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Nach Amerika: Die Geschichte der deutschen Auswanderung
 
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Nach Amerika: Die Geschichte der deutschen Auswanderung [Broschiert]

Bernd Brunner
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Einst setzte Benjamin Franklin auf die `tapferen und aufrechten Deutschen'. (...) Franklin wähnte in ihnen, so schreibt es Bernd Brunner in seiner kundigen, aufschlussreichen und gut lesbaren Studie, ein `schwer berechenbares und potenziell gefährliches Element, das Pennsylvania zu einer deutschen Kolonie zu machen drohte'. (...) Wir lesen und lernen. (...) Besonders ist Brunner zu danken, dass er mit einer ziemlich verbreiteten Legende aufräumt, die selbst vor Schultüren kein Halt macht. Beinahe sei Deutsch zur amerikanischen Landessprache geworden, heißt es zuweilen." --Daniel Friedrich Sturm, Die Welt, 3. April 2010

"(...) deutsche Debatten [könnten] über Integration oder Parallelgesellschaft noch viel aus den Erfahrungen deutscher Auswanderer vergangener Jahrhunderte lernen. Die meisten zog es seit dem 17. Jahrhundert 'nach Amerika'; ein Buch dieses Titels von Bernd Brunner erzählt die Geschichte der deutschen Auswanderung in die USA, die über lange Zeit zur Herausbildung einer durch Sprache, Tradition und Religion geprägten Parallelgesellschaft führte, bevor die beiden Weltkriege das deutsche Element in USA in Misskredit brachten." --Hannes Schwenger, Der Tagesspiegel, 31. Mai 2010

Kurzbeschreibung

Die USA wurden weit ins 20. Jahrhundert hinein von deutschen Auswanderern geprägt. Man schätzt, dass etwa ein Sechstel der heutigen US-Bevölkerung deutsche Vorfahren hat. Die Auswanderung begann mit einzelnen, sektiererisch geprägten Gruppen im 17. Jahrhundert und setzte sich dann in Schüben fort bis zum Beginn der Massenauswanderung im 19. Jahrhundert. Bis 1914 verließen rund sieben Millionen Deutsche ihre Heimat in Richtung USA. Dieses Buch schildert, warum Deutsche ihr Land verließen, wie sie aufgenommen wurden in der "Neuen Welt" und wie sie sich dort organisierten. Dabei werden eine Reihe von besonders interessanten Aspekten berücksichtigt, zum Beispiel die Situation deutsch-jüdischer Auswanderer im 19. Jahrhundert, der Kontakt der deutschen Auswanderer mit verschiedenen ethnischen Gruppen wie Indianern, Schwarzen und Chinesen und ihre Rolle bei der Sklavenhaltung im amerikanischen Süden. Etwa 15 Kurzporträts von prominenten Auswanderern, eine Kurzchronik und Tipps für eigene Familien-Recherchen runden den Band ab.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Broschiert
Es war wohl John F. Kennedy der einst den Ausspruch tätigte die USA seien nach Deutschland die größte deutsche Nation. Und Kennedy hatte Recht, wird doch heute für ein Sechstel der US-Bevölkerung (bei 300 Millionen sind das immerhin 50 Millionen und Österreich wie die Schweiz sind aus dem Rennen) angenommen dass sie deutsche Vorfahren haben. Die deutsche Auswanderung nach Amerika wird zudem in Hinsicht auf Kontinuität nur von Großbritannien selbst übertroffen. Bis 1914 waren es rund sieben Millionen Deutsche die den Weg über den Atlantik in die verheißungsvolle Neue Welt gewagt haben, wobei die größten Auswanderungswellen zwischen 1848 und 1933 zu finden sind. Von den "48ern" unter den Deutschamerikanern haben einige sogar prägend auf die Gründung der Republikaner und Lincolns Sklavenbefreiung mitgewirkt.

Auswanderung als Ventil für Überbevölkerung, Hungersnot, Verfolgung und Neubeginn haben Tradition, wie die zahlreichen von Bernd Brunner aufgezeigten Emigranten-Geschichten zeigen. Obwohl es vergleichsweise erst spät zu deutschen Städtegründungen in den USA kam, waren doch schon relativ früh Deutsche in englischen, holländischen oder auch skandinavischen Siedlungen auf dem nordamerikanischen Kontinent zu finden, so dass es sogar dazu kam dass Deutsche wie Holländer als "Dutch" bezeichnet wurden. Auch wenn es einige Abenteurer gab, am Anfang der organisierten Auswanderung Deutscher steht eine religiöse Motivation. Wegen Verfolgung in der eigenen Heimat oder schlicht der Versprechungen eines religiösen Utopias mit niedrigen Pachtzinsen, wie William Penns Pennsylvania, waren es zuallererst diese religiösen Gruppierungen die in den USA Fuß fassten. Mit dem Fortlauf der europäischen Geschichte und der Verwüstung so mancher deutscher Länder durch Kriege, Hungersnöte, Willkürherrschaft und Unwetter setzte sich jedoch schon bald eine neue Form der Auswanderung durch, so dass am Ende des 18. Jahrhunderts nur noch rund 10% der deutschen Auswanderer religiös motiviert waren.

