ihm geschickt. Dieses Lamento zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch, obwohl Jostmann durchaus über eine anständige Barschaft verfügt und sich sogar von seinem Vater frische Wäsche nach Verona liefern läßt.
Den Leser beschleicht das Gefühl, die Welt bewege sich zwar unter Jostmanns Füßen hinweg, er selbst aber verharre weitgehend auf seinem eigenen Standpunkt. Diese starre Perspektive hat freilich etwas durchaus Unterhaltsames. Sieht man von bildungsbürgerlichen Stileskapaden -' wenn etwa der '"brave Seume"' zitiert wird - ab, so erschließt sich einiges vom Innenleben eines Wanderers, der die Eindrücke seines Weges präzise beschreibt und einordnet. Sie mitzuerleben gelingt dem Leser umso leichter, als er unabhängig von der Sympathiefrage zweifellos Facetten seiner eigenen Erfahrungen im Text wiederfindet. Insofern eignet sich das Buch für alle, aus welchen Gründen auch immer, Daheimgebliebenen, die an der Seite Jostmanns eine virtuelle Pilgerfahrt unternehmen und darüber hinaus zum Bildungserlebnis gestalten wollen. Wem Stil und Marschtempo des Autors nicht zusagen, der möge '- Jostmann selbst macht es mehrfach vor -' seine Reisebegleitung getrost stehen lassen und eigene Wege beschreiten.
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