"Nach Fünf im Urwald" ist eine von Hans-Christian Schmid cool inszenierte und äussest witzige Komödie mit glaubwürdigen Charakteren, guten Dialogen und liebevollen Details. Es geht um Anna, die ihren 17. Geburtstag feiert. Danach hat sie Stress mit ihrem Vater und geht gegen seinen Willen mit ihrem Bekannten Oliver nach München, wo sie zu einem Casting will. In der Folge machen sich beide Eltern auf die Suche ihrer Kinder.
Die Geschichte entwickelt sich parallel und zeigt, dass die Spiessereltern, welche ihre Kinder für ihr jugendliches Verhalten kritisieren, früher (und auch heute) keinen Deut besser gewesen sind. Die Party der Jungen folgt die Party der Alten. Während Annas Vater zunächst noch empört über einen Haschischfund reagiert, rollt er später damit einen Joint und raucht ihn mit Olivers Eltern. Auch ist der Dreck nach der Party bei beiden ähnlich. Und bezüglich Sex haben es die Alten auch ziemlich dick hinter den Ohren.
Herausragend ist die darstellerische Leistung der Schauspieler. Franka Potente - in ihrer ersten Filmrolle - spielt das unerfahrene Landei Anna. Axel Milbert ist absolut genial in seiner Rolle als Annas Spiesser- und Macho-Vater (Beruf: Politiker!). Dagmar Menzel glänzt als naive Ehefrau und bürgerliches Luxusweibchen. Herrlich doof spielt Thomas Schmauser Annas schüchternen Bekannten Oliver. Peter Ender und Sibylle Canonica trumpfen als seine alternativen Eltern auf. Ganz köstlich ist schlieslich auch Farina Brock, welche die altkluge kleine Schwester von Anna mimt. Sie kommentiert die Handlung mit ihren teilweise skurrilen Ansichten. Das Beste am Film ist übrigens nicht Franka Potente, sondern die Eltern. Besonders die Szene mit dem toten Hasen Kult. Besser kann man eine Komödie nicht machen, darum gebe ich 5 Sterne.