Es war einmal in Abidjan, in einer Gemeinde mit dem Namen Village Ki-Yi, in dem alle Einwohner Künstler waren. Unter Dächern aus Bananen- und Palmenblättern, aber meistens unter freiem Himmel, schrieben sie Musik und Theaterstücke, malten und tanzten. An einem Donnerstag Abend saß ein Vater des Dorfes gemütlich in seinem Sessel und genoss die Party, die zum Anlass seiner Rückkehr nach einer langen Auslandstournee gegeben wurde. Aus dem fröhlichen Tohuwabohu stach plötzlich die Stimme der damals zwölfjährigen Gnahoré-Tochter hervor, eine hohe, etwas melancholischen Stimme mit einem klaren Timbre, verführerisch, flehend und gebieterisch zugleich. Frech verlangte sie von ihrem Vater: Papa, ich will nicht mehr in die Schule gehen, ich will hier im Dorf bleiben, so wie Du , und setzte sich mit ihrer Forderung durch. Dort wuchs Dobet auf und lernte Theater, Tanz, Gesang und Perkussionen. Im Jahre 1996 tauchte der Franzose und Gitarrist Colin Laroche de Féline auf, der auf der Suche nach unterschiedlichen Kulturen die Welt bereiste. Er wollte 3 Monate bleiben, daraus wurden 3 Jahre, so fasziniert war er von dem Lebensentwurf dieser selbstverwalteten afrikanischen Kommune. Heute erscheint Dobet Gnahorés zweites Album Na Afriki , auf dem die Sängerin das Bild ihres ganz eigenen Afrikas vermittelt und offen über die Liebe, den Tod, die Stellung und Ausbeutung der Frauen und Kinder in der afrikanischen Gesellschaft singt. Wie ein roter Faden zieht sich die Überzeugung, der schwarze Kontinent müsse unbedingt seine Ressourcen selbst und in sich selbst finden, durch das gesamte Werk. Von den Melodien der Mandingue bis zum kongolesischen Rumba, vom Ziglibiti der Elfenbeinküste bis zum Bikoutsi aus Kamerun, vom ghanaischen High-Life bis zu den Chören der Zulus liefert Dobet Gnahoré panafrikanische Töne und Rhythmen. Die Instrumentierung reicht von Sanza und Balafon bis Callebasse und Bongos, die Lieder werden in Bété, Fon, Wolof, Lingala, Malinké und Dida gesungen.
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Habe Dobet Gnahore kürzlich in Innsbruck erlebt, im wahrsten Sinne erlebt! Die fantastische Musik, die einmalige Stimme der Künstlerin und ihre unglaubliche Ausstrahlung machten den Abend zum Erlebnis! Das Album ist auf jeden Fall weiterzuempfehlen.