In den letzten 3,5 Jahren begnügte ich mich mit einem 19" Samsung 191T TFT-Monitor. Da ich bereits bei meinem HP Notebook ein 16:10 Bildschirm mit Glossy Beschichtung besitze und von den lebendigen Farben und vom hohen Kontrast begeistert bin, musste der nächste TFT auch im 16:10 Format und ebenso mit einer Glossy Oberfläche ausgestattet sein.
Warum wurde es aber ausgerechnet ein NEC 20WGX²Pro?
Wenn man nach einem TFT mit Glossy Oberfläche sucht, ist die Auswahl schon mal sehr gering. Glossy ist wegen den Spiegelungen im Business Bereich verpönt. Der bessere Kontrast und die kräftigeren Farben, die durch die Glossy-Beschichtung erreicht werden sind umstritten. Außerdem hat der TFT in einigen Tests seine Qualitäten eindruckvoll bewiesen und kann mit den noch teureren EIZO Monitoren konkurrieren.
Die Installation
Der Anschluss war innert wenigen Minuten erledigt. Einen nicht gerade vertrauenswürdigen Eindruck macht das beigelegte, relativ dünne DVI Kabel. Nachdem ich mein altes dickeres verwenden wollte, stellte sich aber bald heraus, warum das mitgelieferte Kabel wesentlich dünner ist. Die Kabelführung hinten inkl. der Abdeckung lässt ein dickeres Kabel nur schwer zu.
Am Bildschirm fielen mir einige leichte Verschmutzungen (Fingerabdruck, Rückstände und Staubschleier) auf. Die Beschreibung rät Verschmutzungen mit einem trockenen und weichen Tuch zu entfernen. Ich habe die Verschmutzungen mit einem leicht angefeuchteten (mit destilliertem Wasser) Spezial-LCD-Microfasertuch von DEJA beseitigt. So richtig sauber und staubfrei bekommt man jedoch die Glossy-Oberfläche nicht. Da war mein Samsung 191T wesentlich unproblematischer. Es fiel aber auf, dass die Oberfläche wesentlich druckresistenter als jene des Samsung 191T ist.
Die Tests
Nach einigen Berichten im Prad Forum (www.prad.de) verweigert der NEC 20WGX² die Anzeige des Bootscreens in Kombination von X800 Karten. Ich kann euch beruhigen, beim NEC 20WGX²Pro wir der Bootvorgang und das BIOS vollständig angezeigt. Ich besitze eine Sapphire X800 Pro Toxic.
Unter Windows überprüfte ich mit dem Nokia Monitortest den LCD auf Pixelfreiheit. Zum Glück konnte ich keinen einzigen Pixelfehler erkennen.
Die Ausleuchtung ist sehr gut. Nur im ganz dunklen Raum erkennt man in den Ecken und am rechten Rand minimale Aufhellungen. Die Farben sind lebendig und kräftig, das Weiß ist nicht nur sauber, sondern rein. Ein Kristallineffekt (IPS Panel typische Eigenschaft) ist mir bis jetzt nicht aufgefallen.
Die Helligkeit des LCDs ist überragend und ich musste sie auf ca. 30 % runter regeln; den Kontrast beließ ich auf den voreingestellten 50% sowie die Schärfe auf 16.6%.
Die Glossy-Oberfläche spiegelt wesentlich geringer als die meines HP DV5189 Notebooks. Außerdem ist die Oberfläche absolut glatt und weist keine gewellte Oberflächenstruktur auf, wie das bei meinem Notebook der Fall ist. Wie kratzempfindlich die Oberfläche ist, wird die Zukunft zeigen. Zwei winzige Microkratzer (ca. 1-2 mm lang) konnte ich jedenfalls schon mit der Taschenlampe erleuchten. Diese fallen aber im Betrieb nicht auf. Aufgrund der absoluten Pixelfehlerfreiheit, lässt sich das leicht verschmerzen. Jedenfalls ist bei der Reinigung Vorsicht geboten.
Beim Spielen von DOOM3, BF2 und Civilization 4 Warlords kam dann die Große Überraschung. DOOM3 und BF2 lies ich im 1280x1024 Modus laufen, da meine aktuelle X800Pro nicht mehr hergibt. Das Spiel wurde als 4:3 Bild absolut scharf und schlierenfrei dargestellt. Von Vorteil ist auch, dass der Monitor einen 75 Hz Betrieb erlaubt. Die Kontrast und die Schärfe während dem Spiel sind einfach gesagt sensationell. Jetzt erst bemerke ich, was ich in den letzten Jahren mit meinem Samsung 191T versäumt habe.
Zuerst hatte ich Problem mit dem Expansionsmodus (Automatische Format-Umschaltung), da das Bild ruckelnd und zerhakt wiedergegeben wurde, doch plötzlich funktionierte es einwandfrei. Ich habe keine Ahnung was ich verstellt habe, oder ob es an der fehlenden Monitortreiber-Installation lag; wer weiß?
Civilization IV Warlords läuft mit der vollen Auflösung von 1680 x 1050. Leider fordert dieses Spiel wegen den vielen bunten Details den Monitor enorm. Ein leichtes ruckartiges Nachziehen ist jedenfalls störend erkennbar. Kommt hier vielleicht die Overdrive Technik ins Strudeln?
Trotzdem ich bleib' dabei, der TFT ist spieltauglich.
Clevere Ausstattung
Die Idee an den Monitor noch 4 USB 2.0 Anschlüsse anzubringen wurde sehr praktisch umgesetzt. Zwei befinden sich hinter der Abdeckung und zwei weiter auf der linken Seite. Ich habe sofort meine Logitec QuickCam Ultra Vision 'ran gehängt, die jetzt auf der Bildschirmoberkante sitzt.
Negatives
Zum Abschluss noch etwas was mir negativ aufgefallen ist. Der Monitor, bzw. dass integrierte Netzteil verursacht ein leises Brummen / Surren, das unabhängig vom Kontrast oder der Helligkeit immer gleich laut ist. Es ist ab einem Abstand von ca. 15-20 cm am Bildschirm wahrnehmbar.
Dass beim Monitor eine Höhenverstellung und eine Pivot-Funktion fehlt, sollte hier erwähnt werden. Mein letzter Samsung 191T hatte beides und ich habe es nie benutzt. Die obere Bildschirmkante ist auf der idealen Höhe, minimal unterhalb der Augehöhe.
Fazit:
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NEC hat hier ein sehr gelungenes Allround-Talent auf den Markt gebracht, das sich für Grafiken, Texte, Programmieren und Spielen eignet.
Einige Sachen wurden beim Pro Modell gegenüber dem Vorgänger verbessert (Bootscreen bei X800 Karten, 2 zusätzliche Auflösungen).
Wirkliche Ausrutscher leistet sich dieser LCD-Bildschirm nicht, die Glossy-Oberfläche hält was sie verspricht und liefert brillante Farben und einen ausgezeichneten Kontrast. Das Bild ist makellos. Durch die Unterstützung von verschiedenen Bildschirmmodi (Expansionsmodus) ohne zu interpolieren, hat man auch mit älteren Spielen oder wenn die Grafikkarte keine höheren Auflösungen verkraftet eine Freude.
Für dasselbe Geld bekommt man auch schon 21" TFTs, doch sollte berücksichtigt werden, dass diese TFTs die selbe Auflösung von 1680 x 1050 besitzen. Sie haben zwar den Vorteil einer minimal größeren Schrift, jedoch den Nachteil der größeren Pixel.