»Fast in der Mitte Deutschlands«, so beschrieb 1458 Aeneas Silvius, der spätere Papst Pius IL, die geographische Lage Nürnbergs. Heute, nach Öffnung der deutsch-deutschen Grenzen, ist die Stadt an der Pegnitz wieder in die Mitte Deutschlands gerückt und noch mehr als zuvor begehrtes Reiseziel. Schon zu Beginn des 15. Jahrhunderts schrieben berühmte wie auch unbekannte Besucher ihre Erlebnisse und Eindrücke nieder. Im Mittelalter, als sich die freie Reichsstadt auf ihrem kulturellen und wirtschaftlichen Höhepunkt befand, zog sie viele ausländische Reisende an, die ihre Schönheit rühmten und sich für ihre prächtigen Bauwerke begeisterten. Eine besondere Vorliebe für die Noris entwickelten die Dichter der Romantik. Für Wilhelm Heinrich Wackenroder, Joseph Freiherr von Eichendorff, Per Daniel Atterbom u.a. wurde sie zum Symbol des deutschen Mittelalters.
Das mittelalterliche Stadtbild Nürnbergs beeindruckt auch die Reisenden unseres Jahrhunderts. Unter ihnen die Dichter Hermann Hesse und Werner Bergengruen, die die Noris um 1930 besuchten, während Rolf Schneider, Horst Krüger, Wolfgang Koeppen, Autoren unserer Tage, sich über die Grenzen der Altstadt hinaus auch mit der modernen Großstadt Nürnberg auseinandersetzen, die aus den Trümmern des Zweiten Weltkrieges erstanden ist.