Aus der Amazon.de-Redaktion
Auf den ersten Blick mag die These gewagt erscheinen, dass sich die (Un-)Kultur des geizigen Raffens hierzulande tatsächlich bereits ihrem Ende zuneigt und sich stattdessen eine Kultur der Großzügigkeit zu etablieren beginnt. Zweifellos aber dürfte Thomas Ramge vielen Menschen aus der Seele sprechen, die sich nicht länger weismachen lassen, dass sich derjenige "rational" verhalte, der "mitnimmt, was er kriegen kann" und die begriffen haben, dass das herrschende "Nehmer-Prinzip" die Grundlagen unserer Gesellschaft gefährdet.
Ramge hält sich dankenswerter Weise nicht lange damit auf zu zeigen, weshalb eine Gesellschaft von Egoisten auf Dauer nicht lebensfähig sein kann und welche Schuld das Ego-Prinzip an welchen der heutigen sozialen Missstände trägt. Dazu ist das nötige tatsächlich ziemlich schnell gesagt. "Das Raffke-Paradox Wenn alle nehmen, bleibt nichts übrig" ist das Kapitel überschriebene, in dem der Autor das notwendige Scheitern einer nach dem Ego-Prinzip verfahrenden Gesellschaft prägnant und einsichtig darlegt. Der gesamt Rest des Buches wirbt für das "Geber-Prinzip" der Großzügigkeit. Mit überzeugenden Argumenten legt der Autor dar, dass Großzügigkeit nicht nur vernünftig wäre, sondern bei genauer Betrachtung eigentlich in unserer Natur liegt, weil sie art- und selbsterhaltend wirkt, während der Egoismus als Gesellschaftsprinzip selbstzerstörerisch ist.
An vielen Beispielen zeigt Ramge, dass tatsächlich bereits mehr (vernünftige) Menschen als man vielleicht glaubt nach dem Geber-Prinzip handeln und dabei glücklich sind. Ein Buch, das Hoffnung macht! -- Hasso Greb
Kurzbeschreibung
Auswege aus der momentanen wirtschaftlichen und politischen Stagnation sind gefragt. Doch die üblichen Rezepte reichen nicht aus. Erschleichung von Subventionen, Spesenrittertum, Schwarzarbeit, Missbrauch sozialer Leistungen und ähnliche Disziplinen sind in Deutschland vom Vorstand bis zum Sozialhilfe-Empfänger zum Volkssport geworden. Diese Haltung führt nicht nur zum wirtschaftlichen Bankrott, sondern erweist sich auch für die Menschen als Sackgasse. Dabei zeigt die moderne Glücksforschung eindeutig: Menschen, die sich für andere engagieren, sind glücklicher! Geben lohnt sich - für alle.
Über den Autor
Thomas Ramge, geboren 1971, Journalist, arbeitet zurzeit für das Wirtschaftsmagazin "brandeins" und schreibt regelmäßig für "Die Zeit". Für sein 2004 erschienenes Buch "Die Flicks. Eine deutsche Familiengeschichte über Geld, Macht und Politik" wurde er mit dem Wirtschaftsbuchpreis 2004 der "Financial Times Deutschland" ausgezeichnet.