Die Autorin beschreibt eine Welt, in der "das System" - vermutliche ein Großrechner, der ein eigenes Bewusstsein besitzt - die Menschen regiert ohne dass diese das überhaupt zu bemerken scheinen. Die Menschheit wähnt sich immer noch als Beherrscher der digitalen Welt, dabei werden sie längst gesteuert, Entscheidungen werden ihnen durch scheinbar maßgenau berechnete Empfehlungen des Systems - welches sie aufgrund gigantischer Datenmengen immer besser kennt als sie sich selbst - abgenommen.
Interessant fand ich die Idee, dass die erst die Digitalisierung des geschriebenen Wortes, insbes. der Belletristik, den Computern die Menschen erschließbar gemacht haben soll. Ein dicker Seitenhieb auf die eBook-Hysterie und Google Books ;). Aber auch (einer der wenigen) nachvollziehbaren Punkte in diesem Buch: Das Dasein der Menschen, ihre Unlogik, Irrationalität wird eben nirgendwo besser festgehalten als in den Geschichten der Menschen über die Menschen.
Insgesamt aber fehlt mir auch nach Abschluss der Lektüre immer noch der Grund, der Punkt, an dem die Maschinen ein Bewusstsein erreicht haben sollen und aus eigenem Antrieb anfingen, Rechenoperationen auszuführen.