Dem Regisseur ist ein tolles satirisches Zeitkolorit gelungen.
Bereits nach kurzer Zeit überkommen einem Erinnerungen an die eigene Armeezeit. Mit Detailverliebtheit aber auch überzogenen Charakteren bekommt der Zuschauer eine Ahnung, wie es in etwa war - damals in der NVA.
Sicherlich, derjenige der gedient hat wird Vieles als überzogen oder gar geschönt empfinden. Es ist ja auch eine Satire und keine Doku. Ich war auch dabei - ich hatte in jener Zeit nur wenig zu Lachen. Aber die Freundschaft der Jungs untereinander, die Liebe zu einem Mädchen, der Drill bis hin zur Angst, für irgendeinen Unsinn (teilweise Dummen-Jungen-Streich) nach Schwedt zu kommen, waren real.
Einige Situationen waren fast 1:1 dargestellt, wie etwa das "Weihnachtsessen". Heute kann ich auch darüber lachen, damals wohl eher nicht. Große Klasse! Und wer die "Schildkröte", "Musikbox" oder den unsäglichen "Staubsauger" mit erleben musste, findet hier ausreichend Stoff für eigene Erinnerungen. Die EK-Bewegung hat sicherlich bei vielen Gedienten Spuren hinterlassen. Selbst heute bei der Bundeswehr hört man von diversen Rekrutenspielchen.
Einprägsam: Wer es erlebt hat, das berühmte Postausgabebuch!!! Eine psychologische "Waffe" des Hauptfeldwebels und zugleich eine der größten "Strafen" überhaupt, der Entzug der Post aus der Heimat, oder der verwehrte und sehnsüchtig erwartete Urlaub. Der bittere "Trennungsbrief" der Freundin, der Film zeigt auch Vieles, wie es wirklich war.
Fazit:
Viel Komik, viel Wahres. Ein Film mit Herz und Schmerz. Man sollte diesen Streifen nicht verdammen. Ich fand ihn toll, weil er etwas in Erinnerung rief. Auch für Nicht-Ossis sehr sehenswert und sicherlich auch zum kräftigem Ablachen geeignet.