Dieser isländische Film entstand unter anderem durch Unterstützung des kleinen Fernsehspiels und der Filmstiftung NRW und stellt nach Reykjavík 101 mit Sicherheit einen weiteren Höhepunkt des isländischen Films dar.
Nói ist ein siebzehnjähriger Schüler, der gelangweilt durch isländische Einöde und Abgeschiedenheit von einem neuen Anfang träumt, den er in dem außergewöhnlich hübschen Mädchen von der Tankstelle und dem gemeinsamen Traumziel Hawaii hofft gefunden zu haben. Dass er Albino ist spielt für die erzählte Geschichte nur eine geringe Rolle. Sein Aussehen trägt hauptsächlich dazu bei, dass er noch stärker als "Ausserirdischer" in seiner Umgebung wirkt. Er ist erfolglos in der Schule obwohl er intelligent, jedoch oft auch unbeholfen und leicht trottelig, auftritt. Die Geschichte wird recht langsam erzählt und entwickelt eine eigene, surrealistisch und zeitlos anmutende Welt, in der sich Nói bewegt. Dadurch, dass der Film in den kalten Farben Weiß, Blau und Grün gehalten ist, und nur selten intensive grelle Farben zulässt, und die Musik im Gegensatz warm und umschmeichelnd ist, wird einem als Zuschauer ein Gefühl von Isolation und Sehnsucht zugleich vermittelt. Die Dialoge sind meist kurz gehalten, durch ihre direkte Art wirkt dies jedoch nicht störend. Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet und die Schauspieler wirken sehr überzeugend. Für mich eine wundervoll poetisch erzählte Geschichte und Entdeckung des europäischen bzw. isländischen independent Kinos.