Zufällig sehe ich, dass der Monitor immer noch auf dem Markt ist und dachte, eine Rezension zu dem Monitor könnte nicht schaden. Ich habe den Monitor nun seit ca. 5 Jahren in Betrieb und, so wie das sehe, wird er mir so lange erhalten bleiben, wie er durchhält. Er zeigt jedoch nicht den geringsten Verschleiß. Meine letze Hardwarekalibrierung lag nun ca. 8 Monate zurück und heute habe ich nochmals nachgemessen: die Abweichungen waren so gering, dass sich eine Neukalibrierung nicht lohnen würde. Tja, als ich den Monitor damals kaufte, war er günstiger als heute. Überrascht stellte ich dann fest, dass er sich durch einfaches Umschalten im Menü zum Spectraview-NEC umschalten lässt, einfach so, ohne Hacks, Jailbreaks usw. Somit ist er dann hardwarekalibrierbar mit dem Vorteil, mit den 10Bit (oder 12?) der internen LUT wesentlich feinere Farbverläufe erzeugen zu können. Da ich mich in den vergangenen Jahren weniger damit befasst habe, möge man mir verzeihen, wenn ich jetzt nicht detailgenauer darauf eingehe. Die Kaibrierung ist zudem wesentlich einfacher, da nach entsprechenden Vorgaben die Software alles selber macht. Ob auch die neuen Geräte noch freischaltbar sind, weiß ich nicht. Aber auch ohne diese Möglichkeit bleibt der Monitor ein wirklich professionelles Arbeitsgerät, wenn es um die Bildbearbeitung geht. Die Einstellmöglichkeiten sind in einem Maße umfangreich, dass ich nach fünf Jahren immer noch zum Handbuch greifen muss, um alles zu verstehen. Von der automatischen Helligkeitsregelung, die selbst schon zwei Presets zulässt, bis hin zur automatischen Kalibrierung einer gleichmäßigen Helligkeitsverteilung findet sich so ziemlich alles, was der professionelle Anwender von einem Monitor erwartet. Es ist sogar möglich, die Helligkeitsverteilung über eine Matrix von ca. 12 Zonen selber zu kalibrieren, was ich jedoch mangels Bedarf noch nie ausprobiert habe. Dazu benötigt man jedoch auch entsprechende Software von NEC, die nicht ganz billig ist.
Selbst angesichts der neuen Modelle wirkt der Monitor nicht altbacken mit seinem dünnen Rahmen, ist aber so tief, dass man vermuten könnte, dass dort ein PC verbaut wäre. Dabei ist er jedoch so standfest, dass erst ein Erdbeben der Stärke 7 ihn ins Wanken bringen könnte. Das Display läßt sich in alle nur erdenklichen Positionen drehen, schwenken, neigen. Die Höhenverstellung ist etwas schwergängig in der Überwindung des Anfangswiderstandes, dann jedoch so sanft, als wäre im Fuß eine Pneumatik verbaut. Die Verarbeitung ist insbesondere für heutige Verhältnisse extrem hochwertig.
Die 21" mit ihren 1600x1200 Punkten sind für mich ideal zur Bildbearbeitung. Wo bekommt man sonst noch Bilder auf einem Monitor formatfüllend bis an den Rand zu sehen. Nichts lenkt dann den Blick ab. Man benötigt dann jedoch noch einen zweiten Monitor als Desktop, aber dann reicht eine Billigkiste, die nicht mal DVI oder HDMI haben muss.
Würde man den Monitor neben einen mit Glossy-Display stellen, wären viele User wohl erst mal enttäuscht ob der Bildqualität. Die Sehgewohnheiten scheinen sich ja zu verändern, da die Effektmonitore viele User tatsächlich ansprechen. Der NEC ist nach gelungener Kalibrierung völlig frei von Effekthascherei, ideal also zur Beurteilung und Bearbeitung von Bildern. Die Farben werden sehr stimmig wiedergegeben, die Blickwinkelunabhängigkeit ist auf hohem Niveau. Die Ausleuchtung ist hervorragend, die Abweichungen in der Verteilung sehr gering. Der Kontrastumfang beträgt tatsächlich 1000:1, und dies ohne irgendwelche Verschlimmbesserungsschaltungen. Ach ja: egal, welche Helligkeit oder welchen Kontrast ich einstelle, der Monitor ist Mucksmäuschen still, da fiepst, säuselt oder brummt nichts.
So, dies sind meine Erfahrungen. Mehr zu den technischen Daten können auf der NEC Homepage nachgelesen werden. Mei Bericht ist sicher sehr subjektiv gehalten, aber ich müsste lange suchen, um einen würdigen Nachfolger zu bezahlbaren Preisen zu finden.