Geologisch gesehen gehört die Oberpfalz zu den besonders spannenden Regionen Deutschlands: 500 Millionen Jahre Erdgeschichte auf relativ engem Raum - Eine Landschaft, die schon Goethe und Humboldt begeisterte und zu geologischen Überlegungen anregte.
Die Geologie-Experten Martin Füßl und Berthold Weber stellen in ihrem Buch 'Nördliche Oberpfalz - Weißes Gold und schwarzer Basalt' aus der Reihe 'Streifzüge durch die Erdgeschichte' 44 geologische Objekte (wie den angesprochenen Brotlaib, die Teufelsküche oder die Grube Vesuv), sowie 11 verschiedene Ausstellungen und Sammlungen, zwischen Waldsassen und Schwandorf, vor.
Die Reihe 'Streifzüge' richtet sich vor allem an Leute, die sich nicht nur an den Schön- und Eigenheiten der Landschaft erfreuen möchten, sondern grade auch an alle, die gerne mehr erfahren und sich Gedanken über die Entstehung machen und Antworten suchen.
Das Sprichwort von 'Bayerns steinreicher Ecke' scheint zu stimmen, wenn man sich einmal die Vielzahl geologischer Exkursionsmöglichkeiten anschaut.
Das Buch empfielt ausgewählte Geotope. Beginnend bei der Gneislandschaft des alten Gebirges und seinen Granitgebieten, übergehend ins mesozoische Deckgebirge mit seinen Sedimenten und schließlich landen wir bei relativ jungen Vulkankegeln wie dem Parkstein in der Nähe von Weiden.
Das Buch startet nach guter Geographenmanier mit einer naturräumlichen Gliederung des Gebiets, Tektonik und Erdgeschichte, wobei im Schnelldurchgang noch einmal vieles verständlich erklärt wird.
Dann gibt es im Hauptteil Exkursionsangebote nach geologischer Epoche startend mit den Gneislandschaften des alten Gebirges (z.B. Fahrenberg oder der Teufelsstein), Serpentinite, Granitlandschaften (wie das Tal der Waldnaab), das Wolsendorfer Flussspatrevier mit vielen Exkursionspunkten, verschiedene Zeugnisse des Bergbaus - vielleicht ist auch noch wenig bekannt, dass man die Oberpfalz oft als das 'Ruhrgebiet des Mittelalters' bezeichnet hat. - Besonders interessant auch die tertiäre Vulkanaktivität in der Region, die heute noch durch saure Heilbrunnen und imposante Basaltwände an sich erinnert.
Ein Buch, das eine wirklich ungeahnte Vielfalt an geologischen Phänomenen zu Tage fördert, ein Reiseführer mit vielen Ausflugstipps der etwas anderen Art und darüber hinaus eine spannende und ortsgeschichtlich interessante Lektüre, die oft einen ganz neuen Blick auf die gewohnte Umgebung (zumindest für Einheimische :) ) möglich macht.
zusätzliche Ausstattung: Das Buch bietet neben umfangreichen, auch geschichtlichen, Informationen noch etliche Kontaktadressen auch im Internet, genaue geographische Koordinaten der Geotope nach WGS84 und ein umfangreiches Literaturverzeichnis für alle, die noch mehr wissen wollen.