...so oder ähnlich könnte eine Einführung des neuen NCIS-Ermittlerteams beginnen. Denn "NCIS L.A." ist nichts anderes als ein hochkarätig besetzter, gut durchdachter Spin-off von "NCIS", das ja einst auch ein Spin-off von "J.A.G. - Im Auftrag der Ehre" war. Doch zurück nach L.A. Dort haben wir ja schon im Zweiteiler "Legende" bei "NCIS" das Team vom "Office of Special Projects" kennengelernt. Teamleiter ist G. Callen, gespielt von Chris O'Donnell, der von seiner Vergangenheit nicht viel weiß, nicht einmal seinen richtigen Vornamen. Nun sind er und sein Team auf eigenen Missionen unterwegs - zum größten Teil undercover, wobei sich vor allem Callen als wahres Chamäleon herausstellt. Das Team besteht aus Sam Hanna (LL Cool J), einem ehemaligen Navy SEAL, der aber auch sanfte Seiten hat und mit Callen ein in jeder Hinsicht kongeniales Gespann bildet, Kensi Blye (Daniela Ruah), Nate Getz (Peter Cambor) und, zumindest bis zur Folge 12, Dominic Vail (Adam Jamal Craig), den aber ein ganz besonderes Schicksal ereilt. Kensi ist die Tochter eines Militärs, dessen Tod nie vollständig aufgeklärt wurde und der die junge Agentin heute noch nicht ganz in Ruhe lässt. Nate ist der Teampsychologe und macht sich vor allem um Callen und die Geheimnisse seiner Vergangenheit mehr als einmal Sorgen. Überwacht und geleitet werden die Einsätze des Teams von Henrietta "Hetty" Lange, die von Oscar-Preisträgerin Linda Hunt eindrucksvoll verkörpert wird und die bunte Truppe unter dem Motto "Zuckerbrot und Peitsche" führt. Doch auch sie hat eine bewegte Vergangenheit und überrascht sowohl das Team als auch die Zuschauer immer wieder mit Einblicken in diese, die keiner wohl so richtig erwartet hätte.
Schon als ich den Zweiteiler bei "NCIS" sah, wusste ich, dass diese Serie für mich in die Top Drei meiner Lieblingsserien kommen würde. Der Wechsel von Louise Lombard zu Linda Hunt gab der ganzen Produktion dann noch einen Extraschub, und so präsentiert sich die Serie als ein flotter Gegensatz zu den üblichen Crime-Serien, zu denen ja von der Vorgangsweise her auch "NCIS" gehört - Verbrechen, Ermittlungen, Beweisführung (und Sicherung), Verhaftung. Denn bei "NCIS L.A." werden die traditionellen Tatortermittlungen auf ein Minimum reduziert, dafür stehen spannende Undercoverarbeiten, grandiose Aufnahmen vom Großraum Los Angeles und witzige Dialoge im Mittelpunkt. Alles in allem hat man den Eindruck, dass sich die Darsteller vom berühmten Westcoast-Feeling haben anstecken lassen. Vor allem Sam, Callen und Kensi liefern mehr als einmal Dialoge ab, die einem bestimmt zum Lachen bringen. Für zusätzliche Würze sorgen wiederholte Gastauftritte von Rocky Carroll (NCIS-Direktor Leon Vance) und unserer liebsten Labormaus Abby Sciuto (Pauley Perrette). Das hochdramatische und überaus spannende Finale schraubt in dieser ersten Staffel noch einmal die Action nach oben und lebt vor allem von den exzellenten Schauspielleistungen, angefangen bei Chris O'Donnell, dem man die Verzweiflung zeitweise förmlich aus seinem Gesicht ablesen kann, über Linda Hunt, die sich ihm und auch dem restlichen Team einmal mehr als mütterlicher Chef beweist, bis hin zu LL Cool J und Daniela Ruah, die von allen am meisten zwischen humorvollen Szenen und dramatischen Momenten hin- und herswitchen.