ProduktinformationPlattform: PC | Version: Standard
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Neverwinter Nights verwendet die Regeln der dritten Dungeons-&-Dragons-Edition in (fast) ihrer ganzen komplexen Pracht. Als erstes Spiel überhaupt wagt es den Versuch, die individuell anpassbaren Features dieses Regelwerks uneingeschränkt zu unterstützen. Außerdem, und das ist noch viel bedeutsamer, gibt es als erstes Spiel das Erlebnis eines Dungeons-&-Dragons-Tischrollenspiels wieder.
Sie können BioWares umfangreiche Kampagne alleine oder online mit Ihren Freunden spielen. Oder Sie verwenden das im Lieferumfang enthaltene Aurora-Toolset, um eigene Abenteuermodule für sich und Ihre Bekannten zu erstellen. Wie bei der Pen-&-Paper-Variante haben Sie dabei volle Kontrolle über alle Aspekte des Spiels. Mithilfe des leistungsstarken Dungeon-Master-Clients können Sie den Nicht-Spieler-Charakteren Worte in den Mund legen, Monster kontrollieren, die Spielumgebung anpassen und Ihr Abenteuer jederzeit ab-, um- und verändern. Wenn Sie lieber selbst spielen, können Sie in die Spiele anderer Leute einsteigen und mit Spielern auf der ganzen Welt Abenteuer bestreiten.
Das Spiel ist eine wahre Augenweide. BioWare hat eine 3-D-Engine verwendet, die es Ihnen ermöglicht, den Blickwinkel frei um Ihren Charakter herum zu drehen und per Zoom-Funktion mitten ins Geschehen einzutauchen. Während eines Kampfes sprechen Magier optisch spektakuläre Zaubersprüche aus, Priester treiben untote Horden zurück, Diebe versuchen ihr Glück an verschlossenen Truhen, Kämpfer weichen den Schlägen ihrer Feinde aus, parieren Schwerthiebe und schlagen mit all ihrer Kraft auf die angreifenden Ungeheuer ein. Der Sound ist hervorragend und bietet neben der mittlerweile von BioWare bekannten erstklassigen Sprachausgabe auch wieder Musik aus der Feder von Jeremy Soule.
Aber nicht alles ist perfekt. Die Designer haben zwar versucht, das komplette D&D-Regelwerk zu implementieren, aber das ist ihnen nicht 100-prozentig gelungen. So verfügen die Paladine in Neverwinter Nights zum Beispiel nicht über die Fähigkeit "Böses entdecken", und Druiden können sich zwar in Tiere verwandeln, aber nicht auf Kommando wieder in ihre menschliche Form zurückkehren. Ärgerlich für Dungeons-&-Dragons-Kenner, aber auch verständlich, dass bei der Umsetzung eines Tisch-Rollenspiels in einen PC-Titel einige Änderungen vorgenommen werden müssen.
Andere Aspekte sind dagegen nicht ganz so leicht nachzuvollziehen: Die Kamera kennt keinen Ego-Modus -- Sie werden die Welt also nie aus den Augen Ihres virtuellen Alter Ego betrachten können. Wenn Sie sich innerhalb eines Gebäudes in einen neuen Abschnitt begeben oder ein Gebäude verlassen, wird das Spiel unterbrochen und es muss (glücklicherweise nur kurz) nachgeladen werden -- inklusive nervigem Ladebildschirm. Im Einzelspieler-Modus gibt es eine Begrenzung, wie viele Anhänger sie anheuern können -- nämlich sage und schreibe nur einen einzigen. Fans von Baldur's Gate werden die ständig quasselnde Party schmerzlich vermissen.
Noch schwerwiegender sind aber die Probleme, die zwangsläufig bei dem Versuch entstehen, ein "gesellschaftliches" Ereignis wie Dungeons & Dragons in ein Computerspiel zu verwandeln. Multiplayer-Spiele mit Fremden sind oft verwirrend und bieten nicht annähernd so viel Spaß wie man es sich erhofft. Wie bei der Tisch-Variante kommt es ganz darauf an, ob die Mitspieler und vor allem der Dungeon Master ihr Handwerk verstehen. Mehrspieler-Partien in Neverwinter Nights lohnen sich nur, wenn man eine engagierte Spielertruppe findet und der Dungeon Master sich seiner Verantwortung bewusst ist und weiß, was er tut. Ein letzter Nachteil ist die beiliegende Dokumentation. Das Handbuch ist zwar umfangreich und detailliert, unterschlägt aber die so wichtige Hilfe zur Erstellung eigener Abenteuer.
Doch obwohl Neverwinter Nights diese Mängel aufweist, hat es doch ohne Zweifel den Heiligen Gral im Genre der Rollenspiele entdeckt: das Dungeons-&-Dragons-Erlebnis auf den Computer zu übertragen. Die Standardkampagne ist faszinierend und die beigelegten Tools sind so leistungsstark, dass treue Fans mit Sicherheit für unendlichen Nachschub an neuen Abenteuermodulen sorgen werden. Kein Zweifel, Neverwinter Nights ist ein Meilenstein und wird das Rollenspielgenre nachhaltig beeinflussen. Rollenspieler sollten sich diesen Titel also auf keinen Fall entgehen lassen. --Bob Andrews
Pro:
Man spielt diesmal nur einen Helden, der maximal einen Kumpanen anheuern und zusätzlich ein Tier herbeizaubern kann. Es konzentriert sich also auf einen Hauptcharakter, und das ist nicht mal schlecht. Im Gegensatz zu DS ist das inventory grosszügig, ausserdem schleppt man nicht ständig dutzende von schlechten Rüstungen und Waffen mit sich rum, um die beim nächsten Händler zu Kohle zu machen. Geld verdient man hier hauptsächlich durch das Erledigen von Aufträgen!
