N.P. - North Point - heißt das unvollendete Manuskript des japanischen Schriftstellers Sarao Takaske, der sich mit 48 Jahren das Leben nahm. Die junge Ich-Erzählerin Kazami soll jetzt die letzte Erzählung übersetzen, nachdem ihr Freund Shoji sich beim Lesen dieser ebenfalls umbrachte. Eine mysteriöse Aura umgibt diese Erzählung und so bleibt Kazami nicht lange mit ihr alleine. Auch Takases hinterlassene Kinder, die Zwillinge Otohiko und Saki, Bruder und Schwester, interessieren sich für das Manuskript. Bald wird klar, dass die letzte Erzählung Geheimnisse der Familie birgt und die undurchsichtigen Zwillinge und deren Faszination Kazami nicht mehr losgelassen. Banana Yoshimoto erschafft eine eigene, mysteriöse Welt und eine noch stärkere verstrickte Seelenwelt junger Menschen. Das Unbewußte und die Gedanken stehen im Vordergrund und führen zu den Verstrickungen und Missverständnissen der Handlung. Außerdem thematisiert die Autorin lesbische Liebe, inzestuöse Beziehungen, Telepathie und Sympathie, Okkultismus und Religiösität. Kein Wunder, dass der Roman als einer der größten über das Erwachsenwerden gehandelt wird und sich in Japan in ungewöhnlich hohen Auflagen verkaufte. Teilweise sind die erzählte Story und die Personen vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber Spannung und Mysteriösität sowie interessante Charaktäre fehlen der Handlung nicht. Auf jeden Fall ein etwas anderes und lesenswertes Buch, dass nicht nur viel über junge Menschen allgemein offenbart, sondern auch über die Kultur Japans. Obwohl die Geschichte überall auf der Welt hätte spielen können und die Wünsche und Gedanken der Protagonisten für die der jungen Menschen auf der ganzen Welt stehen.