Ich habe mir den Komposter im April letzten Jahres zugelegt. Der Aufbau war denkbar einfach, was hier auch schon mehrfach beschrieben wurde.
Nachdem hier noch wenig über die Kompostiereigenschaften geschrieben wurde, möchte ich gerne meine Erfahrungen kundtun.
Dauer der Kompostierung:
Laut Beschreibung soll man ja schon nach ca. einem Vierteljahr Kompost entnehmen können. Meiner Meinung nach geht das nur, wenn man den Komposter auf einmal bis oben hin befüllt. Dann ist sicherlich in 3 Monaten der erste Kompost fertig. Wenn man aber einen normalen Haushalt hat, in meinem Fall 2 Personen, in dem nicht die riesigen Mengen Küchenabfall anfallen, und wenn man keinen Garten mit größeren Mengen Gartenabfällen hat, dann dauert es auf jeden Fall wesentlich länger, bis man an brauchbaren Kompost kommt.
Ich konnte heuer zum ersten Mal im März/April Kompost entnehmen. Also etwa 1 Jahr, nachdem ich den Komposter gekauft hatte. Im Winter hatte ich auch so gut wie keinen neuen Abfall eingefüllt, da sich der Verrottungsvorgang bei Minusgraden sehr verlangsamt. Das sieht man auch an der Höhe des Abfalls: im Moment (Juni) ist der Komposter eigentlich permanent zu 2/3 Dritteln gefüllt, obwohl oben immer schön "nachgefüllt" wird. Im Sommer sackt also alles schön zusammen, weil alle Organismen fleissig ihre Arbeit verrichten. Im Winter war er dann irgendwann bis oben hin voll und nichts sackte mehr. Den Würmen usw. war es wohl teilweise zu kalt.
Entnahme:
An 2 Seiten sind 2 Klappen angebracht, die nach oben aufgehen, und die man mit dem Verschlussdings einrasten kann, damit sie offen bleiben. Somit kann man den fertigen Kompost unten relativ einfach entnehmen. Da es aber nur 2 Klappen gibt, ist es etwas schwierig, an bestimmte Stellen zu kommen. Ich habe meine Klappen vorne und rechts eingebaut. Jetzt, wo der Komposter voll ist, dämmert mir, dass ich sie besser gegenüber eingebaut hätte, also links und rechts oder vorne und hinten. So käme ich wahrscheinlich auch in die hintere linke Ecke, wo ich jetzt leider nicht hinkomme. Eigentlich müsste ich das Ding jetzt nochmal auseinanderbauen, was aber etwas schwierig ist, so im befüllten Zustand. Da muss ich mir wohl noch irgendwas einfallen lassen.
Qualität der Erde:
Es kommt natürlich immer darauf an, was man in den Komposter gefüllt hat und wie lange es schon darin verbracht hat. Ich hatte normale Küchenabfälle, etwas Grasschnitt, im Herbst eine Schicht Laub und ein paar Gartenabfälle aus meinem winzigen Garten.
Die entnommene Erde ist sehr dunkel, locker-krümelig und riecht wunderbar erdig. Natürlich sind noch sehr viele grobe Stücke enthalten, die noch nicht verrotten konnten wie Kürbiskerne, Eierschalen (die sollte man immer zerkleinern), Kaffeefilter usw. Aber dafür gibt es ja Kompostsiebe. Man siebt den Kompost durch, und alles Grobe was zurückbleibt, wirft man einfach oben wieder in den Komposter.
Angeblich kann man aussamende Unkräuter und alles, was sich im Garten nicht vermehren soll, schadlos in den Komposter werfen, die hohe Temperatur würde es unschädlich machen. Bei mir nicht. In meinen Balkonkästen wachsen jetzt Tomaten. Die habe ich gelassen, aber ich hatte auch Gras und andere Unkräuter, die definiv aus meinem Gärtchen stammen. Ich nehme an, die Samen von denen haben den Kompost doch überlebt.
Kartoffeln mögen den Komposter übrigens auch: ich habe jede Menge junge frische Kartöffelchen ausgegraben.
Getier im Kompost:
Interessant ist die schiere Masse an Kleingetier im Kompost. Bei mir tummeln sich jede Menge Kompostwürmer. Ich hatte zum Start eine Dose voll von einem Kollegen zur "Impfung" von seinem Kompost bekommen. Die scheinen sich sehr vermehrt zu haben. Die kommen aber normalerweise auch von allein. Asseln, Ameisen und sonstiges wuselndes Getier findet sich auch. Außerdem habe ich etliche Engerlinge und grüne Raupen gesehen. Und Nacktschnecken. Die schmeisse ich teilweise aber auch selbst rein. Da sind sie mir lieber als in meinen Blumen.
Ach ja: Mäuse habe ich wohl auch (ich habe kein Mäusegitter), mich hat mal eine angegrinst, als ich den Deckel aufgemacht habe. Da wir aber ungef. 20 Katzen in der Nachbarschaft haben, vergreifen die sich dadurch hoffentlich etwas weniger an den Vögeln.
Fazit:
Bei einem normalen Haushalt dauert es auf jeden Fall länger als 3 Monate bis zur ersten eigenen Erde.
Der Komposter ist rundum zu empfehlen, da einfach im Aufbau und in der Anwendung.
Bei den Türen sollte man beachten, dass man sie gegenüber anbringt, sonst wird es mit der Entnahme etwas schwierig.
Die produzierte Erde ist bei sachgemäßer Befüllung sehr dunkel, locker-krümelig und wohl auch von guter Qualität.
Ein Kompostsieb ist zu empfehlen, um die groben Stücke aus der Erde zu sieben.
Gräser- und Unkrautsamen überleben die Kompostierung teilweise.