Natürlich ist die Spieltiefe viel grösser als bei DS und D2, und das wurde allein durch wenige details erreicht. So gibt es eine Menge optionaler Subquests, die Möglichkeit sich mit NPCs auf die eine oder andere Weise auseinanderzusetzen, z.b. selbstlos hilfsbereit oder erpresserisch, was einem immer wieder ein paar Goldmünzen extra bringt, auf Kosten der Beliebtheit. Auch kann man sich in einer Schmiede magische Gegenstände selber produzieren lassen, wenn man die entsprechenden Items vorrätig hat. Vor allem aber steht die Freiheit im Vordergrund, welche Gegend man als nächstes erkundet und welche quest man als nächste abschliessen möchte. Dadurch hat der Abschluss des ersten Kapitels bei mir schon so lange gedauert, wie ich gebraucht habe um das superlineare DS durchzuspielen.
Gestandene BG Fans sollten aufpassen: NWN wurde sichtlich auf Mainstream zugeschnitten, allerdings ist nicht alles an Rollenspieltiefe verloren gegangen. So kann man weiterhin beim level aufsteigen frei seine skill points und feats verteilen, aber wem das zu mühselig ist oder sich nicht entscheiden kann, dem steht immer ein "recommended" button zur Verfügung, der einem immer einen guten Vorschlag macht. Man verbringt also eben NICHT Stunden damit, die Zahlenwerte seines Charakters aufzubessern und zu vergleichen, dies rückt DEUTLICH in den Hintergrund, und ich finde das ist gut so! Wer kein Bürokrat sein will, braucht dies also auch nicht zu werden um NWN spielen zu können!
Man steigt übrigens seltener im Level auf, was dem Spielfluss zugute kommt und einem dieses Event doch mehr bedeutet, wie es eigentlich sein sollte. Ein Level 80 char ist doch Irrsinn...
Was sich leider etwas in Grenzen hält ist die Rätselkost. Ein richtiges Item in eine Truhe legen um eine Tür zu öffnen, die richtige multiple choice Antwort geben, Schalter umlegen und Schlüssel finden, das wars auch schon. Schade auch, das nicht alle Charaktere voll durchvertont wurden, so das man nur still den Text liest. Auch trüben ein paar Kleinigkeiten etwas die Spielfreude, wie z.b. das die Charaktere manchmal an Hindernissen einfach hängenbleiben, oder Kumpane nur mit Verzögerung reagieren.
Der Editor ist in der Tat super, und wenn sich die Multiplayer Möglichkeiten so toll spielen wie es sich anhört, sind einige Zocknächte vorprogrammiert! Alles in allem mein Fazit: NWN ist Dungeon Siege, wie es hätte sein sollen!
Für die einen ist NWN ein absoluter Hit, für die anderen eine bittere Entäuschung. Das liegt meines Erachtens daran, dass falsche Vergleiche herangezogen werden.
NWN wird grundsätzlich mit Baldurs Gate verglichen, obwohl es ein völlig anderes Genre ist.
NWN lässt sich einzig und allein mit Spielen des Genres MMORPG vergleichen, wie Ultima Online, DAOC, Anarchy Online, Everquest usw. Wenn dieser Vergleich gezogen wird, kann man verstehen, warum viele NWN als eine Revolution bezeichnen. Im Gegensatz zu anderen MMORPG's (Multi-Player-Online-Role-Play-Games) ist NWN erstens nicht mit hohen monatlichen Gebühren verbunden wie Everquest, Anarchy Online, DAOC etc. und man kann im Gegensatz zu letztgenannten eigene Welten erschaffen und Spielern zur Verfügung stellen. Das konnte man bei Ultima Online auch, jedoch stellen die Werkzeuge und die Scriptsprache von NWN alles bisherige in den Schatten.
BioWare hat bei der Vermarktung aus meiner Sicht den Fehler gemacht, NWN nicht als das zu verkaufen, was es ist, nämlich ein gewaltiges Weltenbauprogramm für Fantasy-Online-Welten, sondern noch ein paar Einzelspielerlevel hinzugepackt und als Quasi-Nachfolger von Baldurs Gate präsentiert. Der Schuss ging nach hinten los, wie man hier an einigen Rezensionen sehen kann.
Die Scriptsprache von NWN ermöglich fast alles. BioWare wird deshalb Schwierigkeiten haben NWN-Zusatzprodukte herauszubringen, denn so schnell, wie die NWN-Community derzeit selbst bastelt, modelt, scriptet und entwickelt kann BioWare nichts auf den Markt bringen (die als Kontra bewertete "Wenig flexible 3-D-Kamera" ist längst von Spielern erweitert worden).
Für mich ist NWN als Weltenbauwerkzeug mit vollständigem Regelwerk und fast endlosen Möglichkeiten, was die Scriptsprache angeht unschlagbar und wird es wohl, wie Ultima Online in den letzten Jahren wohl auch für die nächsten Jahre bleiben.
Absolut zu empfehlen!
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