Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Toller Titel... aber zu kurz gesprungen!, 24. August 2009
Das Buch NSCI trägt einen einprägsamen Titel, der mir gut gefällt.
Der Inhalt des Buches konnte meinen Erwartungen nicht gerecht werden. Das liegt unter anderem an folgenden Problemen (die aber leicht in einer 2. Auflage zu verbessern wären - oder mit einer dazugehörigen Website).
1. Abbildungen:
Fast alle Abbildungen sind dummerweise auf Thumbnails geschrumpft - und damit viel zu klein. Insbesondere, wenn beispielsweise im Text auf die sicherlich interessante Begründung einer Brauerei für die Verwendung eines Sterns in Ihrem Logo verwiesen wird, der abgebildete Brief aber nur 2x2 cm groß ist. Einige der Grafiken versuchen Abläufe und Zusammenhänge zu illustrieren. Das gelingt nicht immer, bspw. bei der Ableitung des Hakenkreuzes aus anderen Emblemen oder der Entwicklung der Flaggen. Details aus größeren Abbildungen lassen sich nicht einordnen, da nur das Detail abgebildet wird.
2. Text:
Umfangreich werden die Farben Schwarz-Weiss-Rot besprochen, die Farbe Braun spielt kaum eine Rolle. Das Kapitel, in dem Klemperers sprachliche Analyse (siehe LTI: Notizbuch eines Philologen ) als Motivation für das vorliegende Buch herangezogen wird, liefert keine neuen Erkenntnisse in Bezug auf CI/CD. Das Kapitel über damalige "Neue Medien" (wieder ein gut gewählter Titel!) hat inhaltlich leider nichts mit dem Fokus des Buches, nämlich CI/CD zu tun.
Wenn es inhaltlich komplex wird, kürzt der Autor seine Argumentation leider oft ab. Die subjektiven Zusammenfassungen über die Nazizeit finde ich meist nicht gründlich genug (der Autor ist nun mal Designer und kein Historiker).
3. Umfang
Es wird weder auf Architektur noch auf Events näher eingegangen (anders als in der obigen Produktbeschreibung erwähnt). Entwicklungen, Strömungen in der CI/CD werden nur knapp angesprochen.
4. Querverweise:
Der Autor verweist auf u.a. auch auf populäre Literatur zur Nazizeit, z.B. GEO-Hefte. Eine tiefergehende Analyse hätte sicher fundiertere Quellen bzw. Originalquellen hervorgebracht. Manche Quellen dagegen sind hochinteressant für das Thema CI/CD (z.B. das "Organisationsbuch"), werden aber nicht näher beschrieben.
Fazit:
Ich denke, dass das Thema den Autor in der ihm zur Verfügung stehenden Zeit insgesamt überfordert hat. Auf der Website von Hr. Koop habe ich soeben folgenden Satz gefunden:"NSCI wurde auf den letzten drücker zur frankfurter buchmesse im oktober 2008 fertig". Das merkt man.
Ich habe mich dennoch über das Buch gefreut, aber es wird bestimmt noch ein besseres Buch zu dieser Thematik erscheinen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine interessante Betrachtungsweise, 28. Januar 2010
Andreas Koop behandelt in seinem Buch "NSCI" die Frage, ob die Nationalsozialisten damals schon so etwas wie eine "Corporate Identity" hatten. Dazu geht der Autor auf verschiedene, im NS-Regime vertretene Elemente ein, mit denen sich die Regierung repräsentierte: Hakenkreuz, Reichsadler, Reichsflagge, Farben, Schrift und Typografie, Printmedien, Gruppierungen und Embleme, Uniformierung, Inszenierung und (damals) Neue Medien (Radio und TV).
Nahezu jedes Kapitel beginnt mit einer geschichtlichen Einführung, bevor der eigentliche Inhalt hinsichtlich Design und Kontingenz "geprüft" wird. Diese geschichtliche Betrachtung ist durchaus hilfreich und unterstützt das Verständnis, teilweise ist diese jedoch etwas zu lange geraten (so wird z.B. in den ersten beiden Kapiteln ausschließlich die "Völkische Bewegung" sowie die Weimarer Republik abgehandelt).
In den einzelnen Kapiteln beschreibt der Autor sehr gut, wie die einzelnen Elemente im Regime genutzt wurden und verbreitet waren (so z.B. die vielen verschiedenen Zeitschriften). Viele anschauliche Bilder und Scans illustrieren den Text und stellen wichtige Beispiele dar. Die Vorschaubilder sind überwiegend klein, jedoch reichen diese überwiegend aus - nur selten habe ich mir diese etwas größer gewünscht. Hervorzuheben ist an dieser Stelle, das der Autor Symbole, Flaggen etc. zur Veranschaulichung grafisch nachgezeichnet hat und diese dadurch in gut dargestellt und betrachtet werden können.
Die Behandlung der eigentlichen Kernthematik, nämlich ob die einzelnen Elemente nun wirklich "CI-konform" waren oder nicht, kommt in den Kapiteln leider etwas zu kurz. Koop beschreibt zwar wunderbar die Verwendung verschiedener Elemente sowie deren Auswirkung auf die damalige Gesellschaft, aber die Verknüpfung zum Thema "CI" und dessen Kontingenz kommt in den einzelnen Kapiteln leider etwas zu kurz. Am Ende fasst der Autor in einem (lediglich) zweiseitigen Epilog seine generellen Erkenntnisse über die Nationalsozialisten und ihr "CI" zusammen, gerade an dieser Stelle hätte ich mir eine umfangreichere abschließende Betrachtung gewünscht.
Nichtsdestotrotz ergänzt Andreas Koop mit seinem Werk "NSCI" die Sicht auf den Nationalsozialismus durch eine grafische Komponente, was ihm im Großen und Ganzen auch gelungen ist.
Abschließend möchte ich noch was zur Erscheinung des Buches an sich sagen. Selten hatte ich so ein wundervoll gestaltetes Buch in den Händen. Koop, der Kommunikationsdesigner ist, hat das Buch zu einem Kunstwerk gemacht; Haptik und Optik sind hervorragend. Schrift, Farbe, Abbildungen; alles harmoniert perfekt. Die Seiten sind aus hochwertigem und dicken Papier, ebenso sind Bindung und der Buchrücken qualitativ hochwertig. Es in den Händen zu halten, ist ein wirklicher Genuss.
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5.0 von 5 Sternen
In die Höhle des "Wolfs"..., 7. Januar 2010
Als halbwegs anständiger Grafiker, mit etwas Interesse an seinem Fach, kommt man nicht am Thema des "visuellen Erscheinungsbildes der Nationalsozialisten" vorbei. Glücklicher Weise gibt es dieses aufschlussreiche und grafisch sehr ansprechende Buch.
Wie auch im Vorwort des Verlages, muss man sich, selbst nach Jahrzehnten, mit einem distanzierenden Vorsatz den Weg bahnen, um überhaupt Gehör zu finden. Oft wird eine objektive und nüchterne Betrachtung von Themen dieser Epoche mit dem Zeigefinger abgewunken. Was man aber für interessante Erkenntnisse verpasst, wenn man sich vor lauter oktruiertem und vererbten schlechtem Gewissen blockieren lässt. Koop geht mit seinem Buch in die Höhle des "Wolfs", und eröffnet der Leserschaft ein Thema, dass oft absichtlich ignoriert bzw. übersehen wird: Den Ursprung der CI.
Ein sehr interessantes Thema, nicht nur für Grafiker.
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