Ich habe den Monitor zwar nur gebraucht gekauft, jedoch stammt er auch von Amazon und hat zudem eine Rezension verdient.
Ich hatte bislang einen 17"er und war deshalb natürlich vom 21"-Format erst mal sehr beeindruckt. Man gewöhnt sich jedoch sehr schnell daran. Erst, wenn man wieder vor einem 17" sitzt, merkt man, wie winzig doch diese Monitore sind.
Die Verarbeitung des NEC ist sehr gut, die Mechanik zur Höhenverstellung leichtgängig, der Kabelschacht, der von einem Plastikdeckel verschlossen wird, funktional. An der Seite befindet sich ein HUB mit zwei USB-Anschlüssen, der jedoch funktional nicht mit dem Monitor verbunden ist. Die Steuerung der Monitoreinstellung über Software erfolgt über den Grafikkartenanschluss per DDC und klappt selbst an meiner alten ATI 9800pro tadellos. Unter dem Monitor befinden sich die Direkttasten. Das Menü ist aufgeräumt und leicht verständlich. Einstellbar ist neben den Parametern, welche für den analogen Anschluss nötig sind, u.a. Kontrast, Helligkeit, Schärfe und RGB-Gain, also die Regelung der Farbtemperatur. Neben einem festen sRGB-Modus findet sich noch ein Modus, der die nativen Monitoreinstellungen aufruft. Drei weitere Farbtemperatureinstellungen, die anpassbar sind, runden das Ganze an. Ansonsten finden sich noch drei feste Bildpresets für Office, Bildbearbeitung und Video, die jedoch nichts anderes als unterschiedliche Gammawerte einstellen. Dann gibt es noch eine Einstellmöglichkeiten für die Interpolation kleinerer Auflösungen auf Vollbild, seitengerechte Darstellung oder Originalgröße. Insgesamt sind die Funktionen zur Bildeinstellungen im Gegensatz zu den teureren Bildbetrachtern also eher auf das nötigste beschränkt, im Vergleich zu vielen anderen jedoch ganz ordentlich. Eine Pivot-Funktion hat das Gerät nicht.
Ich habe mir den Bildschirm gekauft, weil ich ihn mir beim Verkäufer vorher ansehen konnte. Ich war skeptisch, ob er auch für die Bildbearbeitung taugt. Ich war dann erst mal beeindruckt von der subjektiv empfundenen hervorragenden Bildqualität des S-PVA Panels. Es zeigte sich sehr gut ausgeleuchtet, mit nur minimalen Aufhellungen an den Rändern und einem sehr gleichmäßigen Farb- und Graustufenverlauf. Der Kontrast, optimal bei 50%, differenziert in den hellen und den dunklen Bereichen außerordentlich gut. Die Farben bleiben auch bei extremen Betrachtungswinkeln weitgehend stabil. In dem Gerät ist sicherlich das beste auf dem Markt erhältliche S-PVA-Panel verbaut. Obwohl mir nicht so wichtig, finde ich auch die Reaktionszeit bei Spielen und Video völlig OK, wesentlich besser als bspw. bei ältere IPS-Panels, die ich kenne.
Jetzt wird es etwas spezieller: Zu Hause habe ich das Gerät mit dem Eye One Display II unter die Lupe genommen. Im sRGB-Betrieb liefert das Gerät 6520K und Gamma ~ 2,1, liegt damit also völlig im grünen Bereich. So ist es möglich, den Monitor in den nativen Einstellungen der Software zu profilieren. Somit gibt es auch keine Farbverwerfungen und damit kein Banding. Wer mit diesen Werten leben kann, wird mit einer sehr guten Farbtreue ohne Ausreißer belohnt: DE2000-Werte liegen alle unter 1% mit Durchschnitt 0,4%. Alle anderen einstellbaren Kelvin-Werte liegen ebenfalls sehr nahe an den Werksvorgaben. Wer allerdings einen anderen Gammawert will, muss diesen über die Grafikkarte einstellen. Ich muss jedoch sagen, dass die Bildqualität selbst dann noch sehr ordentlich ist und sich der Monitor auch dann noch sehr gut kalibrieren lässt. Der Kontrast liegt bei 140cdm bei ca 1000:1, fällt dann bei 120cdm auf immer noch hervorragende ca. 920:1 und bleibt auch bei gringerer Luminanz auf einen sehr hohem Wert. Das heißt, die Helligkeitsregelung beeinflusst praktisch nicht den Kontrastumfang und das ist deshalb besonders erwähnenswert, weil dies absolut nicht selbstverständlich ist. Bis ca. 80cdm lässt sich Monitor runterregeln, was dann aber selbst im stockdunklen Raum wirklich nicht zu hell ist. Er bleibt übrigens auch bei dieser Einstellung mäuschenstill. Voll aufgedreht strahlt er natürlich wie eine Höhensonne. Der Schwarzwert des Monitors erreicht hervorragende 0,14cdm bei 140cdm Helligkeit.
Was zu sagen bleibt ist, dass man mit dem NEC 2170 einen Monitor mit einem hervorragendem S-PVA-Panel bekommt, jedoch auch ein Gerät mit beschränktem Funktionsumfang. Gegenüber den teureren Geräten von NEC und EIZO mit demselben Panel fehlen erweiterte Möglichkeiten der Farbeinstellung und die Pivot-Funktion. Dafür sind jedoch die Werksvoreinstellungen voll brauchbar, er ist günstiger als der NEC 2190UXp oder Eizo 2100 und gegenüber einer Vielzahl auf dem Markt befindlicher Monitoren auch besser ausgestattet.