Anhand von ausgewählten Lebensläufen zeigt Bernd Brunner nicht nur solche Emigranten die es in den USA "geschafft" und zu Vermögen oder Ruhm gebracht haben, sondern auch einige jener die sogar zurück nach Europa gegangen sind. Es ist ein Bild das auch Schatten wirft, welches Brunner in NACH AMERIKA zu zeigen versucht. Doch dank seines eindringlichen Stils und einer guten Portion erzählerischem Talent ergibt sich ein Gesamtwerk das man als Bereicherung empfindet. Das Werk folgt einem roten Faden, verstrickt sich nicht in Einzelgeschichten und wirkt gut gestrafft.

Fazit:
Lebendig erzählte Geschichte.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
viele Informationen 3. März 2010
Von Mario Koch TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
Vom 17. Jahrhundert an bis zum Jahr 1914 verließen insgesamt siebzehn Millionen Deutsche ihre Heimat Richtung Amerika. Mit Recht kann man sagen, dass die Deutschen eine große Rolle in der Entwicklung der USA als eigenständiger Nation spielten.
In den Ausführungen Brunners wir deutlich, welche Rolle die Politik in anderen Weltregionen für die Besiedlung Amerikas durch die Deutschen spielte. So verweist er auf die Folgen des Pfälzischen Erbfolgekrieges (1688-1697), in dessen Verlauf die Franzosen die Pfalz besetzten. Hinzu kamen klimatische Katastrophen. Und so stießen die Werbungen der englischen Regierung auf offene Ohren - knapp fünfzehntausend Pfälzer machten sich auf den Weg nach Amerika.
Brunner beschreibt auch die Umstände, unter denen die Neuansiedlungen stattfanden und er stellt einzelne Personen, die in kurzen Einschüben vorgestellt werden, in den Fokus. So zum Beispiel Jacob Leisler, John Jacob Astor oder Franz Boas. Ganz nebenbei erfährt der Leser auch, woher der Begriff vom armen Pfälzer (poor Palatine) kommt.
Die Ausführungen zum Thema sind recht knapp gehalten und das Buch liest sich in einem Zug, auf ausufernde Erläuterungen verzichtet der Verfasser. Trotzdem behandelt er eine Vielzahl von Themen, wie die ersten Deutschen in Jamestown (1607/1608), die Bezahlung der Überfahrten nach Amerika, Gründe für die Ausreise ebenso wie die Rückreise in die alte Heimat oder Pläne einer deutschen Kolonie in Amerika.
Das thematisch sehr breit gefächerte Buch ist zu empfehlen, bietet es doch auf jeden Fall einen knappen aber übersichtlichen Einblick in ein besonders spannendes Thema.(Vorabrezension aus Amerindian Research)
War diese Rezension für Sie hilfreich?
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Einwanderung und Assimilation 23. November 2010
Von Reader
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
In diesem Buch gibt Bernd Brunner einen gut geschriebenen Überblick über die deutschsprachige Einwanderung in das Gebiet der USA zwischen dem 17. und dem 20. Jahrhundert. Er beschreibt die verschiedenen Beweggründe für die Auswanderung, die Aufnahme der Einwanderer in Amerika und die Geschichte des deutschamerikanischen Selbstverständnissen, und er stellt diese Themen anhand einzelner Kurzbiografien von herausragenden deutschen Auswanderen dar. So weit, so gut. Mir persönlich fehlt jedoch eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema, warum sich die deutschsprachigen (ähnlich wie die skandinavischen) Einwanderer insbesondere seit Mitte des letzten Jahrhundert scheinbar schneller in den amerikanische 'melting pot' eingefügt haben als das andere, ebenfalls nicht englischsprachige Einwanderergruppen gemacht haben. In diesem Zusammenhang wäre auch ein Vergleich mit der Geschichte italienischer, osteuropäischer oder asiatischer Einwanderer in den USA spannend gewesen. Nichtdestotrotz ein recht gut zu lesendes Buch, genau passend für eine Flugstrecke in die USA.
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